Finanzmärkte Ausblick

Aktienmärkte überschiessen nach oben

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März 2019 
 

Die dynamische Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten hielt auch im Februar an. Der Schweizer Aktienmarkt nähert sich mittlerweile seinem Höchststand aus dem letzten Jahr. Gleichzeitig sind die Volatilitäten deutlich zurückgegangen. Dies dürfte jedoch kein Dauerzustand sein. Anlässe für eine Konsolidierung finden sich weiterhin zur Genüge.
 
Die Rally an den Aktienmärkten ist ungebrochen. Mit einem Plus von 12 % hat der Swiss Market Index (SMI) seit Jahresbeginn inzwischen bereits rund eineinhalb Mal so viel Rendite generiert wie mit Investitionen in Schweizer Blue Chips langfristig im Schnitt zu erzielen sind. Verschnaufpausen beschränkten sich dabei auf ein Minimum. Mehr als minimale Kursrücksetzer von 2 % waren nicht zu beobachten. Die Aktienmarktvolatilität ist entsprechend deutlich zurückgegangen. Stand der VSMI-Index noch zu Weihnachten letzten Jahres bei 26 Punkten, so notierte das Volatilitätsbarometer zuletzt nur noch bei 12 Zählern. So tief dürften die Schwankungsbreiten aber nicht bleiben. Der SMI ist nun deutlich überkauft, wie beispielsweise der Relative-Stärke-Indikator mit Werten von über 70 Punkten suggeriert. Zudem befindet sich der Index nur noch rund 1,5 % vom Allzeithoch bei gut 9‘600 Punkten entfernt. Dieses dürfte nicht im ersten Anlauf überwunden werden.

Politische Risiken nur vertagt
Anlass für eine Korrektur könnte beispielsweise die Ernüchterung nach einem Handels-Deal zwischen den USA und China sein. Die ursprünglich für den 1. März 2019 vorgesehene «Deadline» für eine Einigung wurde von US-Präsident Trump auf unbestimmte Zeit verschoben. Ein Entgegenkommen Chinas bei Themen wie den Agrarimporten oder einem stabilen Wechselkurs des chinesischen Renminbi sind in Reichweite. Bei den wirklich kritischen Fragen wie der Subventionierung von Staatsunternehmen, erzwungenem Technologietransfer oder Cyberspionage erwarten wir aber keine Einigung und sehen daher Enttäuschungspotenzial. Ähnlich verhält es sich beim Brexit, wo die britische Premierministerin May den Zeitpunkt für eine Entscheidung maximal ausreizt. Auch wenn eine Verschiebung des Austrittstermins Grossbritanniens aus der Europäischen Union mittlerweile schon beinahe die Grunderwartung ist, würde dies kein wirkliches Aufatmen bedeuten. Für die Unternehmen bleibt die Unsicherheit hoch und das Hin- und Herschieben der Notfallpläne ist für die Stimmung nicht gerade förderlich.

Negative Datenpunkte überwiegen
Auch auf dem europäischen Kontinent bleibt das Sentiment bei den Unternehmern eingetrübt. Die Einkaufsmanagerindizes für Februar lieferten diesbezüglich noch keine Entwarnung und zeigen mit einem Einbruch auf deutlich unter 50 Punkte ganz im Gegenteil einen anhaltenden Stimmungsschock an. Ermutigend war allein, dass im Dienstleistungsbereich nun vorläufig ein Boden gefunden zu sein scheint. Auch in der Schweiz hat das Wachstum nach dem enttäuschenden dritten Quartal gegen Ende 2018 eine Stabilisierung erfahren. Im Vergleich zu den meisten anderen Industrieländern schlägt sich die Schweizer Wirtschaft nach wie vor relativ gut.

China lockert die Reform-Bremse
Global betrachtet wird die Konjunkturdynamik im ersten Quartal 2019 relativ schwach bleiben. Im weiteren Jahresverlauf könnten sich die Perspektiven aber aufhellen. Im «Jahr des Schweins» scheint die chinesische Regierung ihre Reformbemühungen nämlich zu Gunsten einer Stabilisierung des Wachstums zumindest kurzfristig zurückzustellen. Auf Steuererleichterungen für Haushalte und Unternehmen sowie diverse geldpolitische Lockerungsmassnahmen folgte im Januar eine deutliche Ausweitung des Kreditvolumens. Eine Bestätigung dieser positiven Entwicklung steht im Februar zwar noch aus. Sollte es diese aber geben, so könnte die Kombination aller Stützungsmassnahmen ab Sommer tatsächlich zu einer Stabilisierung des Wachstums beitragen. In der zweiten Jahreshälfte dürften diese Stimuli dann auch der Weltwirtschaft einen positiven Impuls geben.