Hier geht’s um Nachwuchsförderung
Der Allschwiler BC Smash führt die grösste Badminton-Juniorenabteilung der Region. Wir unterstützen den Verein bei seinem Einsatz für über 120 Kinder und Jugendliche. Eine Reportage über einen Club, bei dem die Freude am Spiel und der soziale Zusammenhalt an erster Stelle stehen.
Montagabend in der Gartenhof-Turnhalle in Allschwil: Der Nachwuchs des BC Smash wärmt sich auf. Bevor die ersten Federbälle durch die Luft gleiten, heisst es, bei einem Parcours Schnelligkeit und Koordination unter Beweis zu stellen. Für die Übung ist ein Juniortrainer verantwortlich. Der Club setzt gezielt darauf, ehemalige Junioren als Trainer zu fördern.
Kar Chai beobachtet die Übung aufmerksam. Er leitet den heutigen Abend als Juniorentrainer und führt den Verein seit 2019 als Präsident. Seither wuchs die Juniorenabteilung von etwa 50 auf heute 120 Mitglieder an. Damit betreibt der Club die grösste Badminton-Jugendabteilung der Nordwestschweiz.
Sport als Brücke zwischen den Kulturen
Trotz des Erfolgs steht nicht der Leistungsdruck im Vordergrund. «Für uns ist wichtig, dass das Training Spass macht», erklärt der 46-Jährige. «Die Freude am Spiel ist die Basis. Die Technik kommt dann fast von allein.» Dieser Fokus zahlt sich aus: Auf der langen Warteliste stehen 50 Kinder. Dennoch versucht das Team rund um Kar Chai, möglichst vielen den Zugang zu ermöglichen und immer wieder neue Plätze zu schaffen. Besonders wichtig ist dem Präsidenten dabei der soziale Aspekt. Er tröstet bei Niederlagen, telefoniert persönlich mit den Eltern, wenn ein Kind im Training Mami oder Papi vermisst und bindet auch mal die Schuhe der Kleinen. Gleichzeitig sieht er sich als Vermittler zwischen Kulturen. Da Badminton in Indien beliebt ist, finden viele Kinder aus diesem Land den Weg zum Verein. Kar Chai, der selbst mit sechs Jahren aus Hongkong in die Schweiz kam, versteht die Bedürfnisse dieser Familien aus eigener Erfahrung. «Ich möchte ihnen vermitteln, dass sie willkommen sind – egal, woher sie kommen oder ob sie bereits Deutsch sprechen», sagt er. Der Sport bildet hier ganz natürlich die Basis für Integration und echte Freundschaften.
Vom Breitensport zum Nationalkader
Dass aus dem sozialen Ansatz auch sportliche Erfolge entstehen, zeigen aktuelle Beispiele von Talenten wie Nikhil Thiyarri. Noch spielt der 11-jährige bei nationalen Turnieren in der Kategorie U13. Seit anfangs Jahr ist er allerdings Teil des U15-Nationalkaders. Er gewann schon zahlreiche Wettkämpfe, holte 2024 den Allschwiler Sportpreis und belegte bei einem Turnier in Luxemburg den dritten Platz. «Damals hat er es sogar in die Zeitung geschafft», sagt der Cheftrainer stolz. Aber auch sein eigener Sohn spielt mittlerweile auf nationalem Niveau.
Kar Chai selbst fand mit zwölf Jahren zum Badminton und stieg nach einer langen Pause mit 36 wieder voll ein. Noch immer ist er fasziniert von der Dynamik und Schnelligkeit dieses Sports. Den Erfolg des Vereins schreibt er jedoch nicht allein sich selbst zu: «Das ist eine Teamleistung. Ohne den Vorstand und unsere Trainer wäre das alles nicht möglich.»
Starke Partnerschaft für die Jugend
Um den Betrieb für die grosse Juniorenabteilung aufrechtzuerhalten, ist der Verein auf verlässliche Partner angewiesen. Die Raiffeisenbank Allschwil-Schönenbuch unterstützt den BC Smash mit einem Sponsoring. Vor einigen Jahren ermöglichte die Bank die Jubiläums-T-Shirts für die Mitglieder, aktuell finanziert der Geldbetrag vor allem neues Material. Für Kar Chai ist die Zusammenarbeit auch eine Frage des Prestiges: «Wir sind stolz darauf, Raiffeisen als Sponsor zu nennen. Dieser Name hat in der Region einen hohen Stellenwert und unterstreicht die Seriosität unserer Arbeit.» Manuela Ringgenberg, Verantwortliche Marketing und Sponsoring bei der Raiffeisenbank, betont: «Uns ist wichtig, Engagement zu unterstützen, das direkt bei den Jungen ankommt und ihnen eine sinnvolle Perspektive bietet.»
Inzwischen ist das Spiel in der Gartenhof-Turnhalle in vollem Gang. Die Junioren haben sich in Gruppen aufgeteilt und spielen die Federbälle gekonnt übers Netz. Kar Chai blickt in die Runde, greift selbst zum Schläger und reiht sich bei den Jugendlichen ein. «Es macht einfach Freude zu sehen, wie viel Spass die Kinder haben», sagt er, bevor er präzise den nächsten Ball aufschlägt.