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Die Kunst des Unterhalts

11.12.2018 |
  • Unser Unternehmen

Raiffeisen engagiert sich in der Schweiz seit mehr als drei Jahrzehnten im Bereich Kunst am Bau und hat dabei bereits über 60 ortsspezifische Kunstwerke zusammen mit Schweizer Künstlern verwirklicht. Viele Kunstwerke befinden sich im öffentlichen Raum und sind so direkt diversen Umwelteinflüssen und Abnutzungsgefahren ausgesetzt. Am Hauptsitz in St.Gallen gehört es zur Aufgabe des Facility Management-Teams, diesen wertvollen kulturellen Beitrag von Raiffeisen regelmässig zu unterhalten und zu pflegen.

Der Rote Platz in St.Gallen.

Um den Roten Platz in St.Gallen instand zu halten, muss er alle sieben Jahre abgeschliffen und mit neuem Granulat versehen werden.

Im Jahre 2005 wurde die stadtlounge in St. Gallen eröffnet. Der öffentliche Platz im Bleicheli-Quartier wird einerseits als die Krönung der Raiffeisen-Überbauung gesehen, ist aber auch eine Bereicherung für die St. Galler Innenstadt und ein weltweit anerkanntes Kunstwerk im öffentlichen Raum. Die Künstlerin Pipilotti Rist und der Architekt Carlos Martinez kreierten ein in Rot gefärbtes öffentliches Wohnzimmer, möbliert mit Bänken, Tischen, einem Sportwagen und beleuchtet von «Bubbles». Vor zwei Jahren wurde diese aussergewöhnliche Lichtinstallation wieder auf Vordermann gebracht – sowohl optisch wie auch funktional.

 

Bubbles leuchten nun intensiver und effizienter

Eine Leucht-Bubble wird mit einer Hebebühne auf LED umgerüstet.
St. Gallen: Die 16 «Bubble»-Lichtinstallationen des öffentlichen Kunstwerkes von Pipilotti Rist und Carlos Martinez wurden mit Hebebühnen gereinigt und auf LED umgerüstet.

Während die Licht-Bubbles mit Hebebühnen gründlich gereinigt wurden, hat das Team von David Eigenmann die Leuchtquellen auf LED-Technik umgerüstet und ein ausgeklügeltes Heizsystem für die Verhinderung von Eiszapfenbildung eingebaut. «Wir wollten das Kunst am Bau-Werk nicht verändern, sondern in erster Linie effizienter gestalten. Ziel war es, Energie zu sparen, den Wartungsaufwand zu vermindern sowie zum Schutz von Passanten ein Temperaturüberwachungssystem einzubauen, damit wir bei Schnee und Eis die Heizkörper aktivieren können», so Eigenmann, der als Elektroingenieur bei Raiffeisen arbeitet.

Seitdem die LED-Leuchtmittel und das neue Heizsystem im Gebrauch sind, wurde bereits 70 Prozent Energie eingespart. Ein erfreuliches Resultat, findet Eigenmann. «Zudem leuchten nun die Farben der Beleuchtungskörper viel intensiver als früher!», sagt er.

Die gesamte Umrüstung der Bubbles wurde im Einvernehmen mit den Schöpfern des Kunstwerkes, Pipilotti Rist und Carlos Martinez, sowie dem Stadtwerk St.Gallen umgesetzt. Auch die Neuprogrammierung der Farbwechsel der Bubbles wurde mit den Künstlern abgestimmt.

 

Neue Frische für den roten Platz

Nicht nur die Beleuchtungskörper der stadtlounge benötigen kontinuierliche Pflege und Unterhalt, auch der rote Belag des Platzes wird alle sieben Jahre instand gesetzt. In den nächsten zwei Jahren ist es wieder soweit: Der rote Platz wird einem Refreshing unterzogen, denn durch das Wetter und andere Abnutzung verliert der Belag an Farbe. Der Aufwand für die Auffrischung sei jeweils sehr hoch, wie Sebastian Lipowicz von Raiffeisens Bau & Immobilien erklärt. «Um die einzelnen Flächen aufzufrischen, muss der rote Platz in mehreren Etappen abgesperrt werden. Zuerst schleifen wir die Oberfläche ab und tragen dann frisches Granulat auf. Gleichzeitig erneuern wir alle Anschlüsse an Gebäude und den Asphalt, und auch die Möbel erhalten eine neue Beschichtung.» Ausserdem muss die Auffrischung bei warmem und trockenem Wetter ausgeführt werden, denn sonst wird die Austrocknung der Farbe riskiert. 

Ein Mann in Schutzanzug schleift den Belag des Roten Platzes ab.
Der Erneuerung vom Tartanboden des Roten Platzes in St.Gallen wurde mit grösster Sorgfalt und in Schutzanzügen ausgeführt.

«Aber der Aufwand lohnt sich: Nach dem Refreshing leuchtet der Rote Platz wie bei der Eröffnung. Die vielen Besucher und Raiffeisen-Mitarbeitende werden sich darüber freuen», so Lipowicz. Das regelmässige Refreshing des Roten Platzes – welcher teils öffentlicher Grund und teils der Raiffeisen ist – wird jeweils in enger Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt der Stadt St. Gallen durchgeführt. 

Kunstwerke als Unternehmensidentifikation 

Auch Raiffeisen Kunstverantwortliche Donata Gianesi ist es wichtig, dass das Kunstprojekt von Pipilotti Rist und Carlos Martinez kontinuierlich gepflegt und aufgefrischt wird. Andererseits geht es ihr beim Unterhalt der Kunstwerke am Bau auch um deren Wertschätzung: «Kunst im öffentlichen Raum ist dem direkten Kontakt mit der Umwelt ausgesetzt: meteorologische Einflüsse, Umweltverschmutzung, Kontakt mit Tier und Mensch. Menschen reagieren mit Begeisterung, aber auch mit Vandalismus. Schlecht unterhaltene Kunstwerke bieten meiner Meinung nach einen erbärmlichen Anblick», so Gianesi.

Donata Gianesi, Kunstverantwortliche von Raiffeisen Schweiz.
Donata Gianesi ist Kunstverantwortliche von Raiffeisen Schweiz.

Weiter erklärt die Kunsthistorikerin: «Der gute Unterhalt zeigt die Freude an der unternehmenseigenen Kunst, welcher ein hoher Identifikationswert beigemessen wird. So wie wir bei Raiffeisen sorgfältig unsere Kunden pflegen, legen wir auch grossen Wert auf die Pflege der Raiffeisen-Kunstwerke. Wir sind stolz darauf, dass anfangs Dezember 2018 - anlässlich der Wiedereröffnung der Bankhalle der Raiffeisenbank St. Gallen - eine weitere Kunstinstallation eingeweiht wird: Die monumentale Fotokunst von Beat Streuli von 2003 erscheint in einer neuen Version auf den Glasfronten. Daneben ragt eine über 14 Meter hohe Plastik auf, die der Walliser Künstler Valentin Carron speziell für den neuen Lichthof aus Harassenmodulen konzipiert hat.»

Die Wiederinbetriebnahme der Raiffeisenbank St.Gallen ist am 10. Dezember 2018.

 

 

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