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Aus zwei mach eins: Die Raiffeisenbank Region Thal ist geboren
von Marlene Sedlacek - Solothurner Zeitung
Sowohl die Mitglieder der Raiffeisenbank Dünnerntal-Guldental als auch diejenigen der Raiffeisenbank Balsthal-Laupersdorf stimmten einer Bankenfusion im Thal mit grosser Mehrheit zu.
Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter stimmen über die Fusion ab.
577 Stimmberechtigte oder ihre Vertretungen fanden sich am Samstag in der Tennishalle Moos in Balsthal zur allerletzten Generalversammlung der Raiffeisenbank Dünnerntal-Guldental ein. Haupttraktandum war die Fusion mit der Raiffeisenbank Balsthal-Laupersdorf.
Verwaltungsratspräsidentin Cornelia Dippon nannte mehrere Gründe für den Entscheid zu einem Zusammenschluss. Die Kundenberaterinnen und -berater könnten sich mehr Zeit für die Kunden nehmen, weil sie von Spezialaufgaben entlastet würden. Dem Druck auf die Ertragslage durch eine sinkende Zinsmarge und höhere Anforderungen an die Eigenmittel könnte bei einer grösseren Bank besser standgehalten werden.
Die durch zunehmend regulatorische Massnahmen steigenden administrative Aufgaben wären einfacher zu bewältigen. Das Personal würde von breiteren Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten profitieren. Alles würde einfacher, meinte Dippon. «Die Zeit ist reif für eine starke Raiffeisenbank für unsere Region und unsere Kundschaft», ist sie überzeugt.
Grosse Mehrheit sagte Ja
Am Vorabend hatten die Mitglieder der Raiffeisenbank Balsthal-Laupersdorf ohne eine einzige Gegenstimme die Fusion der beiden Banken angenommen. Das Resultat für Dünnerntal-Guldental fiel nicht ganz so einstimmig aus. Aus der Versammlung meldete sich Monika Bader aus Balsthal zu Wort. Sie sehe nicht ein, warum sich zwei gesunde Banken zusammenschliessen wollten.
Sie habe bereits mehrere Fusionen durchgemacht, habe aber den Mehrwert als Kundin nie gesehen. Auch zweifelte sie daran, dass keine Stellen abgebaut würden, wie es die Bankleitung versprach. Aber auch wenn das Resultat nicht einstimmig war, wurde mit 546 Ja- gegenüber 16 Nein-Stimmen das nötige zweidrittel Quorum haushoch übertroffen.
Somit übernimmt die Raiffeisenbank Dünnerntal-Guldental rückwirkend auf den 1. Januar 2026 die Bank Balsthal-Laupersdorf. Für die Genossenschafter bedeutet der Zusammenschluss, dass sie nur einen Anteilschein zu 200 Franken zeichnen dürfen. Doppelmitgliedschaften gibt es keine. Überzählige Anteilscheine werden zurückbezahlt. Die vertrauten Ansprechpersonen werden der Kundschaft erhalten bleiben.
Die neue Bank mit dem Namen Raiffeisenbank Region Thal hat über 8500 Mitglieder, 14‘000 Kundinnen und Kunden und 41 Mitarbeitende. Die Bilanzsumme beträgt rund 1,1 Milliarden Franken. Juristischer Sitz bleibt Mümliswil-Ramiswil. Die Geschäftsstellen Mümliswil, Balsthal und Matzendorf bleiben bestehen. Als neuer Verwaltungsratspräsident wurde Andreas Scherrer gewählt. David Perez übernimmt den Vorsitz der Bankleitung.
Die gewählten Bankleitungs- und Verwaltungsratsmitglieder der Raiffeisenbank Region Thal.
Jahresrechnung schliesst positiv ab
Neben der Fusion standen auch die regulären Themen auf der Traktandenliste. Dippon blickte auf ein ereignisreiches Geschäftsjahr zurück, das geprägt war von geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten. Positiv war, dass die Bank ihre Marktstellung stärken konnte und zahlreiche neue Kunden und Kundinnen und Genossenschaftsmitglieder gewinnen konnte.
Auch erwähnte sie das vielfältige Engagement für Sport, Kultur und Gesellschaft. Giancarlo Grifone, Vorsitzender der Bankleitung, präsentierte die Jahresrechnung. Mit 758‘879 Franken fiel der Jahresgewinn leicht höher aus als im Vorjahr. Hypothekenforderungen und Kundeneinlagen hätten zugenommen, Vorsorge- und Anlagegeschäft verzeichneten eine Steigerung, ebenso das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, legte Grifone dar. Die Anteilscheine werden weiterhin mit sechs Prozent verzinst.