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So funktioniert Klimaschutz im Bankbetrieb

12.06.2018 |
  • Gesellschaft

Wie schon Antoine de Saint Exupéry sagte: «Wir erben die Erde nicht von unseren Vorfahren, wir leihen sie von unseren Kindern.» Dieses Sprichwort nimmt sich die Raiffeisenbank du Mont-Tendre zu Herzen und setzt sich aktiv für den Klimaschutz ein. Auch die Raiffeisenbank Heiden setzt sich erfolgreich für die Eindämmung ihres CO2-Ausstosses beim Bankbetrieb ein. So sind diese Raiffeisenbanken vorgegangen und das haben sie erreicht.

Keyvisual der Pro Futura Applikation von Raiffeisen, welches das Klimaziel visualisiert.

Klimaziel von Raiffeisen ist, bis 2020 den CO2-Ausstoss um 30 Prozent zu reduzieren.

Nachhaltig und digital: Um erfolgreich ihre Klimaziele zu erreichen, hat das Umweltmanagement-Team von Raiffeisen die praxisorientierte Applikation «Pro Futura» für die Raiffeisenbanken entwickelt. Die App verfügt über 57 konkrete Massnahmen, um die Raiffeisenbanken dabei zu unterstützen, ihre Mitarbeitenden für den Umweltschutz zu sensibilisieren, Emissionen zu reduzieren oder veraltete Produkte durch umweltfreundlichere zu ersetzen. Sind diese drei Bereiche umgesetzt, können die teilnehmenden Raiffeisenbanken zusätzlich durch CO2-Zertifikaten eine Kompensation für unvermeidbarer Emissionen erwerben.

Als grösste Retailbank der Schweiz bewirtschaftet Raiffeisen mehr Bauten als alle anderen Banken hierzulande. Je nach Baujahr, Zustand und Infrastruktur hat jedes Gebäude einen anderen Handlungsbedarf im Bereich Umwelt und Klimaschutz. Auch haben nicht alle Raiffeisenbanken die gleichen finanziellen und zeitlichen Mittel zur Verfügung. Die vorgeschlagenen Massnahmen des Pro Futura-Programmes sind jedoch einfach umsetzbar und helfen jeder einzelnen Raiffeisenbank aktiv einen Beitrag leisten zu können, um den CO2-Ausstoss der Raiffeisen Gruppe zu reduzieren. Jede Raiffeisenbank wählt und ergreift entsprechend ihrer Situation die passenden Massnahmen. Denn jeder auch kleinste Schritt ist ein wichtiger Schritt, um den ökologischen Fussabdruck zu verkleinern.

Visualisierung der Applikation Pro Futura von Raiffeisen

Pro Futura verfügt über 57 konkrete Umweltmassnahmen, die einfach für die Raiffeisenbanken umsetzbar sind.

Der nachhaltige Hauptgewinn, der Mitarbeitende und Kunden zugleich neugierig macht

Im Herbst des letzten Jahres wurde die hauseigene Applikation für die Raiffeisenbanken lanciert. Jede Raiffeisenbank, die sich dem Programm Pro Futura anschloss, nahm automatisch an der Verlosung eines schicken BMW-Elektrowagens teil, der den Geschäftsstellen für sechs Monate zur Verfügung gestellt wurde. Für Blaise Leuba, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank du Mont-Tendre (VD), war es von Anfang klar, dass sie sich Pro Futura anschliessen wollten – nicht nur wegen des attraktiven Hauptgewinns, sondern weil die Nachhaltigkeit «ein sehr wichtiges Element für zukünftige Generationen ist und in der Tat glauben wir, dass es unsere moralische Verantwortung ist, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten», so Leuba.

Dass genau ihre Raiffeisenbank den Hauptpreis gewinnen würde, hätte sich der Vorsitzende der Bankleitung in Mont-Tendre nicht erträumen lassen. Der Gewinn des Elektroautos gab der waadtländischen Raiffeisenbank eine gute Gelegenheit, ihre Mitarbeitenden über Pro Futura zu informieren und die neuen Massnahmen für einen energieeffizienteren Bankbetrieb vorzustellen. Die Programmeinführung und das Elektroauto kamen gut an, sowohl intern wie auch extern: Jeder Mitarbeitende, der interessiert war, durfte jeweils eine Woche lang das Auto Probefahren und sich auf diese Weise vertieft mit Elektromobilität und Verkehrsgewohnheiten auseinandersetzen. Gleichzeitig führte die Präsenz des Elektrowagens oft zu spannenden Gesprächen mit Kundinnen und Kunden über das Thema Umweltschutz und die Klimaziele von Raiffeisen.

