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Raiffeisen mit sehr gutem Halbjahresergebnis – breit abgestütztes Wachstum
In Kürze
- Halbjahresgewinn steigt markant um 104,7 Millionen Franken (+18,9 Prozent) auf 659,3 Millionen Franken
- Zunahme der Kundenausleihungen um 4,7 Milliarden Franken, davon über ein Drittel im Firmenkundengeschäft
- Erfreuliches Wachstum der Kundeneinlagen um 3,0 Milliarden Franken auf 228,7 Milliarden Franken
- Steigerung des Nettoerfolgs aus dem Zinsengeschäft um 83,1 Millionen Franken (+6,3 Prozent)
- Deutliche Steigerung des Erfolgs aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 30,7 Millionen Franken (+8,4 Prozent)
- Nettoneugeldzufluss in Anlage- und Vorsorgedepots von 3,3 Milliarden Franken bereits über Gesamtwert des Vorjahres, 45'000 neue Wertschriftendepots eröffnet
- Im Rahmen der nachhaltigen Ausrichtung von Raiffeisen Schweiz lanciert das Unternehmen organisatorische Anpassungen und Massnahmen zur Effizienzsteigerung
St.Gallen, 26. August 2026. Die Raiffeisen Gruppe blickt auf ein sehr gutes erstes Halbjahr 2026 zurück. Der Gewinn liegt mit 659,3 Millionen Franken auf einem hohen Niveau. Gegenüber der Vorjahresperiode ist dies eine Steigerung von 18,9 Prozent. Dr. Gabriel Brenna, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz, zum Halbjahresergebnis: «Unser Geschäft entwickelte sich im ersten Halbjahr sehr erfolgreich: Wir haben unser Geschäftsvolumen ausgebaut und konnten sowohl das Zinsergebnis als auch das Kommissions- und Dienstleistungsergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Zudem haben wir unsere Position in den Bereichen Anlage, Vorsorge und Firmenkunden ausgebaut.»
Erfreuliches Wachstum im Bilanz- und im Anlage- und Vorsorgegeschäft
Die Hypothekarforderungen erhöhten sich im ersten Halbjahr um 4,4 Milliarden Franken auf 235,3 Milliarden Franken (+1,9 Prozent). Insgesamt erhöhten sich die Kundenausleihungen um 4,7 Milliarden Franken beziehungsweise 1,9 Prozent auf 248,5 Milliarden Franken. Davon entfällt ein wesentlicher Anteil von 1,7 Milliarden Franken auf das Firmenkundengeschäft. Das Kreditvolumen im Firmenkundengeschäft belief sich per Ende Juni auf 58,8 Milliarden Franken (+3,2 Prozent). Raiffeisen setzt weiterhin auf ein qualitatives Wachstum. Der Anteil an Wertberichtigungen für gefährdete Forderungen hat sich gegenüber Ende Vorjahr leicht reduziert und liegt mit 0,14 Prozent der Kundenausleihungen auf einem anhaltend tiefen Niveau. Auch auf der Passivseite verzeichnete die Gruppe ein erfreuliches Wachstum. Die Kundeneinlagen haben um 3,0 Milliarden Franken (+1,3 Prozent) auf einen Bestand von 228,7 Milliarden Franken zugenommen. Damit sind 92,0 Prozent der Ausleihungen mit Kundengeldern gedeckt.
Der Wachstumskurs setzte sich auch im Anlage- und Vorsorgegeschäft fort. Besonders erfreulich ist der hohe Nettoneugeldzufluss von 3,3 Milliarden Franken, davon 2,8 Milliarden Franken in unsere Vermögensverwaltungsmandate. Dank der hohen Neugeldzuflüsse und der positiven Marktperformance erhöhte sich das Depotvolumen im ersten Semester 2026 um 5,8 Milliarden Franken auf 65,6 Milliarden Franken (+9,7 Prozent). Auch die Anzahl Depots hat deutlich zugenommen. Kundinnen und Kunden haben im ersten Halbjahr 2026 rund 45’000 Depots eröffnet – darunter mehr als 14’000 neue Vermögensverwaltungsmandate und 18'000 Säule-3a-Depots. Dies unterstreicht das Vertrauen der Kundinnen und Kunden in die Anlage- und Vorsorgekompetenz von Raiffeisen. Durch das Wachstum bei den Kundeneinlagen und die Zunahme der Depotvolumen sind die verwalteten Kundenvermögen insgesamt um 7,7 Milliarden Franken auf einen Bestand von 289,8 Milliarden Franken angestiegen (+2,7 Prozent).
