Feuer und Flamme für die Atemschutz-Olympiade

Auf dem Sportplatz Schönenbuch ging es heiss her: Bei 27 Grad im Schatten traten die Feuerwehren Allschwil-Schönenbuch, Riehen-Bettingen und Hagenthal-Neuwiller in voller Montur zur 40. Atemschutz-Olympiade an. Wir unterstützen den traditionsreichen Anlass und haben mit Gründer Rolf über Kameradschaft, Frauen im Einsatz und die Verbundenheit zur Dorfbank gesprochen.

Wer an diesem Spätsommerabend den Sportplatz in Schönenbuch betrat, sah schwere Atemschutzgeräte, dicke Schutzanzüge und konzentrierte Gesichter. Um Punkt 19 Uhr fiel der Startschuss für die Teams der Atemschutz-Olympiade. Und das bei 27 Grad im Schatten. An Aufgeben dachte hier trotzdem niemand.

Einen Turm aus Holzklötzli bauen oder Darts spielen? Klappt selbst mit schwerem Gerät auf dem Rücken und dicken Handschuhen überraschend gut. Spürbar kniffliger wurde es am Pingpongtisch: Mit der eingeschränkten Bewegungsfreiheit der Atemschutzmontur brauchte es ordentlich Ballgefühl, um die Punkte einzufahren. Gleiches galt für das Riesenpuzzle und das Harassenstapeln in der Vertikalen: Hier waren Koordination, Fingerspitzengefühl und Vertrauen ins Team gefragt. Beim Wagenstossen ging es anschliessend rein um Kraft, was für die Feuerwehrleute kein Problem darstellte. Mittendrin im Geschehen: fünf Frauen. Was früher eine Seltenheit war, gehört heute längst zum Feuerwehralltag. «Wir hatten damals die ersten Atemschützer-Frauen in der Nordwestschweiz», erzählt Initiant Rolf Roth stolz. «Heute sind die Frauen ganz selbstverständlich dabei.»  

Aus einer Notfall-Idee entstanden

Aber warum gibt es die Atemschutz-Olympiade überhaupt? Die Idee geht auf das Jahr 1986 zurück, die aus der Not entstand. «Wir hatten damals in Schönenbuch schlicht keine eigenen Atemschutzgeräte», erinnert sich Rolf. Um in der Gemeinde Werbung für die Anschaffung zu machen, liehen sich die Feuerwehrleute kurzerhand fünf Geräte aus Allschwil aus und veranstalteten die erste Olympiade. Aus dem lokalen Probelauf ist eine 40-jährige überregionale Erfolgsgeschichte geworden. Heute sind nebst Allschwil-Schönenbuch auch Riehen-Bettingen und Hagenthal-Neuwiller am Start. Jährlich wechseln sich die Feuerwehren mit der Austragung ab. Dieses Jahr hatten die Feuerwehrleute aus Schönenbuch zum 40-Jahre-Jubiläum ein Heimspiel.

Das Organisationskomitee mischt alle Teams bewusst mit Mitgliedern aus den verschiedenen Feuerwehren durch. «In den ersten zehn Jahren hat immer Schönenbuch gewonnen, das war ja langweilig», schmunzelt Rolf. Bei den Wettkämpfen gehe es zwar ehrgeizig zu und her, primär stehe aber etwas anderes im Vordergrund: «Geschicklichkeit rettet Leben. Aber am Ende geht es um die Kameradschaft und darum, dass wir im Ernstfall gemeinsam einsatzbereit sind.» Denn sollte es während des Anlasses zu einem Grossbrand kommen, würde die Olympiade sofort abgebrochen: «Leben retten hat immer Vorrang», betont Rolf. Bislang verliefen die Ausgaben allerdings meist ruhig. Nur einmal mussten mitten im Wettkampf ein paar Feuerwehrleute abbrechen, um bei einem Wasserleitungsbruch auszuhelfen.

Nach gut zwei Stunden harter Arbeit auf dem Platz war der sportliche Teil geschafft. Um 21:30 Uhr ging es zum gemütlichen Teil über: In der Turnhalle warteten ein wohlverdienter Hackbraten und kühle Getränke auf die erschöpften Teilnehmenden.  

 

Ein Partner aus dem Dorf

Welch grosses Ansehen der Anlass geniesst, zeigte der Besuch aus Frankreich: Der höchste Elsässer Feuerwehrkommandant reiste extra aus Colmar an, um die Wettkämpfe vor Ort mitzuverfolgen. Lokale Unterstützung erhält die Olympiade von der Raiffeisenbank Allschwil-Schönenbuch. Neben finanzieller Schützenhilfe hält sie Tischabdeckungen, Servietten und Material für den Abend bereit. Für Rolf eine ideale Partnerschaft: «Rund 35 Feuerwehrleute aus Allschwil und Schönenbuch machen hier mit, viele sind Kunden. Für mich ist Raiffeisen eine Dorfbank, die fest zu unserer Heimat gehört.»

Nach der Siegerehrung und der Übergabe der Jubiläums-Glaspokale klang der Abend bei gemütlichem Beisammensein aus. Um Punkt 23 Uhr war wie geplant Schluss. Schliesslich mussten am nächsten Tag alle wieder einsatzbereit sein.