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Jobtausch: «Grüezi» – «Servus»

02.11.2016 |
  • Unser Unternehmen

Möglich gemacht hat es das internationale Austauschprogramm Xchange: Die 19-jährige Sara Raid und der 17-jährige Ramon Züger haben kürzlich für zwei Wochen die Arbeitsplätze bei ihren Raiffeisenbanken in der Schweiz und in Österreich getauscht. Wir haben sie zu ihren Erfahrungen und Erlebnissen befragt.

 Sara Raid und Ramon Züger

Sara Raid und Ramon Züger

Fragen an die Österreicherin:

Von wem wurden Sie nach der Arbeit begleitet? 

Der Aufenthalt in Uzwil hat mir sehr gut gefallen. Abends habe ich ab und zu etwas mit den Mitarbeitern unternommen. Einmal sind wir zusammen Bowlen gegangen. Der Abend war sehr lustig.

 

Das fand ich super, das hat mich genervt: 

Ich habe mich gleich wohlgefühlt. Die Mitarbeiter haben mich sehr nett aufgenommen und sich auch nach der Arbeit gut um mich gekümmert. Da ich mich in der Branche schon ein wenig auskenne, konnte ich nicht viel Neues dazulernen. Meine Empfehlung: Lernende, die am Austauschprogramm teilnehmen, sollten eine andere Branche wählen, um besser davon zu profitieren.

 

Wie kam Ihr Vorarlberger Dialekt bei der Kundschaft an? 

Ich hatte keinerlei Probleme mit meinem Dialekt. Wir haben uns gegenseitig gut verstanden.

 

Welche Unterschiede zwischen den beiden Raiffeisenbanken sind Ihnen aufgefallen? 

Der markanteste Unterschied ist, dass sich bei uns in Österreich Mitarbeitende während ihrem Einsatz am Schalter nicht verschieben müssen. Wir haben dafür keine zusätzlichen Arbeitsplätze im Backoffice. Zudem ist aus meiner Sicht in Dornbirn die Laufkundschaft grösser und die Schalterfrequenz höher als in der Raiffeisenbank Regio Uzwil. Demzufolge wirken die Kundenbeziehungen in Uzwil persönlicher. Ich vermute, das liegt an der eher ländlichen Umgebung. Bei uns würde man sagen: «Jeder kennt Jeden».

 

Gibt es etwas, was Sie nach diesem Austausch in Ihrer Arbeit verändern werden?  

Ich habe durch den Austausch gelernt, mich besser zu Organisieren. Ich plane jetzt meine Termine sorgfältiger. Auch beim Telefonieren habe ich mir einige Punkte abgeschaut.

 

Fragen an den Schweizer:

Was können die Österreicher besser, was die Schweizer?  

Hmmm … besser? Ich würde eher sagen, wir arbeiten auf unterschiedliche Art und Weise. Die Österreicher sind sehr entspannt und gehen ihre Arbeit ruhig und bedacht an, die Schweizer arbeiten sehr genau und zielorientiert.

 

Was macht man in Österreich nach der Arbeit?  

Die Österreicher gehen nach der Arbeit gerne etwas trinken und sind mit anderen Leuten zusammen.

 

Ist es ein Klischee, dass in Österreich am Freitagmittag Büroschluss ist?

Da habe ich nachgefragt. Meine österreichischen Arbeitskolleginnen und –kollegen haben mir gesagt, dass dies auf viele Büros in Österreich zutrifft, auf der Bank wird aber auch freitags bis abends gearbeitet.

 

Wie kam Ihr Schweizer Dialekt bei der Kundschaft an?  

Die meisten Kunden haben keine grosse Reaktion gezeigt, einige haben mich darauf angesprochen. Ich hatte den Eindruck, dass der Dialekt gut ankam. Da es in der Region viele Schweizer gibt, war es für die meisten Kunden nichts Aussergewöhnliches.

 

Welche positiven oder negativen Erlebnisse sind Ihnen von diesen zwei Wochen geblieben?

Über negative Erlebnisse kann ich nichts berichten. Es ist mir aber viel Positives geblieben: Zum Beispiel die netten Leute, die österreichische Gastfreundschaft, ein anderes Arbeitsumfeld, spannende Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Bankgeschäften in den beiden Ländern. Und das freundliches «Servus», wenn ein Kunde auf den Schalter zugeht.