Vermögensverwaltungsmandat

Portfolio Manager Report

Im 1. Quartal sind die Langfristzinsen aufgrund von Inflationssorgen weltweit nach oben geschossen. Die gigantischen Stimulusprogramme sowie die extrem lockere Geldpolitik kurbeln die Wirtschaft weiter an. Es herrscht viel Optimismus an den Märkten.

Video-Podcast 1. Quartal 2021

 

Kernbotschaften

Kernbotschaften
  • Der starke Zinsanstieg seit Jahresanfang basiert auf zunehmenden Inflationssorgen.
  • Der Optimismus und die Euphorie an den Aktienmärkten mahnen kurzfristig zur Vorsicht.
  • Insgesamt blicken wir weiter zuversichtlich in die nächsten Quartale. Eine breite Diversifikation bleibt dennoch von zentraler Bedeutung.

Performance

Grafik: Performance Q1 2021

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz Portfolio Management

 

Rückblick

Vor einem Jahr notierten die Aktienmärkte wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus auf ihrem Tiefpunkt. Die extrem lockere Geldpolitik der Notenbanken sowie die gigantischen Stimulusprogramme rund um den Globus ermöglichten jedoch in der Folge eine der schnellsten und stärksten Markterholungen der Geschichte.

Mit dem Rückenwind der Unterstützungsmassnahmen wird die Konjunktur zurzeit ordentlich angekurbelt. Die verstärkte Nachfrage nach Rohstoffen treiben deren Preise und die Teuerungsraten nach oben. Der starke Zinsanstieg seit Jahresanfang basiert auf zunehmenden Inflationssorgen.

Die relative Attraktivität von Obligationen verglichen mit Aktien hat wegen dem Zinsanstieg zugenommen. Wenn die Zinsen steigen, fallen die Preise von bereits am Markt gehandelten Obligationen. Wir haben im vergangenen Quartal die tieferen Preisnotierungen für Zukäufe genutzt und unser grosses Untergewicht bei den Obligationen leicht reduziert. Aufgrund des absolut niedrigen Zinsniveaus, halten wir aber an unserem starken Untergewicht in Obligationen fest.

Bei den Aktien bleiben wir neutral positioniert. Innerhalb der Aktienquote haben wir jedoch gewisse Anpassungen in unserer taktischen Positionierung vorgenommen: So haben wir die angehäuften Gewinne bei den europäischen Aktien, welche aufgrund der Übergewichtung entstanden sind, realisiert und die Quote von leicht übergewichten auf Neutral reduziert. Im Gegenzug haben wir Schweizer Aktien zugekauft und die Gewichtung antizyklisch auf leicht übergewichten erhöht. Der Schweizer Aktienmarkt gehörte im letzten Quartal aufgrund seiner defensiven Zusammensetzung im globalen Vergleich zu den Verlierern. Hohe Dividenden und eine im internationalen Vergleich attraktive Bewertung sprechen aber für den Heimmarkt.

Innerhalb der alternativen Anlagen sind die Preise von Immobilienfonds im vergangenen Quartal aufgrund ihrer Zinssensitivität etwas unter Druck gekommen. Trotz der höheren Obligationenrenditen sind die Ausschüttungsrenditen von Immobilienfonds jedoch weiterhin attraktiver und rechtfertigen für uns die taktische Übergewichtung.

Wenn sich die Wirtschaft erholt, ist Gold als sicherer Hafen nicht mehr gefragt. Die gestiegenen Zinsen und der starke US-Dollar lasteten entsprechend auf dem zinslosen Edelmetall. Sollten die höheren Zinsen jedoch die Börsen früher oder später belasten, dürfte Gold wieder verstärkt nachgefragt werden. Wir halten an der leichten Übergewichtung fest.

Ausblick

Der starke Zinsanstieg seit Jahresanfang basiert auf zunehmenden Inflationssorgen. In der Tat dürfte die Teuerung kurzfristig anziehen – dies allerdings vor allem, weil sich die Inflation bisher auf einem extrem tiefen Niveau bewegt hat. Nachhaltig wird diese Entwicklung aus unserer Sicht nicht sein.

Aktuell herrscht viel Optimismus unter den Anlegern. Auch wenn es durchaus Stimmungsaufheller gibt, mahnt die Euphorie kurzfristig etwas zur Vorsicht. Temporäre Turbulenzen sollten angesichts der wieder steigenden Anzahl an Neuinfektionen sowie der Lieferengpässe bei der Impfstoffbeschaffung nicht überraschen.

Video-Podcast 4. Quartal 2020

Video-Podcast 3. Quartal 2020

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