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Nachfolge in Familienunternehmen

25.10.2017 |
  • Wirtschaft

Ein Familienunternehmen erfolgreich führen ist die eine, die Zukunft zu sichern und es an die nächste Generation zu übergeben die andere grosse Herausforderung, die Unternehmer zu meistern haben. Fünf Familien gewähren Einblick.

 

Familie Baumgartner, Kaffeerösterei, St.Gallen

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  • Kathrin und Christoph Baumgartner, Kaffeerösterei St.Gallen
    Kathrin Baumgartner, 42, tritt die Nachfolge ihres Vaters Christoph an.
  • Kaffeewaage der Kaffeerösterei Baumgartner
    Das Unternehmen ist seit der Gründung 1799 in Händen der Familie Baumgartner.
  • Kaffee abfüllen
    Für Kathrin Baumgartner war klar: Das Unternehmen soll auch weiterhin in der Familie bleiben.
  • Säcke voller Kaffeebohnen
    Ob stark und bitter, fein und säurearm, Arabica oder Robusta – für jeden Geschmack etwas dabei.
  • Geschäft Baumgartner in St.Gallen
    Die Kaffeerösterei Baumgartner gehört zu den alten der alteingesessenen Schweizer Unternehmen.
  • Kaffeemaschine
    Baumgartner ist die älteste Kaffeerösterei der Altstadt St.Gallen.
  • Christoph Baumgartner verpackt Kaffee
    Christoph Baumgartner wird sich langsam aber sicher zurückziehen.
  • Kaffeerösterei Baumgartner in der St.Galler Altstadt.
    Kaffeerösterei Baumgartner in der St.Galler Altstadt.
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    Die 1799 in St.Gallen gegründete Kaffeerösterei Baumgartner erhält erstmals eine Chefin: Kathrin Baumgartner, 42, tritt die Nachfolge ihres Vaters Christoph an, der das Unternehmen 42 Jahre lang geführt hat. Dafür hat sie ihren geliebten Teamleiterjob in einem Fünfsternehotel aufgegeben. Sie tat es beherzt, im wahrsten Sinne des Wortes: Als der Vater, 70, von Kaufinteressenten erzählte, wurde ihr schlagartig klar: «Das Unternehmen soll in der Familie bleiben.» Sie ist seit September verantwortlich für die neun Mitarbeiter und einen Lernenden. «Gemeinsam werden wir das Geschäft führen und weiterentwickeln», sagt sie und fügt an, «damit die Tradition weiter besteht.»

     

    Meinrad Perler, Agriloro, Genesterio TI

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    • Meinrad Perler in seinem Weinkeller
      Der einstige Topbanker Meinrad Perler hat im Alter von 50 das Metier gewechselt: Agriloro heisst sein Unternehmen, das er in den Achtzigerjahren im Tessin gegründet hat.
    • Meinrad Perler auf seinem Weingut
      Heute besitzt Perler zwei Weingüter, aus den vormals sechs Hektaren sind 21 geworden, aus den 12’000 Flaschen des ersten Jahrgangs 200’000 pro Jahr.
    • Mitarbeiter von Agriloro
      Meinrad Perler beschäftigt 17 Mitarbeiter, darunter zwei Önologen.
    • Weinflaschen ohne Etiketten
      Er verkauft «ausschliesslich in der Schweiz, nur an Private, kleine Weinhandlungen sowie an Gastronomen und bewusst nicht an Grossverteiler».
    • Mitarbeiter von Agriloro in der Produktion
      28 Weine stellt Meinrad Perler her.
    • Weingut von Agriloro
      Um die Zukunft von Agriloro zu sichern, steigt sein Sohn, 48, selbstständiger Treuhänder, demnächst ein.
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      Meinrad Perler, 80, Ex-Banker, hat 1981 das Tessiner Weingut «Tenimento dell’Or» gekauft und widmet sich seither dem Weinbau. Erst hat er nur seine Trauben verkauft, 1994 dann den ersten eigenen Wein gekeltert. Ein Volltreffer, der Tropfen wurde ausgezeichnet und Perler in der Szene schlagartig bekannt. Heute besitzt Perler zwei Weingüter, aus den vormals sechs Hektaren sind 21 geworden, aus den 12’000 Flaschen des ersten Jahrgangs 200’000 pro Jahr. Perler beschäftigt 17 Mitarbeiter, darunter zwei Önologen. Agriloro ist sein Lebenswerk. Um dessen Zukunft zu sichern, steigt sein Sohn, 48, selbstständiger Treuhänder, demnächst ein und erhält das Sagen, «sobald er mir bewiesen hat, dass er das Geschäft verstanden hat».

