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Kulturferien im Tessin: Ein Erlebnis für die ganze Familie

31.07.2017 |
  • Erlebnis

Mama ist die Beste! Davon waren zwei junge Frauen überzeugt und durften mit ihren Müttern zwei Tage Kulturferien im Tessin verbringen – ein Erlebnis, das sich für beide gelohnt hat.

Eigentlich war das Hotel Mama schuld. Jederzeit könne sie nach Hause kommen und finde nebst viel Liebe auch immer einen vollen Kühlschrank vor. Das bewegte die 24-jährige Ladina dazu, dem Aufruf von Raiffeisen und Radio NRJ zu folgen und zu erzählen, weshalb ihr Mami für sie die Beste ist. Dies sollte sich lohnen: Heute trifft die Bernerin Ladina mit ihrer Mutter Evelyn in Bellinzona ein. Es ist der Start ihrer zweitägigen Kulturferien, die sie mit ihrer Liebeserklärung gewonnen hat. Hier treffen die beiden zum ersten Mal auf das zweite Gewinnerpaar, die 22-jährige Christine und ihre Mutter Käthi aus Baselland. Nun, gewonnen hatte eigentlich Christines ältere Schwester. Da sie aber auf ihrer Arbeit nicht abkömmlich war, hat sie stattdessen ihrer Schwester den Vortritt gelassen – und die nahm dankend an.

Bellinzona war für alle vier Frauen beinahe ein blinder Fleck auf der Schweizer Landkarte – bis heute. «Man fährt auf dem Weg in die Ferien mal dran vorbei oder kennt den Bahnhof», sagt Käthi und bestaunt die schmalen, mittelalterlichen Gässchen, die geradezu italienisches Flair versprühen. Man denke immer, man müsse weit verreisen in den Ferien, ergänzt Evelyn. «Dabei fährt man nur einige Stunden mit dem Zug und ist in einer völlig anderen Welt.»

 

Historische Führung durch Bellinzona

Historische Führung durch Bellinzona

Historische Führung durch Bellinzona

Ehe diese aber erkundet wird, geht es zur Stärkung auf den wohl bekanntesten Aussichtspunkt der Tessiner Hauptstadt: Die vier Gewinnerinnen folgen zahlreichen Treppen bis zum Castelgrande – eine der drei Burgen Bellinzonas, die gemeinsam das berühmte UNESCO-Welterbe bilden. Dort speist das doppelte Mutter-Tochter-Gespann zum ersten Mal typische Tessiner Kost, während es die eindrückliche Aussicht über die Altstadt geniesst.

Nach dem Espresso – im Tessin wird typischerweise nach elf Uhr morgens kein Kaffee mit Milch mehr getrunken – erwartet Guide Paolo die Frauen. Der alteingesessene Tessiner kennt Bellinzona wie seine Westentasche und führt die Gewinnerinnen mit einem charmanten, italienisch angehauchten Schweizerdeutsch zu den schönsten und geschichtsträchtigsten Orten der Stadt: Von den Burgen über das Rathaus bis hin zu einem der verbleibenden drei Klöster Bellinzonas. Er erzählt, wie sich die einstigen Mailänder Herzöge gegen die Eidgenossen wehrten, welch wichtige Rolle Napoleon Bonaparte für den Kanton spielte oder warum die Tessiner Kantonsfarben manchmal quer und manchmal längs anzutreffen sind. 

Historische Führung durch Bellinzona

Historische Führung durch Bellinzona

Amy Macdonald rockt die Piazza Grande

Erschöpft ob der vielen Eindrücke und den sommerlichen Temperaturen kehren Ladina, Evelyn, Christine und Käthi in ihren Hotels in Locarno und Ascona ein. Das Konzert der schottischen Sängerin Amy Macdonald am Moon and Stars steht bevor. Ein Glücksgriff für Christine, welche die Musik der Schottin viel lieber mag als ihre Schwester – die eigentliche Gewinnerin. Für die angemessene Festivalverpflegung sorgen die mit bunten Wimpeln und Lichterketten verzierten Foodtrucks: Sie bieten nebst Burgern und Pommes auch originelle Kombinationen wie heisse Kartoffeln mit «Zürigschnätzletem», Gemüse oder Bolognese. Nach dem ersten Zuprosten geht es schliesslich zur Bühne. Die vier Frauen wippen erst zu Klängen von Züri West im Takt, ehe Amy Macdonald die Bühne betritt und kein Bein mehr still steht. Nach Hymnen wie «This is the Life» und «Mr Rock & Roll» rundet ein imposantes Feuerwerk unter tosendem Applaus das Konzert auf der Piazza Grande ab.

 

Zmörgelen mit Züri West

Der Morgen sollte für Evelyn und Ladina aber eine Überraschung bereithalten: Standen Kuno & Co. gestern noch auf der Bühne, sitzen die Bandmitglieder von Züri West beim Frühstück im Seven Boutique Hotel in Ascona plötzlich neben den beiden. Evelyn zögert nicht lange, bittet Kuno und seine Kollegen um ein Selfie und drückt ab. Dann brechen die beiden auf, schlendern noch durch die Altstadt Locarnos und nehmen die Bahn auf den Hügel zur Villa Orselina. Dort treffen sie auf Käthi und Christine, die oberhalb des berühmten Boutique-Hotels im La Barca Blu übernachtet haben. Sie geniessen einen letzten gemeinsamen Lunch mit einem unvergleichlichen Blick auf Locarno und den Lago Maggiore. Ein letztes Mal gibt es köstliche Tessiner Pasta zu sommerlichen Temperaturen, ehe sie wieder in den Norden aufbrechen – zurück in den Regen. Das vermag die Stimmung jedoch nicht mehr zu trüben. Die zwei Tage haben den Frauen gezeigt: «Das Tessin hat kulturell viel zu bieten – und zwar für alle Generationen!»