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Pensionierung: 5 Fragen, die Sie sich ab 50 stellen sollten

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Frühpensionierung, Weltreise oder gemütlicher Ruhestand in den eigenen vier Wänden. Was wie ein Wunschkonzert klingt, hängt in Tat und Wahrheit von Ihrer finanziellen Situation ab. Damit sollten Sie sich spätestens mit 50 auseinandersetzen – vor allem auch um sich Steuerersparnisse zu sichern. Mit diesen 5 Fragen stellen Sie die Weichen für eine sorgenfreie Zukunft.

 

Auswirkungen auf Vermögen, Arbeit und Wohnsituation

Es ist nie zu früh sich mit der Pension auseinander zu setzen – aber irgendwann zu spät. Ab 50 ist es daher definitiv an der Zeit. Die Zeitspanne bis zur Pensionierung ist überschaubarer und Sie können abschätzen, wo Sie in rund 15 Jahren im Hinblick auf Vermögen, Arbeit und Wohnsituation stehen werden. Gleichzeitig bleibt Ihnen noch genügend Zeit, Weichen zu stellen und Optimierungen vorzunehmen. Die folgenden 5 Fragen geben Ihnen dabei Orientierung.

 

1. Habe ich genug Geld, um meinen Lebensstandard zu halten?

Die Finanzen stehen im Zentrum der Pensionierungsplanung. Verschaffen Sie sich in einem ersten Schritt Klarheit darüber, über wie viel Geld Sie im Alter voraussichtlich verfügen werden; dazu gehören insbesondere AHV-Rente, Pensionskassenguthaben, Gelder aus der Säule 3a sowie privates Vermögen.

Planen Sie in einem zweiten Schritt, wie viel Sie nach der Pensionierung zum Leben brauchen. Viele Erwerbstätige gehen davon aus, dass die Ausgaben nach der Pensionierung zurückgehen. Dies ist jedoch oft Irrglaube. Die Kosten bleiben in der Regel konstant oder sinken viel weniger stark als erwartet. Falls Soll und Ist nicht übereinstimmen, müssen Sie jetzt handeln. Legen Sie sich einen Plan zurecht, wie Sie die finanzielle Lücke in den nächsten Jahren verkleinern oder ganz schliessen wollen. Dazu bieten sich beispielsweise Einzahlungen in die Säule 3a oder – sofern möglich – der Einkauf in die Pensionskasse an. So verbessern Sie nicht nur ihr Altersguthaben, sondern sparen auch Steuern. Und mit einer passenden Anlagestrategie sorgen Sie dafür, dass Ihre frei verfügbaren liquiden Mittel von den Renditechancen am Kapitalmarkt profitieren.

Tipp

 

Tipp: Mit dem Raiffeisen Vorsorge-Radar analysieren Sie Ihre finanzielle Situation mit wenigen Klicks. Berechnen Sie, wie es um Ihr voraussichtliches monatliches Einkommen aus AHV, Pensionskasse und 3.-Säule-Guthaben steht! 

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2. Kann ich mir eine Frühpensionierung leisten?

Viele Arbeitnehmer möchten vor dem ordentlichen Pensionsalter in Rente gehen. Die AHV-Rente kann man ein oder zwei Jahre vorziehen, die meisten Pensionskassen erlauben einen Bezug der Altersleistungen ab 58 oder 60 Jahren. Das hat allerdings finanzielle Folgen: Wer früher in Pension geht, erhält lebenslang tiefere Renten. Pro Vorbezugsjahr bezahlt die Pensionskasse bis zu 5 Prozent weniger, die AHV sogar fast 7 Prozent.

Ob Sie sich eine Frühpensionierung leisten können, hängt also massgeblich davon ab, ob ihre finanziellen Reserven gross genug sind, um die tieferen Renten auszugleichen, oder ob sich Ihre Ausgaben im Alter entsprechend reduzieren lassen. Das können Sie nur mit einer individuellen Budgetplanung herausfinden.

Tipp

 

Tipp: Unsere Fachleute helfen Ihnen dabei, Ihre finanzielle Situation zu analysieren. So erkennen Sie, ob eine Frühpensionierung finanziell überhaupt tragbar ist.

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3. Soll ich mein Pensionskassenguthaben als Rente oder Kapital beziehen?

