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8 Gründe, wieso Musik für uns so wichtig ist

07.01.2019 |
  • Erlebnis

Emotionen, Erinnerungen, kulturelles Erbe oder einfach Entertainment: Musik bewegt uns – und dies aus den unterschiedlichsten Gründen. Wir sind der Frage nachgegangen, wieso Musik für viele von uns einen so hohen Stellenwert hat. Hier sind acht Fakten, die belegen, dass oftmals die Musik in unserem Leben den Takt angibt.

 

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  • Ein Arm mit Gänsehaut.
    1. Überkommt dich auch dieses warme Gefühl, wenn du dein Lieblingslied hörst? Das liegt an unserem körpereigenen Chemielabor. Denn Musik, die wir mögen, löst chemische Reaktionen in uns aus, sodass unser Körper mit Kribbeln, Entspannungsgefühlen oder Gänsehaut reagiert.
  • Das Publikum vor einer Konzertbühne.
    2. Musik verbindet nicht nur, sondern setzt auch Grenzen – im positiven Sinne: Musik schafft Identität und Gruppenzugehörigkeit., wie beispielsweise bei einem Konzert.
  • Eine Frau sitzt vor einem Klavier.
    3. Musik ist in der Lage, uns mit wenigen Takten in eine andere Stimmung zu versetzen – ob positiv oder negativ.
  • Ein älteres Pärchen macht einen Spaziergang.
    4. Musik schärft das Gedächtnis – und weckt Erinnerungen an alte Zeiten.
  • Eine Frau mit Kopfhörern tanzt.
    5. Groove heisst der Effekt, den gewisse Rhythmen bei uns auslösen. Diese mitreissenden Beats wirken als Motivator und verleihen uns beispielsweise beim Ausdauersport mehr Kraft und Leistungsfähigkeit.
  • Zwei Jungs spielen Geige und Flöte.
    6. Die Weltsprache ist nicht Englisch, sondern die Musik. Forscher der Harvard University haben herausgefunden, dass wir automatisch ein Schlaf- oder Liebeslied erkennen, auch wenn es aus einer uns völlig fremden Kultur stammt.
  • Musik setzt kreative Kräfte frei.
    7. Die Glücksgefühle Dopamin und Serotonin, welche unser Gehirn beim Musikhören ausschüttet, rufen nicht nur positive Emotionen hervor, sondern begünstigen ebenfalls eine schnellere Hirntätigkeit.
  • Eine Gruppe Menschen, die miteinander musizieren.
    8. Musik wird auch als Therapie eingesetzt; als Schmerzmittel, um die Herzfrequenz zu beruhigen oder als Bewegungstherapie für Parkinsonpatienten.
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    1. Musik geht unter die Haut und entspannt

    Bekommen Sie bei gewissen Liedern Gänsehaut? Oder empfinden Sie Musik als entspannend und beruhigend? Während wir Musik hören – vor allem, wenn wir das Stück besonders mögen - schüttet unser Hirn Dopamin und Serotonin aus und weckt so positive Emotionen in uns. Diese chemische Kombination kann sehr stark sein, so dass der menschliche Körper darauf mit Kribbeln, Entspannungsgefühlen oder eben Gänsehaut reagiert. Unsere Muskeln entspannen sich, wir atmen langsamer und tiefer; dadurch sinkt die Stressbelastung. Auch Babys entspannen sich besonders gut zu gewohnten Klängen: «Dazu gehören die Stimme der Mutter oder die sanften Töne eines Wiegenliedes», erklärt Prof. Dr. Olivier Senn, Musikforscher an der Hochschule Luzern. 

     

    2. Musik verbindet Menschen

    Musik spielt eine wichtige Rolle beim Zusammenführen von Menschen. An Openairs, Konzerten oder in einem Nachtclub kommen Menschen zusammen, um gemeinsam Musik zu geniessen. Auf den grossen Festivals spürt man dies am stärksten: Es spielt keine Rolle, woher du kommst, was du von Beruf bist, wie du angezogen bist - jeder wird akzeptiert, wie er ist. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es vielerorts soziale Förderprogramme gibt, bei welchen das gemeinsame Hören von Musik im Vordergrund steht: Musik schafft den Brückenschlag verschiedener Kulturen und kann so eine gemeinsame Heimat schaffen.

    Musikforscher Senn macht darauf aufmerksam, dass Musik nicht nur verbindet, sondern genauso gut auch Grenzen setzen kann – im positiven Sinne. «Jugendliche definieren beispielsweise ihre Identität und Gruppenzugehörigkeit häufig in musikalischer Weise. Es ist für Teenager wichtig, dieselbe Musik zu mögen wie ihre Freunde. In der Identitätsfindung kann es genauso bedeutend sein, dass ihre Eltern diese Musik nicht ausstehen können», erklärt Senn. 

     

    3. Musik als Stimmungsmacher

    Musik kann grossartige Dinge mit unserer Stimmung tun. Wer sich in gute Laune bringen möchte, hört fröhliche Lieder mit positiven Textpassagen. Wer bedrückt ist und düstere Musik hört, der fällt aber deswegen nicht automatisch in ein noch tieferes Loch. Verschiedenen Studien haben nachgewiesen, dass die Wirkung schwermütiger Melodien unterschiedlich ausfallen kann: Manche Menschen werden melancholisch, da sie die Klänge auf eigene negative Erfahrungen beziehen. Andere wiederum empfinden die traurige Musik als wohltuend. Viele greifen bei Kummer instinktiv zu trauriger Musik. Dabei macht uns das nicht trauriger, sondern wir fühlen Nostalgie – ein Gefühl zwischen Melancholie und angenehmen Sehnen. 

