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Sechs Orte im Tessin für Kulturliebhaber

28.07.2017 |
  • Erlebnis

Nebst eindrücklicher Architektur und Kunst bietet der Sonnenkanton auch einige historische Trouvaillen und Kulturevents, die allemal einen Besuch wert sind.
 

Besuch im Kunstmuseum des LAC Lugano

Besuch im Kunstmuseum des LAC Lugano

Besuch im Kunstmuseum des LAC Lugano

Wer sich für Kultur interessiert, kommt bei einer Reise ins Tessin nicht um das LAC («Lugano Arte e Cultura») herum. Das Zentrum für Kunst und Kultur wird nicht zu Unrecht als Phönix aus der Asche bezeichnet: Der L-förmige Neubau aus poliertem Stein und Glas wurde auf den Ruinen des einstigen Grand-Hotels «Palace» unter dem Architekten Ivano Gianola erbaut. Heute beherbergt das architektonisch beeindruckende Werk einen Konzert- und einen Theatersaal sowie ein Museum der Tessiner Kunst: das Museo d’arte della Svizzera italiana. Das Museum zeigt Sammlungen aus Lugano und dem ganzen Kanton, welche sich zeitlich von der Antike bis zur Gegenwart erstrecken. Das Museum führt Kunstliebhaber über fünf Stockwerke von antiker, aber auch moderner und zeitgenössicher Kunst.

 

Eine architektonische (Zeit-)Reise durch Lugano

Eine architektonische (Zeit-)Reise durch Lugano

Eine architektonische (Zeit-)Reise durch Lugano

Die Stadt Lugano bietet architektonisch noch weit mehr als das LAC – ist dieses doch nur eines von zahlreichen Beispielen, wie in der Stadt Geschichte und Moderne architektonisch weich verschmelzen. Auf einer geführten Tour durch die Architektur Luganos lässt sich die bauliche Geschichte der Stadt erleben: Angefangen bei den Bauten von wohlhabenden Bauleuten aus dem Mittelalter – etwa den Maestri Comacini und den Intelvesi – über Gebäude aus dem 20. Jahrhundert von Mario Chiattone und Livio Vacchini, bis hin zum modernen Campus der Università della Svizzera italiana. Die architektonische (Zeit-)Reise führt während zweier Stunden an imposanten Palästen, historischen und futuristischen Bauten sowie wunderschönen Arkaden vorbei, die das heutige Stadtbild prägen. 

 

Drei-Burgen-Tour in Bellinzona

Drei-Burgen-Tour in Bellinzona

Drei-Burgen-Tour in Bellinzona

Die Hauptstadt des Tessins ist insbesondere für ihre Burgen bekannt: Das Castelgrande, das Castello di Montebello und Castello di Sasso bilden gemeinsam mit der Stadtmauer und der Wehrmauer Murata das UNESCO Welterbe. Die Burgen entstanden als Wehranlage im Mittelalter, als sich die Mailändischen Herzoge vor den eindringenden Eidgenossen schützen wollten. Die mit Zinn gekrönten Festungsmauern, die majestätischen Türme und die eingelassenen Tore des Bollwerks gelten als eine der beliebtesten Attraktionen des Tessins. Die drei Burgen sind durch ein Touristenbähnchen verbunden. Wer tiefer in die Welt von Burgen, Herzogen und mittelalterlichen Kämpfen eintauchen will, erlebt auf einem Rundgang durch die Wehranlage und in den darin errichteten Museen die einzigartige Geschichte Bellinzonas hautnah.

