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Interview mit Hannes Schmid: «Ein Leben ohne Freunde ist wie ein Bergbach ohne Wasser»

07.12.2016 |
  • Erlebnis

Als einer der anerkanntesten Schweizer Fotokünstler unserer Zeit ist Hannes Schmid (70) schon in der ganzen Welt herumgekommen, um Rockstars hautnah abzulichten und international erfolgreiche Werbekampagnen zu realisieren. Als Gründer der Hilfsorganisation «Smiling Gecko» verbringt er seit über fünf Jahren viel Zeit in Kambodscha, um den Ärmsten zu neuen Lebensperspektiven zu verhelfen. Zudem ist Schmid der Schirmherr des aktuellen Internationalen Raiffeisen-Jugendwettbewerbs zum Thema «Freundschaft ist … bunt!». Passend zu diesem Thema haben wir ihm ein paar Fragen gestellt.

 

Herr Schmid, wie wichtig sind Ihnen Freundschaften?

Hannes Schmid
Hannes Schmid

Ohne Freunde geht nichts im Leben, Freundschaften sind ausserordentlich wichtig. Mit Freunden kann man sich in guten wie in schlechten Zeiten austauschen, seine Sorgen teilen, zusammen lachen und auch mal Blödsinn machen.

 

Als Fotograf und Künstler sind Sie sehr viel und weit gereist – und haben dabei sicherlich viele interkulturelle Freundschaften schliessen können. Wie haben diese Freundschaften Ihr Leben bereichert?

Das Tollste an meinem Beruf ist, Menschen kennenzulernen und Freundschaften teilweise auf Zeit oder fürs Leben zu schliessen. Ich hatte das Glück, in meinem Leben viele Freundschaften mit Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturkreisen schliessen zu können. Diese Freundschaften bereichern mein Leben bis heute.

 

Welches sind die wichtigsten Aspekte, welche Sie von anderen Kulturen in Bezug auf Freundschaft gelernt haben?

Generell ist es am wichtigsten, die Kultur und die Lebensumstände und -verhältnisse des anderen zu respektieren.

 

Heisst das, dass Hautfarbe, Glaube oder Herkunft unter wahren Freunden keine Rolle spielen sollte?

Hautfarbe, Glaube oder Herkunft dürfen keine Rolle spielen – nicht nur unter wahren Freunden.

 

Ihre Hilfsorganisation «Smiling Gecko» unterstützt benachteiligte Familien aus den Slums von Phnom Penh (Kambodscha) mit nachhaltigen, ökologisch und ökonomisch sinnvollen Projekten, wie beispielsweise einem Farming-Community- oder Dorfschulprojekt. Fühlen Sie sich durch Ihre Arbeit den Einheimischen auch freundschaftlich verbunden?

Das wichtigste bei einem Hilfsprojekt ist, dass man Teil der Gesellschaft und der Familien wird und mit den Menschen zusammenlebt. Erst dann kann man feststellen, was es bedeutet, ein Leben unter solchen Umständen zu leben. Ich sage immer: Erleben alleine reicht nicht, man muss es leben.

Foto: Mirko Ries – Hannes Schmid mit Kindern in einem Slum von Phnom Penh, 2016 in Kambodscha

Foto: Mirko Ries – Hannes Schmid mit Kindern in einem Slum von Phnom Penh, 2016 in Kambodscha

Was bedeutet es Ihnen, dass Sie der Schirmherr des Raiffeisen-Jugendwettbewerbs zum Thema «Freundschaft ist … bunt!» sind?

Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich für den Raiffeisen-Jugendwettbewerb als Schirmherr fungieren darf. Einerseits weil mir die Jugend besonders am Herzen liegt, in der Schweiz und ganz speziell auch bei unseren Projekten in Kambodscha. Andererseits ist das Thema Freundschaft enorm wichtig und man kann gar nicht früh genug dafür sensibilisiert werden.

 

Und letzte Frage: Was möchten Sie Kindern und Jugendlichen zum Thema «Freundschaft» ans Herz legen?

Es ist ausgesprochen wichtig, im Leben Freunde zu haben. Also geht auf die Menschen zu, öffnet euch, pflegt eure Freundschaften auch dann, wenn es mal schwierigere Zeiten gibt. Ein Leben ohne Freunde ist wie ein Bergbach ohne Wasser.

 

 

Zur Person

Hannes Schmid (* 13. Oktober 1946 in Zürich) ist ein Schweizer Fotokünstler, der lange als Werbe- und Modefotograf gearbeitet hat. Angefangen hat Schmid seine Karriere mit Reisereportagen, bekannt wurde er aber als Fotograf der Cowboy-Fotos für Marlboro-Werbekampagnen, die sich inzwischen auch in den Sammlungen grosser Kunstmuseen finden. (Quelle: Wikipedia)

Erfahren Sie mehr auf der Website von Hannes Schmid.