News

  • Unternehmertum
02.02.2026

Export-KMU sorgen für bessere Stimmung zum Jahresbeginn

  • KMU PMI steigt leicht an und überschreitet wieder die Wachstumsschwelle von 50 Punkten
  • Entspannung im US-Geschäft sorgt bei exportorientierten KMU für Aufhellung
  • Sonderumfrage zeigt: Im Fokus stehen neue Märkte und Effizienzsteigerungen

St.Gallen, 2. Februar 2026. Der Raiffeisen KMU PMI ist im Januar 2026 von 49,4 auf 50,2 Punkte gestiegen und hat damit die Wachstumsschwelle von 50 Punkten wieder überschritten. Dies signalisiert eine leichte Expansion der Geschäftsaktivität gegenüber dem Vormonat. Zwar gingen die meisten Komponenten auf unbereinigter Basis zurück, das übliche Januarloch fiel dieses Jahr jedoch weniger stark aus. Saisonbereinigt verbesserten sich vier der fünf Subkomponenten und notieren wieder über der Expansionsschwelle. Einzig die Beschäftigung entwickelte sich schwächer und fiel von 49,5 auf 46,5 Punkte zurück.

 

Exportunternehmen treiben die Erholung

Anders als in den Vormonaten geht die Verbesserung der Stimmung vor allem auf die exportorientierten KMU zurück. Unternehmen mit Fokus auf den Binnenmarkt lieferten hingegen kaum positive Impulse. Die Aufhellung bei den exportorientierten KMU ist unter anderem auf eine leichte Entspannung im US-Geschäft zurückzuführen, nachdem der Zollsatz im Herbst von 39 Prozent auf 15 Prozent deutlich reduziert wurde. Gleichzeitig bleibt die Industriekonjunktur in Europa verhalten und steckt weiterhin in einer Phase der Stagnation.

 

KMU setzen auf neue Märkte und Effizienz

Angesichts des anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds richten die Schweizer Industrie KMU ihren Blick verstärkt nach vorne. Wie eine Sonderumfrage von Raiffeisen zeigt, steht bei exportorientierten Unternehmen insbesondere die Erschliessung neuer Absatzmärkte im Vordergrund, vor allem bei KMU mit US-Geschäft. Inlandorientierte Betriebe fokussieren sich hingegen primär auf Effizienzsteigerungen und Kostenoptimierungen. Trotz des ausgeprägten Kostenbewusstseins gibt es derzeit kaum Anzeichen für einen breiten Stellenabbau. Anpassungen beim Personalbestand werden nur von einer Minderheit der Unternehmen als vordringlichste Massnahme genannt.

«Der Jahresstart zeigt eine leichte Entspannung bei den exportorientierten KMU, während die Lage bei den auf den Binnenmarkt fokussierten Betrieben weiterhin verhalten bleibt. Die Unternehmen reagieren pragmatisch und setzen verstärkt auf neue Märkte sowie Effizienzsteigerungen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern», erklärt Domagoj Arapovic, Senior Economist bei Raiffeisen Schweiz.

 

Über den KMU PMI von Raiffeisen

Der Raiffeisen KMU PMI beruht auf demselben Konzept wie die bewährten Einkaufsmanagerindizes (Purchasing Manager‘s Index). Rund 200 Firmenkunden von Raiffeisen aus allen Branchen des verarbeitenden Gewerbes werden monatlich zu verschiedenen Aspekten ihrer Geschäftsaktivität befragt. Dank der grossen Firmenkundenbasis der Raiffeisen Gruppe und der lokalen Verankerung der Raiffeisenbanken ist der KMU PMI breit abgestützt und repräsentativ für die ganze KMU-Landschaft. Die befragten KMU geben eine Einschätzung zu verschiedenen Aspekten der Geschäftsaktivität ab. Die Antworten werden in mehrere, gewichtete Subkomponenten unterteilt, die zu einem Gesamtindex zusammengeführt werden. Die Subkomponenten sind: Auftragsbestand (30%), Produktion (25%), Beschäftigung (20%), Lieferfristen (15%) und Einkaufslager (10%). Indexwerte von über 50 Punkte zeigen eine Expansion gegenüber dem Vormonat an, während Werte von unter 50 auf eine rückläufige Geschäftslage schliessen lassen.