       

      Jean-Claude Bazzan, AB Technique, Neuenburg

       

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      • Jean-Claude Bazzan, AB Technique, Neuenburg
        1994 hat Jean-Claude Bazzan mit einem Geschäftspartner AB Technique gegründet.
      • Mechanische Komponenten
        AB Technique ist Spezialist für die Fabrikation und den Verkauf höchstpräziser mechanischer Komponenten.
      • Präzisionsmechanikmaschine
        Jean-Claude Bazzan hat letztes Jahr die Aktien seines Geschäftspartners übernommen und ist nun Alleinbesitzer.
      • Ehefrau von Jean-Claude Bazzan bei der Arbeit
        Das Unternehmen mit sechs Mitarbeitern, darunter Ehefrau und Sohn, gehört nun ganz ihm.
      • Mitarbeiter von AB Technique in der Produktion
        Mitarbeiter von AB Technique in der Produktion.
      • Mitarbeiter von AB Technique bei der Erstellung mechanischer Komponenten.
        Mitarbeiter von AB Technique bei der Erstellung mechanischer Komponenten.
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        1994 hat Jean-Claude Bazzan mit einem Geschäftspartner AB Technique gegründet, Spezialistin für die Fabrikation und den Verkauf höchstpräziser mechanischer Komponenten. Letztes Jahr wollte sich sein Compagnon altershalber aus dem Unternehmen zurückziehen. Bazzan, 51, hatte die Wahl, ebenfalls auszusteigen und das Unternehmen zu verkaufen oder sich auf einen neuen Partner einzulassen oder aber allein weiterzumachen. Er hat sich für Letzteres entschieden. Das Unternehmen mit sechs Mitarbeitern, darunter Ehefrau und Sohn, gehört nun ganz ihm — kreditfinanziert. «Ich bin jetzt zwar verschuldet, kann aber nun auch alles selber bestimmen», sagt Bazzan.

         

        Peter und David Luisi, Filmemacher, Zürich

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        • Peter und David Luisi, Filmemacher, Zürich
          Peter Luisi (rechts), 42, ist Filmemacher, David Luisi, 44, ist Entrepreneur mit Fokus digitale Kommunikation und Social Media Content.
        • Peter und David Luisi, Filmemacher, Zürich
          Peter Luisi (rechts), 42, ist Filmemacher, David Luisi, 44, ist Entrepreneur mit Fokus digitale Kommunikation und Social Media Content.
        • Filmschnitt «Flitzer»
          Fünf Spielfilme haben die beiden bislang realisiert, ihr neuster ist «Flitzer».
        • Arbeiten am Film «Flitzer»
          Mit acht Wochen drehen, 40 Drehorten, über 200 Beteiligten und einem 2,8-Millionen-Franken-Budget ist der Kinofilm ihr bislang aufwendigstes Werk.
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          Peter Luisi (rechts), 42, ist Filmemacher, David Luisi, 44, ist Entrepreneur mit Fokus digitale Kommunikation und Social Media Content. Jeder lebt sein Leben. Macht sich Peter daran, ein Filmprojekt umzusetzen, verschmelzen sie zum Team, mit Peter als Regisseur und David als Produzenten, der organisiert, orchestriert und kalkuliert. Fünf Spielfilme haben die beiden bislang realisiert, ihr neuster ist «Flitzer». Mit acht Wochen drehen, 40 Drehorten, über 200 Beteiligten und einem 2,8-Millionen-Franken-Budget ist der Kinofilm ihr bislang aufwendigstes Werk. Seit der Film im Kasten ist und bis zum nächsten gehen die Brüder wieder ihren jeweils eigenen Weg: David in seinem im Juli gegründeten Start-up Billionwords. Peter entwickelt den nächsten Streifen.

           

          Claudio Luzi, Bauer in Juf

           

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          • Claudio Luzi, Bauer, mit seiner Nichte, ihrem Ehemann und Tochter
            In Juf, mit 2’126 Metern über Meer das höchstgelegene Dorf Europas, pflegt Claudio Luzi (rechts) seit 40 Jahren das Erbe seiner Vorväter.
          • Claudio Luzi mit seiner Nichte Janine Hasler beim Kühemelken
            Nächstes Jahr wird er den Hof an seine Nichte Janine Hasler und deren Ehemann überschreiben.
          • Claudio Luzi im Kuhstall
            Ihm gehören 26 Kühe und 30 Schafe.
          • Claudio Luzi pflegt seine 24 Hektaren Wiesen
            Er lebt vom Verkauf von Butter, Milch, Rahm, Fleisch – und Direktzahlungen, «ohne ginge es nicht».
          • Kühe auf der Weide
            Sein Erbe: 24 Hektaren Wiesen, eine Alp.
          • Kinder spielen auf dem Bauernhof
            Claudio Luzi ist nicht traurig: «Ich bin froh, dass alles in der Familie bleibt. Sonst hätte ich ja ein Leben lang gearbeitet für nichts.»
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            In Juf, mit 2’126 Metern über Meer das höchstgelegene Dorf Europas, pflegt Claudio Luzi (rechts) seit 40 Jahren das Erbe seiner Vorväter: 24 Hektaren Wiesen, eine Alp. Ihm gehören 26 Kühe und 30 Schafe. Er lebt vom Verkauf von Butter, Milch, Rahm, Fleisch – und Direktzahlungen, «ohne ginge es nicht». Nächstes Jahr wird er den Hof an seine Nichte Janine Hasler und deren Ehemann überschreiben. Nicht weil er, 60, müde ist, sondern weil der Bund Newcomern im Alter bis maximal 35 Jahren ein Startkapital bezahlt und die Jungen das Geld brauchen, um das eine oder andere nach ihrem Gutdünken umzugestalten. Traurig? «Oh, nein, ich bin froh, dass alles in der Familie bleibt», sagt Claudio Luzi, «sonst hätte ich ja ein Leben lang gearbeitet für nichts.»

             

            Lesen Sie die ganze Reportage in der aktuellen Ausgabe des Savoir Faire.