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Checkliste – Letzte Dinge regeln

29.08.2016 |
  • Gesellschaft

Wer sich frühzeitig mit der letzten Lebensphase, dem Tod und seinen Folgen auseinandersetzt, kann den Angehörigen vieles erleichtern. Die beiden Checklisten helfen dabei, wie man für sich und seine Liebsten vorsorgt und bei dem, was bei einem Todesfall alles bedacht und erledigt werden muss.

 

Vor dem Tod – Wie sorge ich vor? 

TESTAMENT: In einem Testament bestimmen Sie, wer welche Gegenstände und wieviel Vermögen aus Ihrem Nachlass erhalten soll. Dabei müssen Sie die Pflichtteile beachten. Damit Ihr Testament gültig ist, müssen Sie es von Hand verfassen, datieren und unterschreiben.

 

FAMILIE ABSICHERN: Auch wenn niemand gerne darüber redet: ein Ehe- und Erbvertrag hilft, Konflikte zu vermeiden. Insbesondere dann, wenn die Familienverhältnisse kompliziert sind oder man sichergehen will, dass die Hinterbliebenen finanziell abgesichert sind. Im Erbvertrag können Sie gemeinsam mit Ihren Erben die spätere Erbteilung verbindlich festlegen. Vom Pflichtteil geschützte Erben können darin teilweise oder ganz auf ihren Pflichtteil verzichten.

 

TODESFALLVERSICHERUNG: Um finanzielle Engpässe zu vermeiden, können Sie eine Todesfallversicherung abschliessen. Die vertraglich festgelegte Todesfallsumme fällt nicht in den Nachlass, sie muss also nicht mit den übrigen Erben geteilt werden.

 

BETREUUNG FÜR KINDER: Wer im Todesfall für die Kinder sorgt, entscheidet die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) am Wohnsitz der Kinder. Den Entscheid können Sie massgeblich beeinflussen, indem Sie frühzeitig einen Vormund Ihres Vertrauens schriftlich vorschlagen. Legen Sie ein Exemplar dieses Schriftstücks ins Familienbüchlein/zum Familienausweis oder zum Schriftenempfangsschein, händigen Sie ein zweites Ihrem Wunschvormund aus. Die Behörde ist zwar nicht an Ihre Wünsche gebunden, muss sie aber berücksichtigen, wenn keine wichtigen Gründe dagegensprechen.

 

BESTATTUNGSWUNSCH: Haben Sie genaue Vorstellungen, wie Sie bestattet werden möchten, können Sie einen Bestattungswunsch hinterlassen und in einem Testament einen Willensvollstrecker einsetzen. Noch weiter geht ein Vorsorgeauftrag, womit Sie die Planung mit einem Bestattungsinstitut vereinbaren und Dienstleistungen im Voraus einkaufen. Die Dokumente hinterlegen Sie am besten bei der Wohngemeinde und legen den nötigen Betrag auf ein Konto.

 

DOKUMENTE UND PASSWÖRTER: Für die Angehörigen ist es hilfreich, wenn Sie wichtige Dokumente, Verträge, Kontoinformationen, Schlüssel und Passwörter gut zugänglich ablegen. Beachten Sie aber, dass diese vor dem Zugriff Dritter geschützt werden müssen.

 

VOLLMACHT: Haben Sie Unternehmen, können Sie einer Vertrauensperson eine Vollmacht geben, damit diese Sie im Fall Ihres Todes oder Ihrer Urteilsunfähigkeit vertritt und Geschäfte tätigen kann. Die Vollmacht kann durch die Erben widerrufen werden.

 

ERBVORBEZUG: Zu Lebzeiten verfügen Sie frei über Ihr Vermögen und können Schenkungen oder Erbvorbezüge gewähren. Besprechen Sie das Thema offen mit Ihren Kindern. Idealerweise erhalten alle Kinder gleich viel oder sind darüber informiert, wenn eines der Geschwister mehr bekommt und wenn nach Ihrem Tod ausgeglichen wird. Halten Sie alle Schenkungen und Erbvorbezüge schriftlich fest.

 

LIEGENSCHAFTSÜBERGABE ZU LEBZEITEN: Keiner wünscht es sich, aber oft bleibt einem im Alter nichts anderes übrig, als ins Pflegeheim zu gehen. Das ist teuer und kann Hauseigentümer dazu zwingen, ihr (ehemaliges) Heim zu verkaufen, um mit dem Erlös die Heimkosten zu bezahlen. Damit es nicht so weit kommt, können Sie das Haus im Voraus den Nachkommen vermachen, aber trotzdem weiter darin wohnen.

