Schönenbuch und seine Schätze

In Schönenbuch ist etwas los. Auf dem Schulhausplatz findet jedes Jahr der Dorf-Flohmarkt statt. Wir unterstützen den Anlass und haben den beiden Initiantinnen Isabelle Simon und Franziska Schneider einen Besuch abgestattet.

Wer am 30. Mai auf den Schulhausplatz in Schönenbuch kam, entdeckte alte Bücher, Spielsachen, versteckte Schätze und Dinge, die ein zweites Leben verdient haben. Bereits zum dritten Mal fand der Dorfflohmi statt. 

Dass es überhaupt so weit kam, verdankt Schönenbuch dem Engagement zweier Frauen aus dem Dorf, die die Idee eines Dorf-Flohmarkts weiterentwickelten und als eigenständigen Anlass etablierten.

Vor vier Jahren riefen Isabelle Simon und Franziska Schneider den Dorf-Flohmarkt auf dem Schulhausplatz ins Leben. «Der erste Flohmi war so: Hauptsache, wir hatten Stände und Anmeldungen», erinnert sich Franziska. Doch schnell wurde klar: Ohne Werbung funktionierts nicht. «Hier oben verirrt sich sonst niemand.» Die weiteren Ausgaben waren ein Erfolg. Und seither ist aus der Zweier-Initiative ein siebenköpfiges Team geworden, mit Vereinsgründung, Jahres-GV und klar verteilten Ressorts. «Aus der Organisation ist richtiges Eventmanagement geworden», so die Initiantin weiter. Also kamen Flyer, dann Blachen an den Dorfeingängen, inzwischen Banner in Allschwil, Plakate, ein eigener Instagram-Auftritt. «Wir steigern uns», sagt Franziska mit einem Lachen.

 

Vom Flohmi zum Bänklifest

Nach jedem Flohmi verschickt das Team einen Fragebogen an alle Teilnehmenden. «Inputs, die per Feedback kommen, setzen wir um», sagt Franziska. So hat der Dorf-Flohmarkt etwa die Zeiten angepasst: Früher startete er um 9 und dauerte bis 17 Uhr – zu lang für die Standinhaber. Heute von 9 bis 15 Uhr. Neu in diesem Jahr: Nach dem Flohmi geht es weiter. «Das wäre so unser Ziel: Dass es am Abend ein Dorffest wird», erklärt Franziska. «Diese Idee haben wir von Biel-Benken abgekupfert, wo der Flohmi traditionell mit einem Bänklifest endet.» Das Beizli mit Grill, Hot Dog und regionalen Produkten – das Fleisch kommt von der Dorfmetzgerei Birbaum, die Backwaren vom Zopf Begg in Allschwil, die Zuckerwatte von Brigitte Brodmann – hat bis 22 Uhr offen. Und wer zwischendurch eine Abkühlung braucht, findet sie weiter hinten auf dem Platz: Siebenzahn Gartenbau hat aus einem Gartenschlauch einen Sprühnebel installiert.

 

«Das ist Weihnachten und Ostern»

Unterstützung erhalten die Organisatorinnen auch von der Raiffeisenbank Allschwil-Schönenbuch, die den Flohmi finanziell sponsert und mit Material wie Bechern, Servietten und Tischrollen unterstützt. «Das ist für uns Weihnachten und Ostern», freut sich Isabelle. «Wir konnten uns damit die neuen Blachen kaufen, die jetzt in Allschwil hängen.» Sie schätzt aber auch die persönliche Beziehung: «Die Betreuung von Frau Breuer am Schalter ist sensationell. Man kennt sich auf der Bank. Das ist eine sehr persönliche Beziehung, die wir da pflegen.»

 

Zugezogen und mittendrin

Apropos Beziehungen: Beide Frauen sind zugezogen. Gerade deshalb sei es wichtig, sich einzubringen, ist Franziska überzeugt. Was sie wohl nicht erwartet hatte: Dass aus dem gemeinsamen Engagement eine enge Freundschaft wird. «Wir haben euch sogar zu unserer Hochzeit eingeladen», sagt Franziska zu Isabelle. «Es ist wie eine grosse Familie.»

Und selbst «ummeschneugge»? Das kommt auch noch dran. «Wir lösen einander ab und laufen dann auch durch die Stände», verrät Isabelle. Franziska zeigt auf ihre Halskette: «Die ist aus echten Edelsteinen. Vom Flohmi letztes Jahr – 50 Franken statt 200.»

 

Für den nächsten Flohmi haben sie schon Ideen. Vielleicht ein Beamer. Vielleicht noch mehr Stände. «Jedes Jahr etwas Neues», sagt Franziska – und lächelt.