 

Ein Besuch im Walserhaus in Bosco Gurin

Ein Besuch im Walserhaus in Bosco Gurin

Ein Besuch im Walserhaus in Bosco Gurin

Das historische Dörfchen Bosco Gurin ist als solches bereits eine Reise wert: Wer durch das höchstgelegene Dorf im Tessin schlendert, wähnt sich, umgeben vom Bergpanorama und inmitten zahlreicher Holzchalets, beinahe in einem Walliser Bergdorf. Und das ist nicht von ungefähr: Noch im Mittelalter wanderten Walser über die Alpenpässe in das hochgelegene Gebiet im Tessin und gründeten das bis heute einzige deutschsprachige Dorf im Tessin. Die Kultur und die Sprache blieben über Jahrhunderte erhalten und noch heute ist stellenweise im Dorf das mittelalterliche Walserdeutsch – das «Ggurijnartitsch» – zu hören. Einen näheren Einblick in die einzigartige Kultur der Walser erhält man schliesslich im Walserhaus, ein Gebäude von 1386: Das dorfeigene Museum zeigt auf authentische und eindrückliche Weise, woher die Walser kommen, wie und wovon sie über die Jahrhunderte lebten und wie ihre Sprache und Kultur über all die Jahre überlebt haben.

 

Geschichte erleben im Gotthard-Massiv

Geschichte erleben im Gotthard-Massiv

Geschichte erleben im Gotthard-Massiv

Der Gotthard spielte für die Schweiz im zweiten Weltkrieg eine massive Rolle – im wortwörtlichen Sinn. Doch welche immense Bedeutung der Passstrasse bereits zuvor wirtschaftlich und politisch, aber auch kulturell zukam, lässt sich am Besten im Nationalen St. Gotthard-Museum erleben. Dieses liegt direkt auf dem Pass auf 2100 Metern Höhe, in einem Gebäude von 1834, indem schon Postkutschen-Reisende untergekommen sind, als sie den Pass überquert hatten. Das Museum zeigt mit modernen Mitteln, welche Meilensteine der Transitverkehr über den wohl bedeutendsten Schweizer Pass zurückgelegt hat und wie der Mensch stets gegen die ungnädige Natur auf dem Gotthard-Massiv angekämpft hat. Die historische Sammlung umfasst Dokumente, als auch Waffen und Uniformen sowie Fahrzeuge. 

Doch nicht nur auf dem Gotthard lassen sich Zeitzeugnisse erleben, auch im Gotthard selbst wird Geschichte lebendig: Im Sasso San Gottardo, der Festung im Inneren des Massivs, wurde während des zweiten Weltkriegs das Artilleriewerk «Sasso da Pigna» gebaut. Die Festung blieb noch bis 1998 in fast unverändertem Zustand einsatzbereit. Schliesslich wurde sie vom Eidgenössischen Militärdepartement bestimmt, als Denkmal von nationaler Bedeutung erhalten zu bleiben. Die Festung bot einst Platz für 420 Mann und scheint noch heute, als hätten sie die Soldaten eben erst verlassen. Sämtliche Räume – die möglichst originaltreu erhalten wurden – können heute im Museum Sasso San Gottardo besichtigt werden.
 

Ein Festivalbesuch in der Sonnenstube

Ein Festivalbesuch in der Sonnenstube

Ein Festivalbesuch in der Sonnenstube

Eine Kulturreise ins Tessin schreit förmlich nach einem Festivalbesuch – Gelegenheit bietet die italienische Schweiz genug. Gegen 50’000 Musikbegeisterte strömen jeweils Ende Juli auf die Piazza Grande in Locarno – dann nämlich findet das beliebte Moon-and-Stars-Festival statt. Zwischen Einkaufsläden und Restaurants bringen die angereisten Musikfans das Kopfsteinpflaster zum Beben – in diesem Jahr etwa zur Musik von Amy Macdonald, Macklemore und Zucchero. Wer den lauten Festival-Klängen entfliehen will, oder aber nach dem Festival einen Ort zum Erholen sucht, der erreicht in nur 30 Minuten die paradiesischen Brissago Inseln. Die zwei Inseln weisen mit ihrem Subtropischen Klima eine Pflanzenvielfalt auf, wie sie sonst nirgends in der Schweiz zu finden ist: Über 1700 Pflanzenarten aus dem Mittelmeerraum, Südafrikas, den Subtropen Asiens, Amerikas und Ozeaniens sammeln sich auf der Fläche von gut 3700 Quadratmetern inmitten des Lago Maggiore.