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Mobiles Arbeiten als Chance

30.04.2018 |
  • Unser Unternehmen

Der vielseitige Wunsch nach einer höchstmöglichen Arbeitsflexibilität ist längst nicht mehr neu. Er gründet im Wunsch nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ist aber gleichzeitig auch auf die technische Entwicklung von mobilen Arbeitsmöglichkeiten zurückzuführen, dank denen ein fixer Arbeitsplatz nicht mehr zwingend notwendig ist. Für Raiffeisen ist klar: Ohne solide und verlässliche IT-Services ist mobiles Arbeiten gar nicht erst möglich. Das Projekt «Digital Workplace» wurde aus diesem Grund gepusht und in den letzten Jahren auf einen – im Branchenvergleich – hervorragenden Stand gehievt.

 

Was genau ist mit «flexiblen Arbeitsformen» gemeint? Bevor wir loslegen, kreisen wir das breite Themengebiet etwas ein.
 

Arbeitsflexibilität

Je nach Perspektive vereinen sich unter diesem Begriff unterschiedliche Erwartungen und Anforderungen: Es geht um die vieldiskutierte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben – ein Themengebiet, das Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermassen beschäftigt. Flexible Arbeitsformen wie Home-Office, Teilzeit oder Blockzeiten ermöglichen die Rücksichtnahme auf familiäre Verpflichtungen genauso wie das Umgehen von langen und verkehrsreichen Pendlerwegen. Zudem sind Befürworter davon überzeugt, dass sich flexible Arbeitsformen äusserst positiv auf das Arbeitsklima und die Produktivität des Einzelnen auswirkt. Dies ganz nach dem Motto: «Arbeiten dort, wo es Sinn macht und dann, wenn es nötig ist.» Dem gegenüber sollen auch kritische Stimmen erwähnt werden: In einem Handelszeitungsartikel anlässlich des Home Office Day Schweiz 2015 (Anmerkung der Redaktion: Wird in dieser Form nicht mehr durchgeführt) sind folgende Gegenargumente zu finden: «Von einem viel zu hohen Koordinationsaufwand ist die Rede, wenn viele Mitarbeitende von Zu Hause aus arbeiten. Das könne auch zu einer fehlenden sozialen Einbindung ins Unternehmen führen. Sogar eine Entfremdung von den Firmenprinzipien, fehlende Sanktions- und Kontrollmöglichkeiten und Datenlecks werden befürchtet.»

 

Der Grundstein ist gelegt

«Eine wichtige Voraussetzung für jede Möglichkeit einer flexiblen Arbeitsweise sind solide IT-Services, die ein mobiles Arbeiten erst ermöglicht», sagt Marco Keel, Leiter Digital Workplace & Collaboration Services. Das «mobile Arbeiten» wurde deshalb bei Raiffeisen während der letzten zwei Jahre unter dem Projekttitel «Digital Workplace» im Branchenvergleich auf einen herausragenden Stand vorangetrieben und weiterentwickelt.

Marco Keel, Leiter Digital Workplace & Collaboration Services, Raiffeisen Schweiz

«Heute habe ich 'mein Büro' meist via Laptop und Mobile direkt bei mir», Marco Keel, Leiter Digital Workplace & Collaboration Services bei Raiffeisen Schweiz

Um den «Digital Workplace» für Mitarbeitende zu schaffen, wurden folgende Zielsetzungen definiert:

  • Ortsunabhängiges mobiles Arbeiten: Das Arbeiten ist weder an Ort noch an Zeiten gebunden und ist von überall her möglich, auf unterschiedlichen Geräten mit Zugriff auf alle Daten.
  • Zusammenarbeit und Kommunikation: Losgelöst von starren Hierarchien wird eine Zusammenarbeit wissens- und nutzenorientiert ermöglicht.
  • Neue Arbeitsplatz Umgebungen: Arbeiten mit unterschiedlichen Arbeitsgeräten in einer flexible und offene Arbeitsumgebungen.
     

