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Toll, dass es diese Erfindungen gibt

07.02.2018 |
  • Erlebnis

Auf welche Erfindungen würden Kinder nicht verzichten wollen? Gummibärli, Glacé oder Go Kart-Bahnen? Lehrpersonen oder Eltern hingegen nennen praktische Innovationen als ihre Lieblings-Erfindungen. Alles, was den Alltag erleichtert, gefällt. Hier stellen wir drei solche Erfindungen vor.

 

Die Viertklässler rutschen ungeduldig hin und her. Seit mehreren Minuten sucht der Lehrer verzweifelt nach den sorgfältig vorbereiteten Folien. Er hatte alles vorgezeichnet, vorgeschrieben und extra ein paar Lücken im Text gelassen, damit seine Schülerinnen und Schüler sich Adjektive passend zum Bild und Text ausdenken können. Als er die Folien endlich findet, gibt der Hellraumprojektor den Geist auf. Frustriert und genervt fängt der Lehrer an, den Inhalt der Folien auf die Wandtafel abzuschreiben.

Viele Lehrpersonen kennen diese oder ähnliche Szenen aus dem Klassenzimmeralltag. Die Lehrtätigkeit erfordert häufig das Einbinden unterschiedlicher Medien, Dokumente und Gegenstände. Ausserdem gehört die ständige Materialschlacht, das unzählige Kopieren, defekte (technische) Hilfsmittel und der stetig vorherrschende Platzmangel im Schulzimmer leider auch zu ihrem Alltag. Vor allem der veraltete Hellraumprojektor ist vielen Lehrpersonen einen Dorn im Auge – entweder stehe er im Wege oder er funktioniere immer genau dann nicht, wenn man ihn brauche, erzählt die Zürcher Primarlehrerin Isabelle Fontolliet (36). Braucht es denn den Hellraumprojektor im modernen Schulzimmer noch? «Nein eigentlich nicht», antwortet die Lehrerin. Denn zum Glück läuft der moderne Visualizer dem längst in die Jahre gekommenen Hellraumprojektor langsam aber sicher den Rang ab. «Es ist definitiv eine jener Erfindungen, die meinen Berufsalltag als Primarlehrerin extrem vereinfachen», betont Isabelle Fontolliet.

Eine Lehrerin führt mit dem Visualizer ein Farbexperiment durch.

Visualizer helfen im Schulalltag: Eine Lehrerin führt ein Farbexperiment durch und die Kinder können vom Platz aus alles mitverfolgen. / Fotokredit: Elmo Switzerland

Zeit sparend, praktisch und umweltschonend – diese Apparate ersetzen den Hellraumprojektor und auch die Wandtafel, da sie beispielsweise eine Seite aus einem Buch, die Notizen der Lehrpersonen oder den Lösungsweg im Schülerheft direkt an die Wand projiziert. Sogar dreidimensionale Gegenstände können mit dem Visualizer abgebildet werden. «Ich muss keine Folien mehr mühsam vorbereiten, viel weniger Seiten aus Büchern kopieren – und es hilft auch, wenn ich mal kurz improvisieren muss und etwas der gesamten Klasse zeigen möchte, ohne dass es alle gleich in die Hand nehmen oder von ihren Plätzen aufstehen müssen», so Fontolliet. Leider verfügen noch nicht alle Schweizer Schulzimmer über einen Visualizer. «Wir hoffen, dass dies bald zur Grundausstattung aller Schulhäuser gehören wird, denn der Visualizer sollte immer griffbereit im Schulzimmer stehen», erklärt die engagierte Lehrerin.

 

Kinderleichtes Schliessen und Wiederöffnen – der Velcro-Klettverschluss

Sei es wegen des nicht auffindbaren rechten Schuhes oder des Mini-Tobsuchtanfalls wegen der falschen Kappe – mit Kleinkindern pünktlich und vor allem nicht vollkommen verschwitzt aus dem Hause zu kommen, ist für die meisten Eltern eine allzu bekannte Szene. Da braucht es nicht noch extra Stolpersteine, um das Anzieh- und Aus-dem-Haus-geh-Prozedere weiter zu verlängern. Eine besonders clevere Schweizer Erfindung profiliert sich daher seit vielen Jahren als gekonnter Alltagshelfer bei Gross, aber vor allem auch bei Klein: Dank Velcro-Klettverschlüssen müssen keine mühsamen Schuhbändel mehr geschnürt werden.

