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Top Tipps: So holen Sie das Maximum aus der dritten Säule heraus

19.10.2017 |
  • Wirtschaft

Gemäss einer GfK-Umfrage aus dem Jahr 2016 haben rund 60 Prozent der Schweizer Bevölkerung eine private Altersvorsorge. Trotzdem wissen viele nicht, wie sie die Vorteile der dritten Säule am besten für sich nutzen können. Hier verraten Ihnen zwei Vorsorge-Experten, wie Sie mit ihrem Vorsorgekonto 3a für eine komfortable Pensionierung sparen können.

Rentnerpaar am Bootshafen

Finanziell sorgenfrei die Pensionierung geniessen – das wünschen sich doch alle. Die dritte Säule hilft die Vorsorgelücken zu schliessen.

Mehr als ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer sorgen privat nicht vor und haben sich gegen die dritte Säule entschieden. Was haltet sie davon ab? Eine GfK-Studie (im Auftrag von MoneyPark) besagt, dass fehlendes Wissen über die vorhandenen Vorsorge-Optionen sowie das Vertrauen in die erste und zweite Säule die Gründe für die Entscheidung gegen die private Altersvorsorge sein.

Experten sind sich jedoch einig, dass die gesetzliche Vorsorge maximal 60 bis 80 Prozent des gewohnten Haushaltseinkommens sichert. Werden die Weichen also nicht früh auf private Vorsorge gestellt, können Träume wie Frühpensionierung oder grössere Reisen im Alter platzen. Wir sprachen mit Experten über die Vorteile der privaten Altersvorsorge und hier sind ihre Ratschläge, wie Sie das Maximum aus der privaten Vorsorge herausholen können.

 

Werner Hertzog, unabhängiges Mitglied der Vorstandes vom Verein Vorsorge Schweiz

  1. Fangen Sie den Sparprozess möglichst frühzeitig an. Der Einstieg mit 50 Jahren ist eigentlich schon zu spät, weil Sie – im Gegensatz zur zweiten Säule – verpasste Jahre nicht einkaufen können.
     

  2. Schöpfen Sie von Beginn an den maximal möglichen Betrag aus. Auch wenn Sie Ihren Konsum etwas einschränken müssen, einen Teil bekommen Sie über die Steuerermässigung wieder zurück.
     

  3. Gemeinsam sparen. Wenn Sie es sich leisten können, dann sollte Ihr Partner und/oder Ihre Partnerin ebenfalls mit einem Vorsorgekonto 3a sparen.

  4. Lassen Sie sich beraten: Sie haben die Wahl zwischen einem Bankprodukt oder einem Versicherungsprodukt; beides hat Vor- und Nachteile.

  5. Schauen Sie auf die Anlagekosten, falls Sie das Anlagerisiko selber tragen. Es lohnt sich.

  6. Schauen Sie in diesem Fall auch auf das Risiko und diversifizieren Sie Ihre Anlagen möglichst gut: Sie können innerhalb gewisser Rahmenbedingungen das Risiko erhöhen oder auch senken.

  7. Planen Sie den Übergang in den Ruhestand. Eine optimale Planung spart eine Menge Steuern und im Falle einer frühzeitigen Pensionierung Sozialversicherungsabgaben.

  8. Machen Sie eine Finanzplanung! Alle Aspekte sind von Belangen: AHV, BVG, 3. Säule, eigene Immobilie, Hypotheken, sonstiges Vermögen, weiteres Einkommen, Erbgang etc.

 

Kurt Frehner, Geschäftsführer Raiffeisen Vorsorgestiftung

  1. Rente sichern: Die Rentenreform 2020 ist gescheitert und so fragen sich viele angehende Pensionierte, ob ihre Renten noch gesichert sind. Klar ist: um einen sorglosen Ruhestand zu geniessen, ist es für jeden einzelnen noch wichtiger, sich mit der eigenen, staatlich nicht vorgeschriebenen Vorsorge zu beschäftigen. Dafür ist ein Vorsorgekonto der Säule 3a eine gute Möglichkeit.

  2. Steuern sparen: Die jährliche Einzahlung auf Ihr Vorsorgekonto 3a können Sie direkt vom steuerbaren Einkommen abziehen und so erhalten Sie über die Reduktion Ihrer nächsten Steuerrechnung gleich einen massgeblichen Anteil der Einzahlung wieder zurück.

  3. Frühzeitig einzahlen: Zahlen Sie Ihren Vorsorgebeitrag schon früh im Jahr ein und profitieren Sie so das ganze Jahr vom Vorzugszinssatz der Säule 3a.

  4. Automatisch einzahlen: Erstellen Sie einen Dauerauftrag für Ihren jährlichen Beitrag auf Ihr Vorsorgekonto. So geht dieser nicht vergessen, denn die Einzahlung muss zwingend vor dem 31. Dezember auf dem Konto verbucht sein.

  5. Mehrere Vorsorgekonten: Mehrere Vorsorgekonten bringen Flexibilität und je nach Kanton zusätzliche Steuerersparnisse bei der Auszahlung. Je nach dem kann es Sinn machen, bis zu fünf Vorsorgekonten zu eröffnen, die man dann ab fünf Jahre vor der Pensionierung gestaffelt beziehen kann.

  6. Vorsorgefonds: Gerade im aktuellen Tiefzinsumfeld sind Investitionen in Vorsorgefonds vorteilhaft, weil damit potenziell eine höhere Rendite erwirtschaftet werden kann. Raiffeisen bietet dazu drei verschiedene Vorsorgefonds an, um seinem Anlageziel entsprechend investieren zu können. Lernen Sie auch unseren Fonds mit bis zu 70 Prozent Aktienanteil kennen, der günstig passiv investiert.
     
    Unsere Vorsorgefonds sind auch in der freien Vorsorge erhältlich. So können Sie nach Erreichen des AHV-Alters im gleichen Fonds investiert bleiben.

  7. Regelmässige Investition Vorsorge 3 Fonds-Sparplan: Durch den regelmässigen Kauf von Fondsanteilen für den gleichen Betrag, bei schwankenden Kursen, erhalten Sie einen Durchschnittspreis, der allfällige Kursausschläge ausglättet
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  8. Bezug frühzeitig planen: Beziehen Sie Vorsorgegelder aus der 2. Säule (Freizügigkeitskonto, Pensionskasse) und der Säule 3a nicht im gleichen Jahr. Ein allfälliger Bezug der Vorsorgegelder des Ehegatten ist ebenfalls mit zu berücksichtigen. So können Sie Ihre Steuerrechnung optimieren.

  9. Amortisation Hypothek: Planen Sie noch eine Amortisation ihrer Hypothek? Ein Teilbezug aus dem Vorsorgekonto Säule 3a ist nur bis fünf Jahre vor Erreichen des AHV-Alters möglich. Danach muss das gesamte Kapital bezogen werden.

  10. Sichern Sie Ihr Sparziel ab: Mit der nur bei Raiffeisen erhältlichen Sparzielabsicherung sichern Sie bei Erwerbsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall Ihre Sparbeiträge auf dem Raiffeisen Vorsorgekonto ab.