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Hoffnung auf leichtes Plus intakt

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Dezember 2018 
 

Ein durchzogenes Börsenjahr neigt sich dem Ende zu. Der Schweizer Aktienmarkt könnte 2018 aber noch mit einem leichten Plus beenden. Voraussetzung ist eine weitere Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie eine US-Notenbank, die dem Markt die Furcht vor einem allzu starken Zinsanstieg im kommenden Jahr nimmt.

Für einmal sind es am Schweizer Aktienmarkt die grosskapitalisierten Unternehmen, die den kleineren den Rang ablaufen. Der Vorteil für die Grossen zeigt sich seit dem Sommer, als sich der chinesisch-amerikanische Handelsstreit intensivierte. Im Herbst hat sich dieser durch den zeitweiligen Anstieg der langfristigen Zinsen in den USA weiter bekräftigt. Beide Ereignisse befeuerten die Sorgen um die Perspektiven der Weltwirtschaft und brachten zyklische Wachstumstitel entsprechend unter Druck. Die defensiven Schwergewichte rückten damit wieder verstärkt in den Fokus der Anlegerschaft. Dies im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, in denen der Vorteil klar bei den kleineren Unternehmen lag.

Solides Fundament wirkt stagnierendem Wachstum entgegen
Die Wachstumsbedenken sind nicht nur bei den klein- und mittelkapitalisierten Schweizer Unternehmen ersichtlich. Auch in der amerikanischen Technologiebranche oder in den Schwellenländern machen sich Sorgen breit, wonach die Wachstumserwartungen nicht erfüllt werden könnten.

Tatsächlich zeigen die globalen Wirtschaftsindikatoren eine rückläufige Dynamik an. Der US-Wachstumsmotor läuft zwar aktuell auf Hochtouren, aber für das kommende Jahr werden die Effekte der Steuersenkungen weniger deutlich. Auch in der Schweiz hat sich das Wirtschaftswachstum eingetrübt. Nach den sehr starken Vorquartalen ist dies jedoch nicht weiter besorgniserregend. Für das kommende Jahr erwarten wir für die Schweiz ein Wirtschaftswachstum von rund 2% - dies nach den deutlich überdurchschnittlichen, knappen 3 % in 2018.

Die Wachstumsdynamik lässt also leicht nach. Das wirtschaftliche Fundament bleibt aber intakt. Daher gehen wir davon aus, dass die Finanzmarktturbulenzen der vergangenen Monate nicht in einer starken Korrektur münden, sondern immer wieder von soliden Wirtschaftsdaten aufgefangen werden. Kurzfristig ist aber auch gegen oben wenig Luft vorhanden. Denn der italienische Budgetstreit mit der Europäischen Union ist bei weitem nicht gelöst und auch der «Brexit» wird bis zum geplanten Vollzug im März und allenfalls darüber hinaus noch für Aufregung sorgen.

Unterstützende Signale der US-Notenbanker?
Zu den unterstützenden Marktfaktoren könnte in den kommenden Wochen überraschenderweise die US-Notenbank Fed zählen. Zwar ist der fortgeschrittene Zinszyklus in den USA weiterhin ein wichtiger Treiber für den Gegenwind an den Aktienmärkten. Und auch für Dezember erwarten wir einen weiteren Zinsschritt durch die Fed. Mit Blick auf die rücklaufenden Konjunkturindikatoren und die nervösen Finanzmärkte könnten die Notenbanker aber verbal weiterhin etwas auf die Bremse treten und sich so ein Fenster für mögliche Zinspausen offenhalten. Somit wäre auch der Boden für einen soliden Schlussmonat am Aktienmarkt geebnet, mit der Möglichkeit, dass Investoren im Schweizer Aktienmarkt das insgesamt turbulente Jahr 2018 mit einem leichten Plus abschliessen könnten.