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Der Oktokopter beisst nicht

16.06.2016 |
  • Innovation

Drohnen sind für die einen ein Spielzeug, für die anderen ein Gerät zur Ausübung ihres Jobs und für wiederum andere stellen sie eine Bedrohung dar. Unbestritten ist: Das mit einer Fotokamera bestückte Fluggerät liefert spektakuläre Bilder.

Stefan Forster ist Berufsfotograf aus Leidenschaft, ein Autodidakt, der sein Wissen gerne auch in Kursen weitergibt. Und der Ostschweizer ist einer, der sich mit Drohnen gut auskennt und diese mit Sorgfalt und Respekt selber fliegt und damit grossartige Bilder schiesst. So auch bei unserer Reportage der «Alten Wagnerei» in Eschlikon. Der Multikopter, wie er in der Fachsprache heisst, ist schnell startklar. Stefan Forster öffnet die Klappe seines Kombis, setzt die Drohne auf den Boden, montiert Kamera und Batterie und aktiviert die Fernsteuerung. Nach nicht einmal fünf Minuten ist der Multikopter schon startklar.

 

Kritik aus heiterem Himmel

Bevor Stefan Forster allerdings loslegt, bitte er mich noch, das WLAN auf meinem Handy auszuschalten. Dies ist nur eine Sicherheitsmassnahme, damit die Verbindung zu seinem Steuergerät nicht gestört wird. Dann hebt die mit acht Propellern bestückte Drohne mit lautem Surren ab und ist binnen Sekunden bereits hoch über uns. Forster hat stets Augenkontakt zum Oktokopter, er lässt ihn kreisen und kontrolliert auf dem Bildschirm der Fernbedienung sogleich die Qualität der Aufnahmen. Die Drohne fotografiert die hintere Ansicht des Hauses, als sich unvermittelt und unangekündigt Widerstand regt.

«Was machen Sie denn hier? Haben Sie eine Bewilligung?» tönt es ziemlich unwirsch und unhöflich. Stefan Forster bleibt ruhig, behält die Drohne im Auge und erklärt sachlich und nüchtern die Rechtslage. Und die ist klar: Ferngesteuerte Multikopter bis 30 Kilogramm Gesamtgewicht dürfen mit direktem Augenkontakt des Piloten ohne Bewilligung geflogen werden. So steht’s auch in einem Merkblatt des Bundesamtes für Zivilfahrt (BAZL). Eine Bewilligung ist nur dann zwingend nötig, wenn sich der Multikopter näher als 100 Meter Menschenansammlungen (über zwei Dutzend Menschen auf engem Raum) nähert oder einem zivilen oder militärischen Flugplatz zu nahe kommt.

 

Mission erfolgreich beendet

Eine Menschenansammlung hier in Eschlikon im schönen Tannzapfenland ist zu diesem Zeitpunkt bei bestem Willen nicht auszumachen. Die Frau bleibt hartnäckig und droht, die Polizei zu anvisieren. «Sie können dies gerne tun», gibt ihr Stefan Forster seelenruhig zur Antwort. Schnell wird der unnötig besorgten Person klar, dass der Einbezug der Polizei wohl ein ziemlich sinnloses Unterfangen ist. Sie zieht murrend und kopfschüttelnd von dannen. Auch für uns ist die Mission nach nicht einmal fünf Minuten beendet. Die Drohne landet wieder sicher auf der Wiese.

 

Statten Sie doch einmal Stefan Forsters Website einen Besuch ab. Die Flugaufnahmen von den Lofoten, Patagonien, Namibia und Island sind einfach nur umwerfend.