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KMU PMI über Wachstumsschwelle: Erholung mit Vorbehalt
- KMU PMI klettert im Juli auf 50,7 Punkte
- Auftragsplus vor allem bei exportorientierten KMU stützt Erholung
- Geopolitische Unsicherheiten und geringe Auftragsreserven bleiben Risiken
St.Gallen, 3. August 2026. Der Raiffeisen KMU PMI ist im Juli von 49,4 auf 50,7 Punkte gestiegen und liegt damit nach zwei Monaten unter der Wachstumsschwelle wieder über der Marke von 50 Punkten. Besonders die verbesserte Auftragslage sorgt für Zuversicht und deutet auf eine vorsichtige Erholung im verarbeitenden Gewerbe hin. Gleichzeitig bleibt das Umfeld herausfordernd, da geopolitische Unsicherheiten und vergleichsweise geringe Auftragsreserven die Erholung anfällig für Rückschläge machen.
Verbesserte Auftragslage sorgt für Auftrieb
Der Anstieg des KMU PMI wurde vor allem von exportorientierten KMU getragen. Insgesamt verbesserten sich drei der fünf PMI-Komponenten. Der Auftragsbestand (von 48,5 auf 51,9 Punkte), die Produktion (von 49,2 auf 49,9) und die Lieferfristen (von 51,4 auf 55,0). Die jüngste Verbesserung des KMU PMI gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Industrie wieder Tritt fassen kann. Allerdings erwiesen sich ähnliche Erholungssignale in den vergangenen Jahren wiederholt als nicht nachhaltig. So könnten steigende Energiepreise und mögliche Beeinträchtigungen wichtiger Transportwege die Produktionskosten erneut erhöhen und die Unsicherheit verstärken. Solange die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten anhalten, bleiben die Aussichten für eine dauerhafte Erholung entsprechend mit Risiken behaftet.
Erholung bleibt anfällig
Wie die Sonderumfrage von Raiffeisen zeigt, bleiben die Auftragsreserven vieler KMU weiterhin überschaubar. Bei rund der Hälfte der Unternehmen reicht der bestehende Auftragsbestand bei unverändertem Produktionstempo für weniger als zwei Monate. Exportorientierte KMU verfügen zwar häufiger über ein Auftragspolster von zwei bis vier Monaten. Längerfristige Auftragsbestände sind hingegen eher bei binnenorientierten Unternehmen anzutreffen.
«Der Anstieg des KMU PMI über die Wachstumsschwelle ist ein positives Signal und zeigt, dass sich die Geschäftslage vieler Unternehmen verbessert hat. Von einer nachhaltigen Trendwende kann angesichts der geringen Auftragsreserven und der geopolitischen Unsicherheiten noch nicht gesprochen werden.», erklärt Domagoj Arapovic, Senior Economist bei Raiffeisen Schweiz.
Über den KMU PMI von Raiffeisen
Der Raiffeisen KMU PMI beruht auf demselben Konzept wie die bewährten Einkaufsmanagerindizes (Purchasing Manager‘s Index). Rund 200 Firmenkunden von Raiffeisen aus allen Branchen des verarbeitenden Gewerbes werden monatlich zu verschiedenen Aspekten ihrer Geschäftsaktivität befragt. Dank der grossen Firmenkundenbasis der Raiffeisen Gruppe und der lokalen Verankerung der Raiffeisenbanken ist der KMU PMI breit abgestützt und repräsentativ für die ganze KMU-Landschaft. Die befragten KMU geben eine Einschätzung zu verschiedenen Aspekten der Geschäftsaktivität ab. Die Antworten werden in mehrere, gewichtete Subkomponenten unterteilt, die zu einem Gesamtindex zusammengeführt werden. Die Subkomponenten sind: Auftragsbestand (30%), Produktion (25%), Beschäftigung (20%), Lieferfristen (15%) und Einkaufslager (10%). Indexwerte von über 50 Punkte zeigen eine Expansion gegenüber dem Vormonat an, während Werte von unter 50 auf eine rückläufige Geschäftslage schliessen lassen.