Hopp, FC Allschwil: Die FF-17 in neuen Trikots

Die Raiffeisenbank ist neue Trikot-Sponsorin der Juniorinnen FF-17 des FC Allschwils. Wir haben das Team bei einem Match besucht und mit Trainerin Daniela Buske sowie Sponsorenverantwortlichen Nicole Nüssli über Engagement, Zusammenhalt und Frauenfussball gesprochen.

Sonntagmittag auf dem Sportplatz im Brüel. Die Juniorinnen FF-17 des FC Allschwils treten gegen den FC Arlesheim an. Heute gilt es, den Platz eins der Tabelle zu verteidigen.

Letzte Saison startete das Team in der zweiten Stärkeklasse und stieg im Winter in die erste auf. Oft standen nur neun oder zehn Spielerinnen auf dem Feld statt elf. «Wir sind sogar Meister geworden, und das wirklich nur mit dem riesen Ehrgeiz und Engagement von den Mädels», freut sich Trainerin Daniela Buske. «Viele waren anfangs noch schüchtern. Und während des Spiels sind sie so aus sich herausgekommen, wo man denkt: Wow, so habe ich dich noch nie gesehen.»

Die FF-17 gibt es erst seit einem Jahr. Der Verein gründete sie als Zwischenstufe zwischen FF-14 und 4. Liga. Heute stehen 18 Juniorinnen zwischen 14 und 17 Jahren im Kader.

 

Schule und Gesundheit gehen vor

Die FF-17 trifft sich dienstags und donnerstags auf dem Platz, am Wochenende steht fast immer ein Match an. Die Trainerin arbeitet jeweils nach einem klaren Plan: mal Pässe, mal Flanken, mal Spielphasen – oder sie bereitet ihre «Mädels» auf den nächsten Gegner vor. Das verlangt von den Juniorinnen viel ab. «Schule und Gesundheit gehen bei mir aber vor», betont Daniela. «Da dürfen sie dann auch gerne mal das Training ausfallen lassen.» Trotzdem haben einige höhere Ziele im Blick: Etwa 30 Prozent möchten einen Schritt weitergehen, zwei trainieren parallel sogar im Nachwuchs des FC Basel.

Kurz vor dem Anpfiff rufen die Spielerinnen: «4123 Allschwil!» Sie sind bereit für den Match. Die Partie startet, die Trainerin gibt von der Linie aus erste Anweisungen: «Das war gut. Aber Mädels, ihr seid zu unruhig, bringt Ruhe rein!»

Viele der Spielerinnen gehen in dieselbe Schule und verbringen die Freizeit miteinander. «Wir haben intern einen FF-17-Chat ohne Eltern. Da geht zwischendurch mit Fotos, Videos und Kommentaren schon mal die Post ab», erzählt die Trainerin und lacht. Letzte Saison war allerdings eine sogenannte «Gefühlsrunde» nötig, es gab Streit im Team. Im Training durfte eine halbe Stunde lang jede sagen, was sie stört, und alle mussten einander ausreden lassen. «Es sind auch tatsächlich ein, zwei Tränchen geflossen, aber danach war das so gut, weil es einfach mal rauskam.» Für die Trainerin macht genau dieser Zusammenhalt den Erfolg aus.

Wie gut das Team zusammenspielt, zeigt sich auf dem Feld:» Ein Pass in die Tiefe, ein Schuss, und der Ball fliegt ins gegnerische Netz. Goal für den FC Allschwil! Die Spielerinnen fallen sich in die Arme, an der Seitenlinie strahlt die Trainerin.

 

Kein Platz für Klischees

Dass Fussball nichts für Mädchen sei, hört Daniela bis heute. «Das Klischee ist immer noch überall», sagt sie. Dagegen helfe nur, sich stark zu machen und zu zeigen: «Frauenfussball ist wie Männerfussball.» Denn Frauen spielen auf demselben Feld wie Männer. «Sie haben die gleiche Spiellänge, sie haben die gleiche Torgrösse, die gleiche Ballgrösse. Und dabei ist der Frauen- und Männerkörper so unterschiedlich, dass Frauen eigentlich in diesen 90 Minuten noch viel mehr leisten müssen als Männer. Und das wissen so wenige.»

Sponsorenverantwortliche Nicole Nüssli kennt das Thema aus eigener Erfahrung. Als sie als Jugendliche selbst auf dem Rasen stand, waren Mädchen beim FC Allschwil noch nicht willkommen. Heute fördert der Verein gezielt Juniorinnen, und zwar bereits Neun- bis Elfjährige.

Auf dem Platz geben die Juniorinnen gegen den FC Arlesheim heute alles. Für den Sieg reicht es leider nicht: Das Spiel endet 2:4. Die Tabellenspitze behält die FF-17 an diesem Sonntag trotzdem.

 

Eine Familie mit Rückhalt

Ohne Freiwillige wäre der Verein tot, sagt Nicole Nüssli. «Wir sind eine Familie, und eine Familie lebt davon, dass jeder seinen Teil übernimmt.» Am Dorfjazz sammeln Mitglieder zum Beispiel Geld für die Vereinskasse. Doch Eigenleistung und Mitgliederbeiträge decken nicht alle Kosten. «Darum sind wir sehr darauf angewiesen, dass wir auch Sponsoren finden. Vor allem lokale. Da ist die Raiffeisenbank ein ganz wichtiger Teil.»

Seit dieser Saison tragen die FF-17-Juniorinnen Trikots mit dem Raiffeisen-Logo. Nicole Nüssli hat die Reaktionen im Team miterlebt: «Wenn die Spielerinnen mit dem neuen Dress auflaufen können, ist das für sie natürlich ein riesen Highlight.»