 

VERMÄCHTNIS: Sie können einzelnen Personen ein Vermächtnis (Legat) ausrichten. Vermachen kann man bestimmte Sachen wie Schmuck, eine Geldsumme oder auch Rechte, etwa ein Wohnrecht.

 

PATIENTENVERFÜGUNG: Darin bestimmen Sie über medizinische Behandlungen, lebensverlängernde Massnahmen, Organspende oder die Entbindung vom Arztgeheimnis, falls Sie selber nicht mehr in der Lage sind, Ihre Wünsche zu äussern, weil Sie zum Beispiel im Koma liegen.

 

 

Nach dem Tod – Was es zu regeln gibt

 

TOTENSCHEIN: Nach einem Unfall, bei Verdacht auf eine Gewalttat oder bei einem Suizid müssen Sie sofort die Polizei benachrichtigen.

 

ANGEHÖRIGE INFORMIEREN: Zudem sollten Sie den Arbeitgeber des Verstorbenen informieren und klären Sie mit Ihrem Arbeitgeber, wie viele Tage Sie der Arbeit fern bleiben können.

 

LETZTER WUNSCH: Suchen Sie in den Unterlagen des Verstorbenen nach einem Organspenderausweis, Anordnungen für die Beerdigung und allfälligem Vorsorgevertrag mit einem Bestattungsunternehmen. Sprechen Sie auch mit anderen Angehörigen darüber, was für Vorstellungen bestehen.

 

BEHÖRDEN BENACHRICHTIGEN: Melden Sie den Todesfall innert zwei Tagen beim Zivilstandsamt am Sterbeort und – falls abweichend – zusätzlich am Wohnort des Verstorbenen. Bringen Sie den Totenschein und, falls vorhanden, das Familienbüchlein oder Familienschein, Schriftenempfangsschein, Pass oder Identitätskarte und bei ausländischen Staatsangehörigen den Ausländerausweis mit.

 

BESTATTUNG: Der Zivilstandsbeamte bespricht mit Ihnen die Überführung, Bestattung, Abdankung und Todesanzeige. Einige Gemeinden übernehmen einen Teil der Kosten. Sie können ein Bestattungsunternehmen beauftragen, Aufgaben zu übernehmen, die Sie nicht erledigen möchten.

 

VERSICHERUNGEN: Rufen Sie die Unfall- und Lebensversicherung des Verstorbenen an und teilen Sie den Tod auch schriftlich mit. Hat der Verstorbene einen Vorsorgevertrag abgeschlossen, müssen Sie diese Organisation informieren.

 

NACHLASS SCHÜTZEN: Wenn Sie befürchten, dass sich jemand unrechtmässig am Nachlass des Verstorbenen bereichern möchte, sollten Sie Sicherungsmassnahmen ergreifen: Als Miterbe können Sie Vollmachten des Erblassers widerrufen und bei der Gemeinde die Aufnahme eines Sicherungsinventars verlangen – oder sogar eine Versiegelung der Wohnung.

 

TODESANZEIGE UND TRAUERKARTEN: Die Gemeinde veröffentlicht unentgeltlich im Amtsblatt eine knappe amtliche Todesanzeige. Sie können zusätzlich eine private Todesanzeige gestalten und diese bei verschiedenen Zeitungen publizieren. Diese kann als Vorlage für die Trauerkarten dienen.

 

ERBSCHAFT: Reichen Sie Testamente, Erbverträge oder Eheverträge bei der zuständigen Stelle ein. Wenn Sie sichergehen wollen, dass Sie keine Schulden erben, sollten Sie abklären, ob Sie mit dem Nachlass auch Schulden übernehmen Sind Sie unsicher, können Sie innert eines Monats ein öffentliches Inventar beantragen. Sie können das Erbe auch sofort ausschlagen – bis spätestens drei Monate nach dem Tod.

 

VERTRÄGE: Überprüfen Sie Verträge des Verstorbenen und kündigen Sie diese (Krankenkasse, Mietvertrag, Telefon, Abos etc.). Klären Sie mit den Miterben die Räumung der Wohnung und wer was behalten darf. RENTE: Witwen, Witwer und Waisen klären ihre Rentenansprüche mit der AHV-Ausgleichskasse, der Pensionskasse und bei der Unfallversicherung ab.

 

RENTE: Witwen, Witwer und Waisen klären ihre Rentenansprüche mit der AHV-Ausgleichskasse, der Pensionskasse und bei der Unfallversicherung ab.

 

GRAB: Nach den vielen administrativen Aufgaben ist der letzte Schritt ganz dem Gedenken an den Verstorbenen gewidmet: einen passenden Grabstein bestellen und den gewünschten Grabunterhalt bestimmen und organisieren.