    Oder wie es der griechische Philosoph Aristoteles ausdrückte: «Es gibt nichts, worin sich Zorn und Sanftmut, worin Tapferkeit, Mässigung und alle anderen moralischen Eigenschaften, nebst ihren Gegensätzen sich so deutlich und ähnlich abbildeten, als in der Musik. Die Erfahrung beweist es. Die ganze Stimmung des Gemüts ändert sich, wenn man verschiedene Arten von Musik hört.»

    Prof. Dr. Oliver Senn ist Musikforscher an der Hochschule Luzern.
    Musikforscher Oliver Senn untersucht an der HSLU was Musik in uns auslöst.

    Olivier Senn ist Musikforscher an der Hochschule Luzern. Sein Forschungsgebiet ist der musikalische Groove. Zusammen mit seinem Team untersucht er, welche Eigenschaften rhythmischer Musik uns zu synchronisierter Körperbewegung anregen.

    Bis Ende Jahr führt er ein Online-Hörexperiment durch, bei dem die Teilnehmenden die Groove-Qualitäten verschiedener Musikausschnitte bewerten. Alle sind herzlich eingeladen mitzumachen. Das Experiment findet in Englisch statt.

    4. Musik lässt uns in Erinnerungen schwelgen

    Musik ist gut fürs Gedächtnis – und weckt Erinnerungen an alte Zeiten. Die meisten Menschen können sich besser an eine Strophe eines Liedes erinnern, als an einen kürzlich gelesenen Artikel. Olivier Senn erklärt, dass bei Demenz- und Alzheimer-Patienten Musik eingesetzt werde, um Gedächtnisfunktionen zu unterstützen: «Musik ist für die meisten Menschen eine Brücke zur Vergangenheit.»

     

    5. Musik bringt uns in Bewegung

    Musik ist der beste Animator: Bei gewissen Rhythmen können wir gar nicht anders, als im Takt mit dem Fuss oder Kopf mitwippen, aufstehen und lostanzen, mitklatschen und ausgelassen mitmachen. Musikforscher Olivier Senn erklärt: «Dieser Effekt, der sogenannte Groove, wird unter anderem erfolgreich bei Patienten mit Parkinson oder nach Hirnschlägen eingesetzt, um die Koordination von Bewegung zu unterstützen. Der Groove spielt ausserdem eine wichtige Rolle bei vielen Ausdauersportarten, wie beispielsweise Konditionstraining, Aerobic oder Cycling – dank der Musik haben wir mehr Kraft, sind leistungsfähiger und motivierter. Dies wiederum hilft uns, schlank, rank und gesund zu bleiben sowie unsere Lebensfreude auch körperlich auszudrücken.»

     

    6. Musik ist die universelle Sprache

    Die Weltsprache sei Englisch, sagt man. Aber eigentlich ist das nicht wahr. Die eigentliche universelle Sprache ist die Musik. So haben Forscher der Harvard University herausgefunden, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturen Emotionen in der Musik ähnlich wahrnehmen. Den Liedern weltweit liegt anscheinend ein gemeinsamer Code zugrunde. Laut der Studie erkennen wir automatisch ein Schlaf-, Liebes- oder Tanzlied, auch wenn es aus einer uns völlig fremden Kultur stammt.

     

    7. Musik setzt kreative Kräfte frei

    Musik ist ein Quell der Inspiration und kann alle möglichen Ideen zum Hervorsprudeln bringen. Da Kreativität kein ständiger Begleiter unseres Alltags ist, kann die richtige Musik uns dabei helfen, geistreich und originell zu sein. Und wie? Die Glücksgefühle Dopamin und Serotonin, welche unser Gehirn beim Musikhören ausschüttet, rufen nicht nur positive Emotionen hervor, sondern begünstigen ebenfalls eine schnellere Hirntätigkeit. Mit der richtigen Musik (sprich: mit Liedern, die uns besonders gefallen) wird unser Hirn leistungsfähiger, kurbelt so die Kreativität an und geistreiche Ideen mögen daraus entstehen!

     

    8. Musik als Heilmittel

    Musik kann unseren ganzen Körper beeinflussen: Sie kann Schmerzen dämpfen, das Gehirn aktivieren, den Herzschlag beruhigen sowie den Blutdruck, die Atemfrequenz und die Muskelspannung verändern. Und sie wirkt sich positiv auf den Hormonhaushalt aus. «Musik hat zahlreiche therapeutische Anwendungen, die auf den alltäglichen Funktionen von Musik aufbauen», bestätigt Olivier Senn. «Mit Musik können wir ausdrücken, wie wir uns fühlen. Und im Gegensatz zu vielen Medikamenten hat Musiktherapie keine negativen Nebenwirkungen und verursacht geringe Gesundheitskosten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die medizinisch-therapeutische Anwendung von Musik und musikalischen Aktivitäten zurzeit stark an Popularität gewinnt.»

     

    Über den 49. Internationalen Raiffeisen-Jugendwettbewerb

    Dieser Artikel ist Teil einer Serie zum Thema: «MUSIK BEWEGT», die exklusiv im Raiffeisen-Blog publiziert wird. Raiffeisen ist seit vielen Jahren Veranstalter des Jugendwettbewerbs. Ziel des Wettbewerbs ist es, Kinder und Jugendliche in ihrer Kreativität zu fördern und den Gemeinsinn von Schulklassen zu schärfen. Schirmherr des 49. Internationalen Raiffeisen-Jugendwettbewerbs ist Adrien Garrault, Director Universal Music & Brands bei Universal Music Switzerland.

     

     

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