Positive Erfahrungen stärken den Kulturwandel

«Die steigenden Anwendungszahlen unserer Mitarbeitenden sprechen eine klare Sprache», meint Keel weiter und weist darauf hin, dass mit Anwendung von mobilen Arbeitsmöglichkeiten auch ein stetig vorantreibender Arbeits- und Kulturwandel einhergeht. Er illustriert dies anhand seiner eigenen Erfahrung: «Noch vor wenigen Jahren habe ich meinem eigenen Büro einen sehr hohen Stellenwert zugeordnet. Das zeigte sich nicht zuletzt darin, dass ich auch viele persönliche Dinge in meinem Büro stehen hatte.» Dies, so betont er im Gespräch, habe sich aber gerade dank der mobilen Arbeitsmöglichkeiten komplett geändert. «Heute habe ich 'mein Büro' meist via Laptop und Mobile direkt bei mir. Meine Reisetätigkeit innerhalb der Schweiz hat sich erhöht, dafür bin ich heute näher bei jenen Menschen, mit denen ich aktuell gerade zusammenarbeite. Das macht mein Arbeiten direkter, schneller und auch persönlicher». Für Keel ist diese Entwicklung ein Gewinn und eine Vereinfachung seiner Arbeit, und er fügt hinzu: «Ein Wandel wie dieser wird über positive Erfahrungen initiiert und vorangetrieben.»
 

Diverse Möglichkeiten

Der Grundstein für flexible Arbeitsmethoden bei Raiffeisen ist demnach gelegt. Welche Möglichkeiten ergeben sich nun daraus?

«Mobiles Arbeiten ist nicht nur bei Raiffeisen Schweiz sondern bei allen Raiffeisenbanken seit nunmehr als zwei Jahren möglich und wird auch rege genutzt», erklärt Keel. Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung: Noch vor wenigen Jahren waren satte 95 Prozent aller Banken stationär ausgestattet, also standortbezogen an einen PC gebunden. Heute sind rund 20 Prozent aller Arbeitsplätze mobil und werden aktiv als solche genutzt. «Wir gehen von einer über die Jahre laufend steigenden Nutzung von mobilen Arbeitsformen aus. Das wird nicht nur die Arbeitsformen unserer Mitarbeitenden beeinflussen und verändern sondern auch unser Angebot für Kundinnen und Kunden prägen», betont der Digital-Workplace-Experte Keel.

 

Home Office & Teilzeitarbeit

Auch Michael Federer, Leiter Human Resources Management Raiffeisen Schweiz, bestätigt, dass das breite Angebot an mobilen Arbeitsmöglichkeiten rege genutzt wird: «Schon heute arbeitet ein sehr grosser Anteil unserer Mitarbeitenden Teilzeit. Seit rund einem Jahr haben wir auch festgelegt, dass Teilzeitarbeit grundsätzlich in allen Führungsfunktionen möglich ist.» Nach Absprache mit der Führungskraft ist es zudem möglich, einen Tag die Woche mobil zu arbeiten (Home Office), sofern dies die Funktion zulässt.

Michael Federer, Leiter Human Resources Management Raiffeisen Schweiz

«Wir begleiten unterschiedliche Experimente, wie beispielsweise Führung auf Distanz, mobiles Arbeiten oder Arbeit in einem Co-Working Space», Michael Federer, Leiter Human Resources Management Raiffeisen Schweiz.

Natürlich richtet Raiffeisen die Palette an mobilen Arbeitsmodellen an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden aus: «Dank unserem Angebot an unterschiedlichen Arbeitsformen können wir uns gegenüber der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt klar differenzieren», erklärt Federer weiter und skizziert auch gleich, wo die Reise bei Raiffeisen in Bezug auf mobile Arbeitsformen hingehen kann. Die effektive Einführung neuer Formen hängt von positiven Erfahrungswerten ab: «Wir begleiten unterschiedliche Experimente, wie beispielsweise Führung auf Distanz, mobiles Arbeiten oder Arbeit in einem Co-Working Space.» Abschliessend weist Federer darauf hin, dass bei der Zusammenarbeit immer das gegenseitige Vertrauen im Vordergrund steht – unabhängig der gewählten Arbeitsform: «Wir verlangen von Mitarbeitenden, die mobil arbeiten, genau dasselbe, wie wenn sie vor Ort arbeiten: Selbstverantwortliches Arbeiten zur Erreichung unserer gemeinsamen Ziele als Raiffeisen Gruppe. Gegenseitiges Vertrauen ist dafür die Voraussetzung.»

