Vermögensverwaltung – mehr Durchblick, weniger Aufwand

Portfolio Manager Report

Die Welt befindet sich im Ausnahmezustand. Die Coronakrise ist eine ernsthafte Herausforderung für die Staatengemeinschaft, jedes Land und letztlich für jeden einzelnen von uns. Die Notenbanken und Regierungen versuchen alles um die Wirtschaft und die Finanzmärkte zu stabilisieren.

Video-Podcast 1. Quartal 2020

 

Kernbotschaften

Kernbotschaften
  • Das Coronavirus hat massive Auswirkungen auf die Konjunktur und die Finanzmärkte und eine globale Rezession ist unvermeidlich.
  • Sofern sich die Pandemie bis im Sommer eindämmen lässt, wird sich die globale Wirtschaft ab der zweiten Jahreshälfte rasch erholen.
  • An der einmal festgelegten und langfristig ausgerichteten Anlagestrategie der Vermögensverwaltung sollte unbedingt unverändert festgehalten werden.

Performance

Grafik: Performance Q1 2020

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz

 

Rückblick

Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Lungenkrankheit COVID-19 zur Pandemie erklärt hat und die Neuinfektionen weltweit weiter exponentiell zulegen, haben die Regierungen in Europa und den USA drastische Schritte in die Wege geleitet. Selbstverständlich führen all diese Massnahmen zu einem deutlichen Konjunktureinbruch, eine globale Rezession ist unvermeidlich. Vor diesem Hintergrund ist es in den vergangenen Wochen zu heftigen und schnellen Einbrüchen an den Finanzmärkten und zu einem explosionsartigen Anstieg der Volatilität gekommen. Obschon unsere Vermögensverwaltungsmandate sehr breit diversifiziert sind, mussten wir im ersten Quartal bislang deutliche Einbussen hinnehmen.

Wenn Anleger panisch reagieren und praktisch alles undifferenziert auf den Markt werfen, dann verhalten sich alle Anlageklassen plötzlich gleich und es kommt zu einem Anstieg der Korrelation. Das ist der Hauptgrund, warum sogar die Preise von Gold und von Immobilienfonds unter die Räder kamen. Trotz global sinkender Zinsen wurden so auch die Anleihenmärkte in Mitleidenschaft gezogen.

Vor allem die Segmente mit einer eingeschränkten Liquidität – wie Hochzins- und Schwellenländeranleihen – haben deutlich an Wert eingebüsst. Je länger die aktuelle Situation anhält, desto mehr Kreditausfälle wird es geben. Aus Risikoüberlegungen haben wir bereits Anfang März die Quote bei den Hochzinsanleihen reduziert. Bei den Staatsanleihen sind wir schon seit langer Zeit untergewichtet investiert.

Der Anlagenotstand hat sich aufgrund des erneut «massiven» Zinsrückgangs weiter verschärft. Dies und die beschlossenen fiskalpolitischen Stimuli werden früher oder später wieder zu Geldflüssen in die Aktienmärkte führen. Als Konklusion haben wir die Aktienquote anfangs März von «leicht Untergewichten» auf «Neutral» erhöht. Damit wollen wir unsere Ambition einer «antizyklischen» und vorausschauenden Anlagetaktik unterstreichen. Im aktuellen Umfeld präferieren wir insgesamt einen höheren Liquiditätsanteil, um so bei vermehrter Klarheit rasch positionieren zu können.

 

Ausblick

Niemand weiss wie lange es dauert, bis das Coronavirus unter Kontrolle ist. In unserem Hauptszenario rechnen wir aber damit, dass sich die Pandemie bis im Sommer eindämmen lässt und danach Schritt für Schritt das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben wieder aufgenommen werden kann und «Normalität» einkehrt. In diesem Fall rechnen wir damit, dass sich die globale Wirtschaft ab der zweiten Jahreshälfte relativ rasch wieder erholt. Dabei hängt aber alles von der weiteren Entwicklung und Ausbreitung des Coronavirus ab, wobei das Beispiel China Hoffnung macht.

Eine breite Diversifikation bleibt wichtig, denn die enorm hohe Volatilität und die Hektik dürften auch im kommenden Quartal weiter anhalten. Anleger sollten Ruhe bewahren und trotz oder vor allem wegen diesen Unsicherheiten an der einmal festgelegten und langfristig ausgerichteten Anlagestrategie der Vermögensverwaltung unverändert festgehalten. Die Optionen «gar nicht investieren» oder mit Bauchentscheidungen auf Verluste zu reagieren, zahlen sich langfristig nicht aus. Die Notenbanken und Regierungen versuchen dieser Tage alles um die Wirtschaft und die Finanzmärkte zu stabilisieren. Damit legen sie den Grundstein für eine rasche Erholung sobald die Pandemie vorüber ist.

Video-Podcast 4. Quartal 2019

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