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Was ändert sich durch die Reform der Altersvorsorge 2020?

15.09.2017 |
  • Wirtschaft

Am 24. September entscheidet das Schweizer Stimmvolk über die «Rentenreform 2020». Thomas Rütimann, Finanzplaner beim Kompetenzzentrum Fachberatung von Raiffeisen Schweiz, erklärt, was die wichtigsten Punkte der Reform sind.

altersvorsorge

Altersvorsorge 2020

Am 6. Juli 1947 sagten die Schweizer Ja zu einer solidarischen Altersvorsorge. Das war die Geburtsstunde der AHV. Nun, 70 Jahre später, ist die finanzielle Stabilität des wichtigsten Sozialwerks des Landes in Gefahr. «Denn der Anteil der älteren Bevölkerung wird immer grösser, während die Renditen tief sind. Deshalb will der Bund die 1. und die 2. Säule einer Revision unterziehen», sagt Thomas Rütimann, Finanzplaner bei Raiffeisen Schweiz. Am 24. September findet die Abstimmung über die Reform der Altersvorsorge 2020 statt. «Sagt das Volk Ja zu der Vorlage, dann wird sich einiges ändern. Teils löst die Reform Mehrausgaben aus, teils generiert sie Mehreinnahmen und bringt Einsparungen.»

 

Der PK-Umwandlungssatz sinkt von 6,8 auf 6 Prozent

Der Umwandlungssatz, mit dem das in der obligatorischen beruflichen Vorsorge angesparte Kapital in eine Rente umgewandelt wird, wird ab 2019 bis ins Jahr 2021 schrittweise von 6,8 auf 6 Prozent gesenkt. «Damit soll die zweite Säule, sprich die Pensionskasse stabilisiert werden», erklärt Rütimann.

 

Die AHV-Rente steigt um 70 Franken

«Ab dem Jahr 2019 erhalten Neurentner 70 Franken mehr AHV-Rente pro Monat», sagt Rütimann weiter. Gleichzeitig gibt es auch Anpassungen bei Ehepartnern, die in Rente gehen. AHV-Renten von Ehepartnern werden ab 2019 bei 155 Prozent der Maximalrente plafoniert und nicht mehr wie bisher bei 150 Prozent. «Um diese Massnahme auszugleichen werden die AHV-Beiträge im Lohn um 0,3 Prozent erhöht – jedoch erst ab dem Jahr 2021». Zudem werden die 0,3 Prozentpunkte, über die sich zurzeit ein Teil der IV finanziert, ab 2018 in die AHV fliessen. 

 

Das Rentenalter der Frauen steigt auf 65

Eine weitere zentrale Änderung ist, dass das Referenzalter der Frau von 64 auf 65 Jahre erhöht wird. «Diese Anpassung erfolgt ab dem Jahr 2018 in Dreimonatsschritten», sagt Rütimann. «Das heisst, Frauen mit Jahrgang 1953 werden noch mit 64 pensioniert. Jene mit Jahrgang 1957 mit 65 Jahren.»

 

Flexibilisierung der Pensionierung

Die Reform macht die flexible Pensionierung zwischen 62 und 70 Jahren möglich. Wer vor 65 in Pension geht, dem wird die Rente etwas weniger stark gekürzt als bisher. Wer später aufhört zu arbeiten, bekommt etwas geringere Zuschläge.

 

«Ziel der Reform ist natürlich die Sicherung des Lebensstandards. Doch vor und nach der Reform haben wir immer noch das gleiche Problem: und zwar decken die erste und die zweite Säule im Alter nicht die gewohnte Lebenshaltung ab», sagt Rütimann. «Es braucht also weitere Massnahmen.» Beispielsweise zusätzliche Einkäufe in die Pensionskasse, ein 3a-Konto oder einen Fonds-Sparplan. «Eine weitere Möglichkeit wäre auch länger zu arbeiten.»