«Allein habe ich nie die gleiche Schlagkraft wie mit 25 Mitarbeitenden»

Pascal Steiner ist der neue Leiter Vertrieb bei der Raiffeisenbank Allschwil-Schönenbuch. Im Interview spricht der dreifache Familienvater über moderne Führung, warum er als Teamplayer lieber auf die kollektive Stärke setzt und weshalb sein Herz privat für den Fussball schlägt.

Pascal Steiner, du bist seit Anfang Jahr bei der Raiffeisenbank Allschwil-Schönenbuch. Wie fühlt sich der Start bisher an?

Ich bin sehr offen und freundlich empfangen worden und habe direkt gemerkt, dass hier engagierte Leute arbeiten, die eng mit der Bank und der Ortschaft verwurzelt sind. Auch die gelebte Kundennähe war sofort spürbar.

 

Nach 19 Jahren hast du deinen Arbeitgeber gewechselt. Was hat dich zu diesem Schritt bewogen?

Nach fast zwei Jahrzehnten war es Zeit für eine Veränderung. Ein neunwöchiges Sabbatical in den USA mit meiner Familie gab mir den nötigen Abstand. Als ich zurückkehrte, wusste ich: Jetzt bin ich bereit für eine neue Herausforderung und möchte mein Wissen an einem neuen Ort einbringen. Und dann bin ich auf das Inserat der Raiffeisenbank Allschwil-Schönenbuch gestossen, das mich sofort angesprochen hat.

 

Wie sieht dein beruflicher Hintergrund aus?

Nach der Handelsmittelschule habe ich berufsbegleitend zu meinem 19-monatigen Praktikum auf der Bank Betriebsökonomie studiert. Danach war ich viele Jahre als Kreditberater tätig. Später erhielt ich die Chance als Teamleiter zu arbeiten und kombinierte dies schliesslich mit der Rolle als stv. Marktgebietsleiter. Es war das Pendant zur jetzigen Aufgabe. In meiner neuen Funktion kann ich nun aber die volle Verantwortung übernehmen.

 

Was genau macht ein Leiter Vertrieb bei einer Bank?

Es ist eine sehr vielseitige Aufgabe. Im Kern geht es um das Wohl der Kundinnen und Kunden. Ich begleite meine Teams dabei, eine kompetente und ehrliche Beratung sicherzustellen, um langfristige und vertrauensvolle Beziehungen zu pflegen.

 

Was motiviert dich an dieser Aufgabe besonders?

Am meisten motiviert mich die Zusammenarbeit mit Menschen. Es inspiriert mich täglich zu sehen, was man erreichen kann, wenn man gemeinsam auf Ziele hinarbeitet.

 

Was darf dein Team von dir erwarten?

Jemanden, der ein offenes Ohr für alle Anliegen hat, aber auch Leidenschaft und Mut mitbringt. Ich möchte, dass wir auch mal Neues ausprobieren und «out of the box» denken.

 

Und was erwartest du im Gegenzug?

Ich erwarte Eigeninitiative und ein gewisses Grundvertrauen in mich. Dafür erhalten die Mitarbeitenden von mir viel Vertrauen zurück.

1

Was für eine Art Chef bist du?

Ich habe klare Vorstellungen, aber natürlich auch Zielvorgaben. Gleichzeitig ist mir der Austausch extrem wichtig: Schliesslich kann ich viel von den Mitarbeitenden lernen. In meiner Laufbahn habe ich gelernt: Ich allein habe nie die gleiche Schlagkraft wie 25 Mitarbeitende zusammen.

 

Du bist auch Teil der Bankleitung. Was möchtest du in dieser Rolle bewirken?

Ich möchte auf unserer starken lokalen Verankerung aufbauen und die Bank gemeinsam für die Zukunft weiterentwickeln. Mein Ziel ist eine gesunde Entwicklung ohne übermässige Risiken. Gemeinsam mit dem Verwaltungsrat werden wir die Schwerpunkte für die kommenden Jahre setzen, wobei ich meine Impulse aus dem Vertrieb einbringe.

 

Welche Themen werden im Vertrieb künftig wichtiger?

Digitalisierung und KI werden uns weiter beschäftigen. Auch wenn Kundinnen und Kunden heute informierter und selbstständiger sind, braucht es in wichtigen Lebensphasen weiterhin die persönliche Beratung und Orientierung – etwa beim Hauskauf oder der Pensionsplanung.

 

Was begeistert dich persönlich – ganz unabhängig von der Bank?

Mich packt das Thema Entwicklung. Damit meine ich nicht unbedingt nur die technologische Seite, sondern die Entwicklung des Menschen. Ich finde es faszinierend zu sehen, wie man mit dem richtigen Willen und der passenden Mentalität aus fast nichts eine grosse Geschichte machen kann.

 

Was liegt dir ausserhalb der Finanzwelt am Herzen?

An erster Stelle steht meine Familie mit meinen drei Kindern. Das ist wie eine kleine Firma, die gemanagt werden will. In diesem Zusammenhang ist mir auch die gesellschaftliche Verantwortung wichtig. Das siehst du allein in den Sportclubs der Kinder: Ohne die Unterstützung der Eltern würde es nicht funktionieren.

 

Wie findest du einen Ausgleich zum Berufsalltag?

Die Zeit mit der Familie ist mir sehr wichtig. Wir reisen gern und sind viel auf den Fussballplätzen der Region unterwegs, da meine Söhne beim FC Aesch und beim FC Basel spielen. Als persönlichen Ausgleich gehe ich dreimal pro Woche joggen, um den Kopf freizubekommen. Ausserdem bin ich ein geselliger Mensch und mache mit Jugendfreunden auf einem Waggiswagen an der Fasnacht mit.

 

Wenn du einen Tag in einer anderen Branche arbeiten könntest: Welche wäre das?

Die Sportbranche finde ich faszinierend. Ich bin leidenschaftlicher FCB-Fan und wäre gerne einmal Sportdirektor. In dieser Rolle die Mannschaftszusammenstellung und Strategie zu koordinieren, würde mich reizen.

 

Was möchtest du bis in drei Jahren erreicht haben?

Ich wünsche mir, dass wir als Team fest zusammengewachsen sind – insbesondere mit meiner Vertriebsmannschaft. Wenn die Bank dann weiterhin stabil aufgestellt ist und ihre Verantwortung für die Region wahrnimmt, bin ich sehr happy.