Deutliche Zunahme des Geschäftsertrags
Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft erhöht sich um 83,1 Millionen Franken (+6,3 Prozent) auf 1,41 Milliarden Franken. Die positive Entwicklung im Anlage- und Vorsorgegeschäft zeigt sich auch auf der Ertragsseite. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft konnte mit einem Plus von 30,7 Millionen Franken (+8,4 Prozent) auf 397,0 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr erneut deutlich gesteigert werden. Auch der Erfolg aus dem Handelsgeschäft entwickelte sich mit einer Zunahme von 33,4 Millionen Franken (+24,6 Prozent) auf 169,4 Millionen Franken klar über dem Vorjahr. Dazu beigetragen hat insbesondere die zunehmende Kundenaktivität bei Devisen- und Edelmetall-Geschäften aufgrund der erhöhten Marktvolatilität. Der Geschäftsertrag erhöhte sich insgesamt um 143,5 Millionen Franken (+7,6 Prozent) auf 2,04 Milliarden Franken. Auf der Kostenseite widerspiegeln sich die gezielten Investitionen in die Beratung der Kundinnen und Kunden vor Ort in einem höheren Geschäftsaufwand. Obwohl im ersten Halbjahr 2026 der Personalbestand mit 17 zusätzlichen Personaleinheiten nur leicht zugenommen hat, schlägt sich der Ausbau des Personalbestandes im Vorjahr in einem höheren Personalaufwand von 856,6 Millionen Franken nieder. Das entspricht einer Zunahme von 32,7 Millionen Franken oder 4,0 Prozent. Der Sachaufwand erhöhte sich dagegen nur leicht um 1,5 Millionen Franken oder 0,5 Prozent auf 301,8 Millionen Franken. Durch die Ertragssteigerungen bei insgesamt nur moderat höheren Kosten verbesserte sich die Cost-Income-Ratio auf 56,8 Prozent (31. Dezember 2025: 59,4 Prozent).
Hervorragende Kapitalausstattung
Im ersten Halbjahr konnte Raiffeisen die Eigenmittel und verlustabsorbierenden Mittel auf 28,6 Milliarden Franken weiter stärken. Die ungewichtete TLAC Leverage Ratio lag per 30. Juni 2026 bei 8,5 Prozent (31. Dezember 2025: 8,6 Prozent). Die risikogewichtete TLAC-Quote verbesserte sich auf 28,0 Prozent (31. Dezember 2025: 27,5 Prozent). Beide Kennzahlen liegen klar über dem regulatorisch geforderten Minimum. Für den weiteren Aufbau verlustabsorbierender Mittel hat Raiffeisen Schweiz im Mai 2026 zudem eine Bail-in-Anleihe in der Höhe von 200,0 Millionen Franken emittiert. Die hervorragende Eigenmittelsituation der Bankengruppe wird auch von den Ratingagenturen positiv hervorgehoben. Im Frühjahr 2026 hat die Ratingagentur Fitch für Raiffeisen das Long Term Issuer Default Rating auf AA- (bisher: A+) und das Short Term Rating auf F1+ (bisher: F1) erhöht. Die Gruppe gehört damit im internationalen Vergleich zu den am besten bewerteten Banken.
Organisatorische Anpassung sowie Effizienzmassnahmen bei Raiffeisen Schweiz
Um das Kosten-Ertragsverhältnis nachhaltig auf einem guten Niveau zu halten, hat Raiffeisen Schweiz Massnahmen zur Effizienzsteigerung eingeleitet. Ziel ist es, bei Raiffeisen Schweiz im Jahr 2027 Personal- und Sachkosten von rund 60 Millionen Franken einzusparen. Maximal werden bei Raiffeisen Schweiz bis zu 180 Stellen von einem Abbau betroffen sein. Die Umsetzung wird verantwortungsvoll erfolgen. Mehr als die Hälfte der betroffenen Stellen kann über Fluktuation, Streichung von nicht besetzten Stellen, Reduktion externer Arbeitskräfte und Frühpensionierungen abgebaut werden. Gleichzeitig stellt sich Raiffeisen Schweiz organisatorisch neu auf (siehe Medienmitteilung «Veränderungen in der Organisationsstruktur von Raiffeisen Schweiz» vom 26. August 2026).
Ausblick
Die Schweizer Wirtschaft bleibt robust, die Exportindustrie zeigt trotz Unsicherheiten im Nahen Osten Erholungstendenzen. Die Ökonomen von Raiffeisen Schweiz erwarten für 2026 ein BIP-Wachstum von 0,8 Prozent. An den Finanzmärkten dürfte die Volatilität auch in der zweiten Jahreshälfte erhöht bleiben. Der Immobilienmarkt wird trotz eines temporären Anstiegs der Baubewilligungen weiterhin von steigenden Preisen geprägt sein. Langfristig steht weiterhin eine hohe Nachfrage einem deutlich knapperen Angebot gegenüber, was die Preise weiter nach oben treibt. Da die Inflation in der Schweiz nur leicht zunimmt, besteht für die SNB vorerst kein Bedarf für Zinserhöhungen. Trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten rechnet Raiffeisen für das zweite Halbjahr 2026 mit einer stabilen Geschäftsentwicklung über Vorjahresniveau.