Kinderschuhe mit Klettverschlüssen

Kinderschuhe mit Klettverschlüssen sind praktisch für die Eltern. Aber auch für die Kleinkinder: So schnell wie sie an sie, sind sie auch wieder ausgezogen!

Aber wer hat Velcro, den weltbekannten Klettverschluss erfunden? Auf einem Jagdausflug im Jahre 1941 kam dem Waadtländer Elektroingenieur Georges de Mestral die zündende Idee für die Herstellung des Klettverschlusses. Weil sich die Samen einer Wildpflanze am Fell seines Hundes sowie an seinen Wollsocken festklebten, suchte er nach einer einfachen Lösung, Fell und Wollsocken wieder zu reinigen. Zuhause untersuchte de Mestral die Samen unter dem Mikroskop und kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Inspiriert von der Natur entwickelte er daraufhin den ursprünglichen Verschluss aus Haken- und Flausch, eine Weltneuheit und gründete später die Firma Velcro, die bis heute das Verschlusssystem herstellt und weltweit vermarktet. Er brauchte Jahre, um die Zusammensetzung aus den richtige Textilien und Techniken zu verfeinern und perfektionieren. 1955 wurde seine Erfindung unter den Namen Velcro patentiert – das Wort Velcro setzt sich übrigens aus den französischen Begriffen Velours («Samt») und Crochet («Haken») zusammen.

Heute findet man die Velcro-Klettverschlüsse in praktisch jedem Alltagsbereich, aber auch bei der NASA, in der Armee oder im Gesundheitswesen sind sie im Gebrauch. Velcro hielt sogar das erste künstliche Herz zusammen. Eine Erfindung, die das Zusammenhalten, aber auch das Wiederöffnen, kinderleicht macht. Das einzige Problem bei Kinderschuhen mit Klettverschlüssen ist, dass auch die Sprösslinge diese wieder ganz leicht aufkriegen – und so kann das Anziehen wieder von vorne beginnen!

 

Kaum aus unserem Alltag wegzudenken: Fotografieren

In einer Welt voller Selfies und Instantaufnahmen sollten wir kurz innehalten und die Erfinder der ursprünglichen Fotokamera würdigen – denn ohne diese innovativen Erfindern würden wir uns immer noch abzeichnen, anstatt ablichten.

Rollfilm

Wer kennt das noch? 1889 entwickelt und bis zur Einführung von Digitalkameras galt der Rollfilm eine der wichtigsten Erfindungen in der Geschichte der Fotografie.

Als Entdecker der Fotografie gelten die beiden Franzosen Nicéphore Niepce und Louis Daguerre sowie der Brite William Henry Fox Talbot. Alle drei entwickelten zu unterschiedlichen Zeiten (zwischen 1825 und 1839) verschiedene Techniken und chemische Verfahren, die zusammenführend ermöglichten, Fotografien herzustellen – und davon auch mehrere Abzüge zu machen. Die nächsten Jahrzehnte waren geprägt von einer stetiger technischen Weiterentwicklung, bis im Jahr 1889 der Rollfilm erfunden wurde. Zuerst die Elektronik und dann die Digitalisierung revolutionierte gegen Ende des 20. Jahrhunderts die gesamte fotografische Technik.

Heute müssen wir nicht mehr tagelang auf unsere Fotos warten, bis die Rolle entwickelt wird – wir speichern alles auf digitalen Datenträgern und können sie sofort und überall anschauen. Und wenn die Fotos nicht gefallen, können sie direkt gelöscht oder ein toller Filter kann benützt werden, um bei den Selfies ein bisschen zu schummeln. Ja wenn das nicht auch eine Erfindung ist, die den Alltag bedeutend einfacher macht!

 

 

Über 48. Internationalen Raiffeisen-Jugendwettbewerb

Dieser Artikel ist Teil einer Serie zum Thema: «Erfindungen verändern unser Leben», welche exklusiv im Raiffeisen-Blog publiziert wird. Raiffeisen ist seit vielen Jahren Veranstalter des Jugendwettbewerbs. Dabei werden Kinder und Jugendliche in ihrer Kreativität gefördert und der Gemeinsinn von Schulklassen geschärft. Schirmherr des 48. Internationalen Raiffeisen-Jugendwettbewerbs ist Martin Bütikofer, Direktor des Verkehrshauses der Schweiz (VHS) in Luzern.