 

Flexible Arbeitsplätze

Aus Gebäude-Management-Sicht kann ein weiteres Anwendungsgebiet ins Feld gezogen werden, das dank dem «Digital Workplace» möglich ist: Nämlich jenes der flexiblen Arbeitsplätze. Will heissen, dass bei Raiffeisen nicht mehr jeder und jedem Mitarbeitenden ein fixer Arbeitsplatz zugeordnet wird, sondern eine Anzahl Arbeitsstationen innerhalb einer bestimmten Bürofläche zur Verfügung stehen, die frei und passend zu den individuellen Bedürfnissen genutzt werden können.

Am Hauptsitz von Raiffeisen Schweiz in St.Gallen wurde das Angebot flexibler Arbeitsplätze im Rahmen eines einjährigen Pilotprojekts (Neues Raumkonzept / Arbeitswelt bei Raiffeisen) getestet.

 

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  • Flexible Arbeitsplätze am Hauptsitz von Raiffeisen Schweiz in St.Gallen
    Flexible Arbeitsplätze am Hauptsitz von Raiffeisen Schweiz in St.Gallen
  • Flexible Arbeitsplätze am Hauptsitz von Raiffeisen Schweiz in St.Gallen
    Der Wissensaustausch untereinander und die Qualität der Zusammenarbeit innerhalb der flexiblen Arbeitsräumlichkeiten haben sich stark verbessert.
  • Flexible Arbeitsplätze am Hauptsitz von Raiffeisen Schweiz in St.Gallen
    Die Arbeitsplätze sind auf verschiedene Bedürfnisse ausgerichtet und laden zur flexiblen Nutzung und Abwechslung ein.
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    «Wie haben die Test-Teams auf die neue Büro-Raumsituation reagiert?», wollten wir vom verantwortlichen Projekt-Team Facility Management wissen. «Das Projekt werten wir als Erfolg, die Zufriedenheit der Mitarbeitenden lag bei einem beeindruckenden Verhältnis von 90:10. Deshalb lassen wir die Erkenntnisse direkt in die Umsetzung flexibler Arbeitsplätze am Umbau an der Vadianstrasse 17 inkl. Niederlassung St.Gallen (Fertigstellung Ende Dezember 2018) miteinfliessen.» Seitens der Mitarbeitenden wurde besonders hervorgehoben, dass sich der Wissensaustausch untereinander und die Qualität der Zusammenarbeit innerhalb der flexiblen Arbeitsräumlichkeiten stark verbessert haben. Das Raumkonzept bietet unterschiedlichste Rückzugs- und Arbeitsmöglichkeiten. Besonders geschätzt wurden die offenen Begegnungszonen, die Sitzungszimmer sowie Kurzzeitbesprechungs- und Fokusräume.

     

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    • Flexible Arbeitsplätze und offene Begegnungszone am Hauptsitz von Raiffeisen Schweiz in St.Gallen
      Die Begegnungszone dient als Treffpunkt für Pausen, kurze Besprechungen und Austausch.
    • Flexible Arbeitsplätze mit Fokusräumen am Hauptsitz von Raiffeisen Schweiz in St.Gallen
      Das Raumkonzept bietet unterschiedliche Rückzugsmöglichkeiten wie die Fokusräume für konzentriertes Arbeiten.
    • Flexible Arbeitsplätze mit Kurzssitzungszimmern am Hauptsitz von Raiffeisen Schweiz in St.Gallen
      Die Mitarbeitenden schätzen unter anderem die Sitzungszimmer besonders.
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      Marco Keel hält abschliessend nochmals fest: «Es gilt individuell zu bestimmen, welche Arbeitsform wo und für wen den optimalen Nutzen für Unternehmen und Mitarbeitende bringt. Die Bandbreite an unterschiedlichen mobilen und flexiblen Arbeitsmethoden ist heute schon gross und wir entwickeln uns stetig weiter.»