Der Leiter des Green-Teams der Raiffeisenbank du Mont-Tendre, Christophe Desarzens, lädt das Elektroauto auf.

Der Leiter des Green-Teams der Raiffeisenbank du Mont-Tendre, Christophe Desarzens, lädt das Elektroauto auf. Der Hauptpreis kam bei allen gut an.

Einfache Massnahmen, bemerkenswerte Wirkung

Ein Green-Team, geleitet von Christophe Desarzens, Teamleiter des Backoffices der Raiffeisenbank du Mont-Tendre, zeichnet verantwortlich für die Umsetzung der Umweltmassnahmen, die von der Applikation empfohlen werden. Begonnen haben sie mit den einfachsten Änderungen der täglichen Arbeits- und Hauswirtschaftsroutine: die Verwendung von Mehrweggeschirr, FSC-zertifizierten Papier sowie umweltfreundlichen Waschmitteln oder die Reduzierung der Nachtbeleuchtung. Andere wichtige Massnahmen sind der standardisierte beidseitige Druck bei Dokumenten oder der Wechsel zu Strom, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt. «Die meisten nicht-baulichen Massnahmen haben einen extrem niedrigen Aufwand, jedoch mit beeindruckendem Effekt und positiver Auswirkung auf die Umwelt. In bereits kurzer Zeit haben wir die Basic-Zertifizierung erlangt», erzählt Desarzens stolz.

Es gibt vier verschiedene Zertifikatsstufen, welche die Raiffeisenbanken erreichen können: Basic, Optima, Excellence und Excellence Plus. Für jede nachgewiesene umgesetzte Massnahme verteilt das Programm Pro Futura Punkte und je nach Punktestand werden die Bankbetriebe mit einem Zertifikat ausgezeichnet.

 

«Nachhaltigkeit ist einer der Grundsätze von Raiffeisen»

Bei der Raiffeisenbank Heiden werden ebenfalls tatkräftig energieeffiziente und ressourcenschonende Massnahmen umgesetzt. Der stellvertretende Leiter Firmenkundenberatung Philipp Blumer erzählt, dass sie schon vor der Pro-Futura-Lancierung viel Wert auf einen nachhaltig geführten Bankbetrieb gelegt haben – seit sie aber mit der Applikation arbeiten, viel gezielter die Massnahmen einsetzen könnten. Die App Pro Futura gibt uns immer wieder neue Ideen und Inspiration, wie wir uns im Bereich betrieblichen Umweltschutz verbessern können. Die Nachweise erfordern einen Initialaufwand, der sich aber längerfristig lohnt. So können wir gezielt unseren Arbeitsalltag nachhaltiger gestalten», sagt Blumer, der Teil des Pro-Futura-Teams in Heiden ist. 

Sticker der Raiffeisenbank Heiden mit der Aufschrift: Raiffeisen Pro Futura «Au i mach mit!»

Setzen ein (grünes) Zeichen: Die Mitarbeitenden der Raiffeisenbank Heiden werden mit einem Sticker an die Umweltmassnahmen erinnert.

Das Pro Futura-Team hat eigens für ihre Raiffeisenbank einen grünen Sticker kreiert. Dieser wird punktuell als Reminder an verschiedenen elektrischen Geräten und innerhalb des Gebäudes geheftet. Die Mitarbeitenden werden auf diese Weise daran erinnert, den Computer über Nacht abzustellen, den Lift so wenig wie möglich zu benützen oder konsequent die Abfalltrennung zu machen. Der Sticker kann bei den Mitarbeitenden zu Hause verwendet werden. Auch die Kunden der Raiffeisenbank Heiden sind schon auf die grünen Sticker aufmerksam geworden. «Die Idee ist tatsächlich sowohl als Erinnerung für unsere Mitarbeitenden gedacht, als auch um ein Zeichen nach aussen zu setzen. Nachhaltigkeit war schon immer ein Grundsatz von Raiffeisen und wir sind stolz, dies proaktiv vorzuleben», erklärt Blumer.

Über den BMW-Elektrowagen hätte sich die Raiffeisenbank Heiden auch gefreut, verrät Philipp Blumer schmunzelnd. Dieser ging aber bekanntlich in die Welschschweiz und die Mitarbeitenden der Raiffeisenbank du Mont-Tendre haben die sechs Monate Probefahren sichtlich genossen!

 

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