Zur Übersicht

«Selbständigkeit bedeutet Unabhängigkeit, aber auch Verantwortung für die Zukunft selber zu tragen»

20.10.2017 |
  • Wirtschaft

Der Schritt in die Selbständigkeit ist ein grosser und mutiger Schritt. Selbständigkeit setzen viele mit Freiheit, Flexibilität und Eigenverwirklichung gleich. Es bedeutet aber auch die Verantwortung für das Jetzt und das Morgen zu übernehmen. Wir sprachen mit der selbständig erwerbenden Grafikerin und Illustratorin K.T.* (42) aus Basel. Sie gab uns Einblick in ihre persönliche Vorsorge-Strategie für die Zukunft.

Frau vor Laptop am Arbeiten

Der Schritt in die Selbständigkeit ist nicht jedermanns Sache, denn es bedeutet auch mehr Risiko und Verantwortung für die Zukunft zu tragen.

«Ich bin mein eigener Boss – das heisst: ich arbeite frei, flexibel und unabhängig. Kann Aufträge annehmen oder auch ablehnen. Arbeite manchmal von früh bis spät, sieben Tage die Woche oder teilweise gediegen vom Strandkorb aus und an nur ausgewählten Tagen im Monat. Es heisst aber auch, dass ich alle Risiken selber trage und mich persönlich um meine Zukunft und Vorsorge kümmern muss.

Für viele Menschen ist die Selbständigkeit das wahre Grauen. Das geregelte Einkommen, der regelmässige Austausch mit den Teamkollegen oder die konkreten Anweisungen der Vorgesetzten können für Arbeitnehmende allesamt sehr attraktiv, ja sogar bequem, sein. Ich kann das gut nachvollziehen. Lange ging es mir gleich. Heute bin ich unglaublich dankbar, dass ich meinen ganzen Mut (und mein Erspartes!) zusammen nahm und den Schritt in die Selbständigkeit wagte. Das Risiko hat sich klar gelohnt. Es gibt aber ein Risiko, auf das ich klar verzichten möchte: im Alter mit nichts da zustehen. Und deshalb entschied ich vor ein paar Jahren, ein Vorsorge 3a-Konto zu eröffnen.»

 

Grund #1: Steuern sparen

«Ja, es ist so: Sobald man heiratet, bezahlt man mehr Steuern. Jedenfalls in der Schweiz ist dies der Fall. Als ich meinen Mann vor zehn Jahre kennenlernte und wir uns nach zwei Jahren entschieden, dass wir mit oder ohne Kinder in den Hafen der Ehe einfahren wollten, waren wir uns den steuertechnischen Nachteilen einer Heirat nicht bewusst. Ehrlich gesagt: Wir dachten keine Sekunde daran. Als dann die erste Steuerrechnung ins Haus flatterte, staunten wir nicht schlecht. Daher war ich echt erfreut, als ich hörte, dass man als selbständig Erwerbende mit einem Vorsorgekonto Steuern sparen konnte.

Ich bin nicht sehr geschickt mit Zahlen. Als Grafikerin bin ich im kreativen Bereich tätig und das Zahlenjonglieren gehört einfach nicht zu meinen Stärken. Ich habe mich beraten lassen und dabei einiges gelernt: Als Inhaberin meiner Einzelfirma darf ich jährlich bis zu 20 Prozent meines Nettoeinkommens in ein Vorsorge 3a-Konto einzahlen. Das Maximum beträgt (um ganz genau zu sein) 33'840 Franken pro Jahr und muss unbedingt bis vor dem 31. Dezember auf dem 3a-Konto einbezahlt werden (das weiss ich ganz genau, weil ich es einmal beinahe verpasst hatte!). Da ich weniger als 150'000 Franken pro Jahr verdiene, lohnt sich für mich die kombinierte Pensionskassenlösung nicht.

Ich habe mich für die Säule 3a entschieden und die Steuerersparnisse dank den Einzahlungen sind für mich und meinen Mann seither signifikant ausgefallen. Wir hätten damit gleich für ein paar Wochen durch die Karibik cruisen können!»
 

Grund #2: Persönliche Absicherung für die Zukunft

«Früher heirateten viele, um sich nicht um die Zukunft sorgen zu müssen. Ich hoffe natürlich, dass mein Mann und ich das Glück haben, zusammen alt und glücklich zu werden. Trotzdem möchte ich mich unabhängig von ihm für meine eigene Zukunft absichern. Denn man weiss ja nie. Ich bin nicht gerne abhängig von anderen – mit ein Grund, wieso ich mich beruflich selbständig gemacht habe. Ich will auch nicht abhängig von der AHV sein. Denn auch hier sage ich mir: Wer weiss, wie die AHV in mehr als 20 Jahren genau aussieht und wie viel Rente ich beziehen kann? Die Säule 3a ist meine höchst persönliche Absicherung für die Zukunft – unabhängig von Ehemann und Staat. Meine Garantie, dass ich als Rentnerin ein schönes, sorgenloses Leben geniessen kann. Und wenn ich möchte, kann ich das Ersparte aus der Vorsorge bereits fünf Jahre vor dem Erreichen des Ruhestandes beziehen. Der Begriff ‘Ruhestand’ gefällt mir übrigens überhaupt nicht– ich will keine ruhige Kugel schieben im Alter, ich will weiterhin die Welt bereisen und Neues entdecken!»
 

Grund #3: Erwerbsunfähigkeit

«Was, wenn mir etwas passiert und ich nicht mehr arbeiten kann? Daran denken mag ich natürlich nicht. Als Selbständige ist es dennoch wichtig, dass ich mir in dieser Hinsicht Gedanken mache und einen sogenannten ‘Back-up Plan’ habe. Nicht nur für mich, sondern auch für meinen Mann. Ich will niemandem finanziell zur Lasten fallen.

Auch hier hat mich mein Berater – so denke und hoffe ich zumindest – sehr vorausschauend beraten: Er hat mir ans Herz gelegt, eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung abzuschliessen. Diese schützt mich bei einer bleibenden oder auch vorübergehenden Erwerbsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall. Trotzdem wäre es natürlich schlimm, wenn ich nicht mehr arbeiten könnte… Was mich bei dieser Spezialversicherung zudem überzeugt hat: Die Prämie kann ebenfalls an den Steuern abgezogen werden und so steht dieser Karibik-Reise mit Arbeiten aus dem Strandkorb schon bald nichts mehr im Wege!»

*Name der Redaktion bekannt