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Agile Arbeitsformen: Hybridlösungen führen zum Erfolg

02.07.2018 |
  • Unser Unternehmen

Projektmanagement und eine lineare Schritt-für-Schritt-Vorgehensweise passen längst nicht mehr zusammen: «Agiles Arbeiten» ist das Lösungswort. Im Raiffeisen-Arbeitsalltag sind es Mischformen aus der traditionellen und modernen Projektarbeit, die zur Anwendung kommen. Agilität ist im Unternehmen nicht nur Methodik sondern auch Mindset und setzt deshalb eine kulturelle Einbettung voraus. Welches Potenzial agile Arbeitsmethoden haben, berichtet Christian Mewes, Projektmanager bei Raiffeisen Schweiz.

Portrait von Christian Mewes, Projektmanager bei Raiffeisen Schweiz

Christian Mewes, Projektmanager bei Raiffeisen Schweiz

Agilität in der Projektführung lässt sich leicht mit Schnelligkeit oder Effizienz verwechseln. Dieses Verständnis ist jedoch zu kurz gegriffen. Hinter dem Begriff steht eine ganze Bewegung, die ihren Ursprung in der Softwareentwicklung vor über 20 Jahren findet und sich in der jüngeren Vergangenheit zum Beispiel in der Scrum-Welt voll entfaltet. Agile Methoden stehen für individuelle Interaktion im Entwicklungsprozess, funktionierende Abläufe, Zusammenarbeit und schnelle Reaktion. 2001 entstand auf diesen Grundsätzen basierend das «Agile Manifest» für Softwareentwickler. Kurze Sprints und eine rege Einbindung aller Beteiligten sollen demnach verhindern, an langfristigen und realitätsfremden Zielen vorbei zu schiessen. «Der sich stetig verändernde Markt, Lieferanten und Kunden geben uns ein hohes Tempo vor. Die direkte, schnelle und digitale Kommunikation auf unterschiedlichsten Kanälen ist für uns als Bank eine wichtige Zielsetzung. Mit agilen Arbeitsmethoden können wir definitiv schneller und auch zielgerichteter auf solche Bedürfnisse reagieren», erklärt Christian Mewes, Projektmanager bei Raiffeisen Schweiz. 

 

Wasserfall versus Beweglichkeit

Wer in einzelnen und in sich abgeschlossenen Projektschritten denkt, kommt nicht schnell genug zum Ziel. Herkömmliche Methoden, wie das traditionelle Wasserfall-Modell, verschliessen sich der Chance, das zu erstellende Produkt laufend zu hinterfragen und stetig an die sich schnell wandelnden Anforderungen einer digitalen Umgebung anzupassen. 

Mitarbeitende in einem Meeting

Arbeitsgruppen treiben dank einer transparenten Kommunikation eine nachhaltige Projektführung voran.

In der agilen Arbeitsmethodik ist es deshalb nicht mehr üblich, in abgeschlossenen Projektabschnitten und Funktionsbereichen zu denken. Im Fokus stehen interdisziplinäre Arbeitsgruppen – also Fachleute aus den unterschiedlich Bereichen – die dank einer transparenten Kommunikation und einer starken Dialogs-Kultur den Wissensaustausch und somit eine langfristige und nachhaltige Projektführung vorantreiben. Es sind Iterationszyklen, auch «Sprints» genannt, in denen gearbeitet wird – das in sich abgeschlossene Phasen-Denken aus dem Wasserfall-Modell wird hier hinter sich gelassen. Ein besonderes Merkmal der agilen Vorgehensweise sind die Projektteams, die sich selber organisieren und eine hohe Eigenverantwortung an den Tag legen. «Ja», bestätigt Mewes. «Die agile Projektführung erhöht die Kundenorientierung und ermöglicht eine schnellere Umsetzung. Als Ganzes ist sie aber auch komplexer.»

 

«Wir sind auf dem Weg»

«Agile Unternehmen sind erfolgreicher am Markt» titelt zum Beispiel die NZZ. Ist Agil demnach in jedem Fall die bessere Variante? «Schneller ist nicht in jedem Fall besser», meint Mewes. Er warnt vor übereifrigem Aktionismus und betont, dass in etablierten Unternehmen mit einer langjährigen Tradition wie Raiffeisen, bei der Einführung neuer Produkte oder Software immer auch die bestehende Infrastruktur berücksichtig werden muss. Deshalb setzt Raiffeisen auf eine Hybridlösung – das heisst, dass neue und alte Methoden, Abläufe und Strukturen zusammenspielen und sich komplementieren. Gemäss Christian Mewes setzt Raiffeisen bewusst nicht komplett auf Agilität: «Ich erlebe unsere Vorgehensweise als einen effizienten Prozess, in dem sich lineare und agile Vorgehensweisen dynamisch durchmischen. Es gibt nicht nur den einen richtigen Weg. Vielmehr habe ich den Anspruch an mich und unsere Projektmanager, dass wir für Raiffeisen die passenden Lösungen finden, die die besten Eigenschaften aus der linearen und agilen Welt vereinen.» Eine solche hybride Umsetzung komme in immer mehr Projekten zum Tragen.

 

Im Zentrum steht der Mensch

Jedes Projekt – mag es noch so technokratisch und abstrakt sein– lebt von der Qualität der Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb eines Teams. Mit dieser Erkenntnis rückt der Mensch unweigerlich ins Zentrum. Wir wollten deshalb von Christian Mewes wissen, welche Qualitäten eine Projektmanagerin oder einen Projektmanager in einem agilen Umfeld mitbringen muss.

Der Stellenwert der direkten Kommunikation innerhalb eines agilen Projektteams ist hoch. Zuhören, Verstehen und Artikulieren sind Eigenschaften, die unabdingbar sind. Und natürlich ist eine Flexibilität gefordert, Dinge zu machen, die nicht aus dem angestammten Gebiet kommen. Programmierer zum Beispiel müssen ebenfalls planen können. Die Kernkompetenzbereiche bleiben. Die Grenzen sind weicher.

 

Ist «Agilität» als Organisationsform Zukunftsmusik?

Raiffeisen führt ein Competence Center Methodik, in dem auch die Standards für das Projektmanagement erarbeitet werden – also auch die Anwendung von agilen Arbeitsmethoden. «Das ist eine sehr technische Bezeichnung für etwas, das tatsächlich unser gesamtes Handeln innerhalb des Unternehmens beeinflusst und prägt», so Mewes. Langfristig lassen sich auch agile Unternehmensformen aus beweglichen Methoden ableiten und weiterentwickeln. Dies ist aber erst dann möglich, wenn die agile Denkweise in der Unternehmenskultur und in den organisatorischen Abläufen breit verankert ist. Raiffeisen befindet sich hier auf dem Weg, um die jeweils optimalsten Formen zu prüfen und falls passend, zu adaptieren. «Hier sind wir stetig dran. Dieser Weg hin zu agilen Arbeitsweisen – und vielleicht auch einmal einer kompletten agilen Organisationsform – ist noch längst nicht zu Ende. Es ist ein langwieriger Prozess, aber ein spannender und lohnender», erklärt Mewes abschliessend.

 

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