Bei vielen Pensionskassen können Sie Ihr Vorsorgeguthaben entweder als lebenslange Rente beziehen oder sich das gesamte Kapital oder Teile davon bei der Pensionierung auszahlen lassen. Welcher Weg für Sie vorteilhafter ist, hängt von vielen Faktoren ab: Neben den finanziellen und steuerlichen Fakten sollten Sie immer auch psychologische Aspekte und individuelle Vorlieben berücksichtigen. Diese Tabelle hilft Ihnen bei der Entscheidung

Wer eher vorsichtig ist und sich nicht um die Verwaltung des Vermögens Gedanken machen will, fährt mit einer Rente besser. Sie deckt zudem das Langlebigkeitsrisiko ab d.h. die Ungewissheit auf die Frage, wie lang ihre effektive Lebensspanne nach der Pensionierung noch sein wird. Wer in Anlagefragen mitbestimmen will, frei über sein Geld verfügen und es beispielsweise im Todesfall jemandem vererben möchte, entscheidet sich eher für die Kapitalauszahlung. Daneben gibt es eine Vielzahl von Mischformen, die Ihrem individuellen Bedürfnis nach Sicherheit einerseits und Freiheit andererseits Rechnung tragen.

Wichtig  zu wissen

 

Wichtig zu wissen: Welcher Typ Sie sind, beeinflusst weitere finanzielle Entscheide rund um die Pensionierung – beispielsweise wie hoch ihre eiserne Bargeldreserve für unvorhergesehene Ausgaben sein soll oder mit welchem Risiko Sie Ihr frei verfügbares Vermögen anlegen.

   

4. Kann ich weiterhin in meinen eigenen vier Wänden wohnen?

Viele Menschen wünschen sich, im Alter weiterhin in ihren eigenen vier Wänden zu wohnen. Das ist nachvollziehbar, aber nicht immer möglich und sinnvoll. Im Alter lässt die körperliche Fitness nach; auch Ihre finanzielle Situation und die Ansprüche ändern sich. Damit Sie im Alter nicht plötzlich zu einem Umzug zur Unzeit gezwungen sind, sollten Sie sich bereits frühzeitig Gedanken machen, wie und wo Sie auf lange Frist wohnen möchten.

Stellen Sie sicher, dass Ihr Wunschheim auch in 20 Jahren noch finanziell tragbar ist. Wohnen gehört zu den grössten Posten im Haushaltbudget; wenn Sie hier 5 oder 10 Prozent einsparen können, hat das eine grosse Wirkung. Fragen Sie sich darum: Ist mieten sinnvoller als Wohneigentum zu besitzen? Brauchen Sie eine Familienwohnung oder reicht ein Kleinhaushalt? Achten Sie zudem auf eine altersgerechte Wohnsituation: Wie wichtig sind Ihnen die Nähe zu Familie und Freunden, eine gute Verkehrsanbindung, Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten? Und: Eignet sich eine eigenständige, eine gemeinschaftliche oder eine betreute Wohnform am besten für Sie? Entscheiden Sie sich rechtzeitig, denn gerade für betreutes Wohnen können die Anmeldefristen sehr lang sein.

Tipp

 

 

Tipp: Hilfreiche Informationen zum Thema Wohnen im Alter finden Sie auf der Serviceplattform Raiffeisen Casa.

5. Was mache ich nach der Pensionierung?

Nach der Pensionierung sind Sie selber dafür verantwortlich, wie Sie Ihre Zeit nutzen. Ihr Tagesablauf wird nicht mehr von Meetings, Terminen und Einsatzplänen strukturiert, der Arbeitgeber gibt Ihnen keine Jahresziele mehr vor und die Einladungen zu Kundenanlässen versiegen.

Damit nach dem letzten Arbeitstag nicht die grosse Leere auf Sie wartet, sollten Sie sich frühzeitig darauf vorbereiten. Überlegen Sie sich, was Sie im Ruhestand machen möchten und welche Ziele sie erreichen wollen. Wollen Sie sich vermehrt Ihren Hobbies widmen, mit Freiwilligenarbeit anderen etwas Gutes tun oder sich selbst einen Traum erfüllen? Gerade grössere Unterfangen – beispielsweise die lang ersehnte Weltreise – verlangen nämlich auch nach einem finanziellen Polster.  

Wichtig zu wissen

 

Wichtig zu wissen: Je früher Sie Ihre Ziele und Pläne kennen, desto eher können Sie damit beginnen, konkret darauf hinzuarbeiten und sich auch finanziell optimal darauf vorzubereiten. Hilfreiche Informationen dazu finden Sie im Pensionsratgeber.

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