Zur Übersicht

Know-how statt Geld spenden

21.12.2016 |
  • Gesellschaft

Eine gemeinnützige spendenfinanzierte Stiftung, die Familien mit lebenslimitiert erkrankten Kindern unterstützt – das ist pro pallium. Von Mitte April bis Ende Oktober haben drei Raiffeisen-Mitarbeiter die Stiftung bei einer IT-Lösung unterstützt. Die Ausgangslage: pro pallium verfügt über dezentrale Arbeitsplätze und hat keinen Server, auf den alle Koordinatoren Zugriff auf gemeinsame Daten haben. Die drei Experten Beat Jörg, Marcel Meier und Florian Blessner übernahmen die Aufgabe, eine zentrale, sichere und kostengünstige Koordinationsplattform für die Einsätze und Freiwilligenarbeit aufzubauen.

v.l.n.r. Marcel Meier, Beat Jörg, Florian Blessner

v.l.n.r. Marcel Meier, Beat Jörg, Florian Blessner

Was hat euch dazu bewegt, beim «Community Engagement» mitzumachen?

Marcel Meier (MM): Mein Abteilungsleiter hatte mich angefragt, ob ich Interesse hätte, das Projekt von pro pallium zu unterstützen. Der Gedanke, mit meinem Wissen einer wohltätigen Institution weiterzuhelfen, reizte mich besonders. Hinzu kam, dass für einmal nicht das Finanzielle an vorderster Stelle stand.

Florian Blessner (FB): Den Ansatz von Raiffeisen, kein Geld, sondern Know-how zu spenden, fand ich äusserst ansprechend. Ausschlaggebend für meine Zustimmung war, dass es sich um eine gemeinnützige Arbeit handelte. Zudem war es für mich eine willkommene Abwechslung zum Banken-Umfeld.

Beat Jörg (BJ): Auch für mich war das «Community Engagement» eine grossartige Gelegenheit, um meine Fähigkeiten gemeinnützig einzusetzen.

 

pro pallium – ein Projekt, das euch bestimmt auch emotional gefordert hat, oder?

FB: Wir hatten keinen direkten Kontakt zu den betroffenen Kindern und den Personen im nahen Umfeld, wobei man sich dennoch Gedanken darüber macht. In Anbetracht der sehr wertvollen Arbeit von pro pallium wollten wir eine möglichst passende Lösung für sie auf die Beine stellen, damit die Familien bestmöglich unterstützt werden können.

MM: Genau, den direkten Kontakt mit den Familien hatten wir nicht, da unser Projekt war von technischer Natur war. Trotzdem wurde mir nach Gesprächen mit den Mitarbeitern bewusst, wie dankbar meine Frau und ich sein können, zwei gesunde Kinder aufzuziehen.

BJ: Es gab einen Moment, indem ich einen kleinen indirekten Kontakt zu den Schicksalen hatte. Und zwar, als ich in einem Sitzungszimmer stand. Darin hing eine Schweizerkarte mit den aktuell betreuten Familien und den Fotos der Kinder, die nicht mehr bei uns sind. Das hat mich tief bewegt und zeigt.

 

Was hat euch während des Einsatzes speziell beindruckt?

FB: Sehr beeindruckt hat mich vor allem das Engagement von Cornelia Mackuth-Wicki und Susanne Wicki van Gils von pro pallium. Die beiden sind auf einem Gebiet tätig, das bedrückend und belastend sein kann. Trotzdem sind sie mit viel Enthusiasmus unterwegs und machen einen grossartigen Job.

MM & BJ: Dem können wir nur zustimmen. Überdies war ihre Dankbarkeit für unseren Einsatz immer extrem hoch und von Herzen spürbar – das motivierte uns natürlich.

 

Was hat der Einsatz euch persönlich gebracht?

BJ: Ich durfte Cornelia und Susanne als ein Teil von pro pallium kennenlernen – zwei wundervolle Menschen. Den selbstlosen und unermüdlichen Einsatz, den die beiden und alle anderen Freiwilligen jeden Tag für pro pallium leisten, ist sehr bewundernswert.

MM: Ich konnte mich wieder einmal mit anderen Dingen auseinandersetzen. Die Technik ist das eine, der Mensch und die Abläufe das andere. Es war eine sehr interessante Zeit.

FB: Es war sehr spannend, die Einsatzorganisation besser kennenzulernen – vor allem dessen Wichtigkeit. Viele solche Hilfswerke tragen zu mehr Menschlichkeit in der Schweiz und auf der ganzen Welt bei. pro pallium leistet hier grosse Arbeit. Durch das «Community Engagement» wurde mir die Notwendigkeit solcher Stiftungen noch bewusster.

 

Das sagen die Verantwortlichen von pro pallium über die Zusammenarbeit:

Susanne Wicki van Gils
Susanne Wicki van Gils

Susanne Wicki van Gils:

Vonseiten Volunteers erfuhren wir eine unabhängige, hochprofessionelle Bedürfnisabklärung, auch die sehr guten Informationen dienten uns als Entscheidungsgrundlagen. Überdies war die Teamarbeit mit einer Portion Humor gewürzt. Intern sprachen wir nur noch von unseren «Raiffeisen-Kollegen». Eine erfolgreiche und absolut geglückte Zusammenarbeit, bei der das hohe persönliche Engagement aller drei Herren unsere Vorstellungen bei weitem übertraf.

Cornelia Mackuth-Wicki
Cornelia Mackuth-Wicki

Cornelia Mackuth-Wicki:

Durch die Zusammenarbeit mit den Volonteers hat sich uns ein neuer Bereich, neue Denk- und Herangehensweisen erschlossen. Hilfreich war die Kommunikationskompetenz der Volonteers, welche ihre Spezialkenntnisse in eine verständliche und nachvollziehbare Sprache umsetzen konnten und uns kontinuierlich auf dem aktuellen Projekt-Stand hielten.

Raiffeisen «Community Engagement» 

Mit dem «Community Engagement» unterstützt Raiffeisen ausgewählte kleine bis mittelgrosse Non-Profit-Organisationen bei konkreten Problemstellungen. Kadermitarbeitende aus allen Sprachregionen arbeiten jeweils über den Zeitraum eines halben Jahres mit den Organisationen zusammen und bringen ihre Expertise und nachhaltige Lösungen ein. Ein Community-Engagement-Zyklus deckt die von Raiffeisen definierten Nachhaltigkeitsdimensionen Umwelt, Regionalwirtschaft, Mensch und Kultur ab.