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«Kunst im Restaurant»: Raiffeisen schafft Raum für Kreativität

09.02.2018 |
  • Gesellschaft

Sofas, Stühle, Tische, Liegen und ein Porsche – so präsentiert sich die kultige stadtlounge (Roter Platz) im St.Galler Bleicheli-Quartier. Wo die Künstlerin Pipilotti Rist und der Architekt Carlos Martinez ein eindrückliches Kunst-am-Bau-Werk geschaffen haben, dürfen sich heute Studierende des gestalterischen Vorkurses der Schule für Gestaltung St.Gallen kreativ entfalten. Und zwar an einer grossen Wand im Restaurant Roter Platz.

Seit 2012 führen Raiffeisen Schweiz in Zusammenarbeit mit der Schule für Gestaltung am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum St.Gallen (GBS) den Projektwettbewerb «Kunst im Restaurant» durch. Die Studierenden des gestalterischen Vorkurses erarbeiten in Gruppen kreative Vorschläge, wie die vier auf fünf Meter hohe Wand des Restaurant Roter Platz gestaltet werden könnte. Eine Jury entscheidet, wer gewinnt – und dann zählen Taten: Die Studierenden müssen sich um die Umsetzung und Realisierung des Projektes kümmern. An einer Vernissage wird letztlich das Endprodukt öffentlich präsentiert und das Kunstwerk prägt für die nächsten zwei Jahre das Restaurant. Bis die nächste Gruppe von Studierenden sich wieder kreativ beteiligen darf.

«Kunst im Restaurant» Projekt 2016 bis 1018

So präsentiert sich momentan die Wand im Restaurant Roter Platz. Ab 26. Februar wird es jedoch anders aussehen. ©Susann Albrecht

Der Sieger ist… «Urban Style»

Dieses Jahr steht wieder ein Wand-Wechsel bevor: Am 26. Februar 2018 ist es soweit. Dann wird die Raiffeisen Kunstverantwortliche Donata Gianesi, die auch als Jury-Mitglied aktiv ist, die Umsetzung des Siegerprojektes an der Vernissage vorstellen. Der Auftrag des diesjährigen Projektwettbewerbes lautete, ein Foto-Kunstwerk für die Restaurant-Wand zu kreieren, in welchem jeder der 18 Studierenden fünf eigene Bilder zum Thema «Street Photography» beizusteuern hatten. Inspiriert durch die Ausstellung des Künstler-Duos Rico Scagliola & Michael Meier in der Kunsthalle St.Gallen – und begleitet von der Lehrgangsleiterin Susann Albrecht sowie Dozentin und Fotografin Désirée Good – machten sich die jungen Studierenden an die Arbeit. Mit der Kamera ausgerüstet fingen sie verschiedene Alltagssituationen der Stadt St.Gallen ein. Danach arbeiteten sie in Gruppen kreative Konzepte aus, die sie der Jury im November 2017 vorstellten.

Donata Gianesi, Raiffeisen Kunstverantwortliche, verkündet Siegerprojektvon  «Kunst am Roten Platz» im Jahr 2016

2016: Donata Gianesi verkündet die Siegergruppe. Dieses Kunstwerk wird nun am 26. Februar vom «Urban Style» ersetzt. ©Susann Albrecht

Laut Donata Gianesi waren die Vorschläge ausgefallen und durchdacht, «mit reichen Varianten um das grosse Foto-Konvolut zu zeigen: Als Schwarm, als Band, als Summe einzelner Objekte, als Konzept in einer homogenen Einheit.» Gewonnen hat «Urban Style», das unter anderem einen krassen Gegensatz zum letzten Siegerprojekt von 2016 darstellt. Das neue Siegerkonzept sieht vor, die insgesamt 90 Fotos der Studierenden auf drei horizontal angeordneten Feldern direkt an die rohe Wand des Restaurants zu kleben. Kontrastreich werden dabei der Beton graue Hintergrund sowie die vertikalen Neonleuchten mit hängendem Kabel, welche die drei Felder abgrenzen, sein. Urban und stylisch – wie der Titel es schon besagt.

 

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  • «Kunst im Restaurant»: Die Studierenden stellen ihr Konzept «Urban Style» der Jury vor.
    November 2017: Die Studierenden stellen ihre Konzepte der Jury vor. «Urban Style» machte dabei das Rennen. ©Susann Albrecht
  • «Kunst am Roten Platz»: Das Siegerprojekt «Urban Style»
    Das Siegerprojekt «Urban Style»: Gespannt wird die Umsetzung des Konzeptes erwartet. ©Susann Albrecht
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    «Das Präsentationskonzept ‘Urban Style‘ nimmt mit seiner improvisierten Gestaltung Bezug zur einstigen städtebaulichen Situation des Bleicheli-Quartiers und kontrastiert die vormalige Hinterhof-Situation mit dem heutigen Aussenraum, der zur sorgsam gestalteten Begegnungszone der stadtlounge von Pipilotti Rist und Carlos Martinez aufgewertet wurde», erklärt Donata Gianesi die Entscheidung der Jury. «Nun warten wir gespannt auf die Umsetzung des Siegerprojektes.»

     

    «Eine wertvolle Möglichkeit für die Studierenden»

    Die Dozentin und Fotografin Désirée Good und die Lehrgangsleiterin Susann Albrecht sind ebenfalls gespannt auf das Endprodukt. Sie begleiten zwar die Studierenden während des gesamten Projektes, es liegt jedoch in der Verantwortung der Studierenden die Realisation eigenständig zu planen und auszuführen. Eine Woche vor der Vernissage wird das aktuelle Kunstwerk zugunsten des neuen Objektes demontiert. Bis dahin muss aber noch vieles organisiert werden.

    «Gerade diese Wettbewerbssituation, welche uns Raiffeisen mit dem Projekt ‘Kunst im Restaurant‘ ermöglicht, ist eine sehr lehrreiche und wertvolle Chance für unsere Studierenden. Einerseits um praktische Erfahrungen in einer kompetitiven Situation zu sammeln. Eine Situation, die sie auch später als Kunstschaffende erfahren könnten. Andererseits um die Umsetzung eines Projektes hautnah mitzuerleben, wobei sie selber alles planen und ausführen müssen», so die Lehrgangsleiterin, die selber eine leidenschaftliche Fotografin ist.

     

    Raiffeisen-Engagement im Bereich Kunst am Bau

    Das St.Galler Kunst-am-Bau-Projekt «Restaurant-Wand» ist nur einer der zahlreichen regionalen Projektwettbewerben, welche Raiffeisen in den verschiedensten Regionen der Schweiz durchführt. Die Raiffeisen Kunstverantwortliche Gianesi drückt es so aus: «So wie uns der lokale Bezug unserer Banken sehr wichtig ist, versuchen wir mit Künstlern in der Region zusammenzuarbeiten.»

    Dafür müsse man Studierenden die Chance geben, den Mut zu haben, Neues auszuprobieren, anders zu sein, Grenzen zu sprengen. «Die Zusammenarbeit mit der nachrückenden Künstlergenerationen empfinde ich als äusserst bereichernd. Als Kunsthistorikerin staune ich über ihre ideenreichen Vorstellungswelten, ihren kreativen Umgang mit neuen Medien und ihre konzeptuelle Denkweise», so Donata Gianesi.   

    Wer weiss, vielleicht steckt ja die nächste Pipilotti Rist oder Carlos Martinez unter den diesjährigen Studierenden…