Finanzmärkte Ausblick

Starker Jahresauftakt am Aktienmarkt

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Februar 2019
 

Im Januar verhielten sich die Aktienmärkte genau gegenteilig zum Dezember: Anstatt bergab ging es dynamisch nach oben. Ein positives Signal für das Gesamtjahr? Aus unserer Sicht bleiben genügend Unwägbarkeiten für einen volatilen Jahresverlauf vorhanden. Zumindest kurzfristig droht nach den Gewinnen der letzten Wochen eine Kurskorrektur.

Nach den hohen Kursverlusten zum Jahresende 2018 war der Start ins neue Jahr für Aktienanleger ein Segen: Der amerikanische Leitmarkt legte mit einem Plus von fast 8 Prozent den stärksten Anstieg in einem Januar seit über 30 Jahren aufs Parkett. Der Schweizer Markt stand dem nur in wenig nach und stieg ebenfalls um fast 7 Prozent. Rein statistisch betrachtet scheinen die Weichen für ein positives Aktienjahr 2019 damit gelegt. Denn gemäss dem Börsensprichwort «So wie der Januar verläuft, so wird auch das Jahr» legt das älteste Börsenbarometer in den USA, der Dow-Jones-Index, nach einem positiven Januar in über 80 Prozent der Fälle auch im Gesamtjahr zu. Doch auch wenn die Perspektiven damit gar nicht so schlecht sind, dürfte 2019 für Investoren kein sanfter Ritt werden.

Der Shutdown kostet Wachstum
An Unsicherheiten gibt es nämlich trotz der Erholung am Aktienmarkt nach wie vor keinen Mangel. So zeigte etwa der Schlagabtausch zwischen Republikanern und Demokraten im Haushaltsstreit exemplarisch wie stark die Fronten zwischen den Parteigrenzen in den USA inzwischen verhärtet sind. Wegweisende Entscheide sind in der US-Politik vor diesem Hintergrund bis zur nächsten Wahl kaum mehr zu erwarten. Vielmehr droht der amerikanische Präsident Donald Trump früher als seine Vorgänger zum «lame duck», also zur lahmen Ente zu werden. Klar ist aber, dass die mit fünf Wochen längste Haushaltssperre aller Zeiten etwas an Wirtschaftsleistung kosten dürfte. Auch wenn es teilweise zu Nachholeffekten kommen wird, ist ein kleiner Teil des Wirtschaftswachstums im ersten Quartal aufgrund des erzwungenen Stillstands unwiderruflich verloren.

Wirtschaftsdaten bleiben schwach
Auf eine anhaltende Wachstumsabschwächung deuten auch die Wirtschaftsdaten der vergangenen Wochen hin. So haben sich wichtige Konjunkturvorlaufindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes oder der deutsche Ifo-Index im letzten Monat weiter abgeschwächt. Und daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Wachstumsprognosen für das laufende Jahr vielerorts jüngst weiter nach unten revidiert wurden. Der internationale Währungsfonds beispielsweise senkte seine Wachstumserwartung für die Weltwirtschaft auf 3,5 Prozent. Insbesondere für die Industrieländer wurden die Schätzungen gesenkt. Tatsächlich ist die Wachstumsdelle dort vereinzelt besonders stark ausgeprägt. Deutschland dürfte zwei Quartale mit negativem Wachstum im zweiten Halbjahr 2018 nur knapp vermieden haben. Italien konnte sich einer solchen technischen Rezession derweil nicht entziehen.

Notenbanken auf der Bremse
Angesichts der teils überraschend deutlich negativen Makrodaten der letzten Wochen war der Tenor der Notenbanken im Januar eher vorsichtig. Die Europäische Zentralbank betonte vorhandene Abwärtsrisiken für die Wirtschaft, so dass sich die weitere geldpolitische Normalisierung in Europa weiter hinauszuzögern droht. Und auch die US-Notenbank Fed ist inzwischen nicht mehr auf Autopilot, sondern zeigt sich eher abwartend. Von der Geldpolitik gibt es somit vorerst etwas weniger Gegenwind für die Finanzmärkte. Schaut man auf die Preischarts, so werden dort allerdings grössere Hürden für die meisten Aktienindizes ersichtlich. Zumindest eine Konsolidierung ist bei Aktien nach dem starken Januar daher sehr wahrscheinlich