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Wie gut kennen Sie das Schweizer Unternehmen Valser?

08.08.2018 |
  • Erlebnis

Wie kam Valser eigentlich zu seinen Quellen? Und warum wird im ganzen Val Lumnezia nur in Vals Deutsch gesprochen? Das grosse Quiz rund um die Welt der Firma Valser.

 

1. Von «Valser Naturell» bis «Valser Viva»: Das Unternehmen führt zahlreiche Produkte mit dem Wasser seiner Mineralquellen im Sortiment. Welches ist kein Valser Produkt?

a) Valser Menthe

b) Valser Viva Mango & Guave

c) Valser Apfel & Zitrone

Diverse Getränkeflaschen von Valser im Vordergrund, im Hintergrund ein Bild des Bergpanoramas um Vals.

Ob mit Aroma oder ohne: Die Getränkewelt von Valser ist vielseitig.

Korrekte Antwort: C. Das Sortiment von Valser reicht von «Valser Classic», «Valser Naturelle» und «Valser Limelite» über «Valser Menthe» und «Valser Viva Birne & Melisse», bis hin zu «Valser Viva Mango & Guave» – ein Produkt mit Apfelaroma findet sich jedoch nicht darin.

Flaschen der Sorten «Valser Limelite», «Valser Menthe» und «Valser Viva».

Ein Produkt mit Apfelaroma gibt es bei Valser (noch) nicht.

 

2. Welches ist seit 1960 die Hauptquelle für die Produkte von Valser?

a) St. Petersquelle

b) St. Paulsquelle

c) St. Ursenquelle

Eine angedeutete «Valser»-Säule im Vordergrund, dahinter ein Bild des Berggesteins aus der Quellregion mit der Aufschrift: «Mineralwaser – ein gesunder Genuss.»

1960 hat Valser seine heutige Hauptquelle erstmals angezapft.

Korrekte Antwort: A. Bereits die Römer wussten um die heilende Wirkung der St. Petersquelle, die in Vals mit 30°C entspringt. Ihr Wasser – einstiges Regenwasser, Schnee oder Eis – stammt vom Piz Serengasta und dem Val Serengasta, und sammelte während mindestens 25 Jahren Mineralien auf seiner Reise durch den Berg: 1820 Milligramm Mineralien sind in einem Liter Valser Wasser enthalten. «Der Berg ist die Fabrik, wir versuchen lediglich, die einzigartige Qualität des Mineralwassers beim Abfüllen zu erhalten», sagt Erwin Berni, Leiter des Besucherzentrums «Valser Wasserwelt». Daher auch der bekannte Valser Slogan: «Vo Berga gmacht.». Die St. Paulsquelle ist ebenfalls eine von «Valser» genutzte Quelle, sie wurde aber erst im 2010 erschlossen.

Eine Getränkesäule mit dem «Valser-Classic»-Logo.

Das Wasser der St. Petersquelle sammelt auf seiner Reise durch den Berg während mindestens 25 Jahren Minderalien.

 

3. Das Firmengebäude von «Valser» ist das einzige Gebäude im Dorf mit Solarzellen auf dem Dach. Weshalb?

a) In Vals gibt es nur wenige Sonnentage. Kleine Flächen mit Solarzellen würden sich nicht lohnen. 

b) Die Walser (Einwohner von Vals) sind bekannt für ihren geringen Stromverbrauch. Das Interesse an alternativen Energien ist daher eher klein. 

c) Die Bauvorschriften sehen in Vals nur Dächer mit einheimischen Stein vor – Solarzellen auf privaten Dächern sind daher nicht erlaubt.

Das Produktionsgebäude der Firma «Valser» mit der Solaranlage auf dem Flachdach. Im Hintergrund einige typische Privathäuser mit Steindächern.

Als einziges Gebäude im Dorf hat das Unternehmen Valser eine Solaranlage auf dem Dach.

Korrekte Antwort: C. Das Dorfbild von Vals mit seinen Steindächern ist einzigartig – und soll deshalb mittels Bauvorschriften auch gewahrt werden. Die Firma Valser Mineralquellen GmbH stellte deshalb ihr Flachdach zur Verfügung und liess die Solargenossenschaft Vals eine Solaranlage darauf errichten. Die Anlage produziert heute Strom für 36 Haushalte.

Die Solaranlage auf dem Flachdach von «Valser». Dahinter einige Privathäuser mit Steindächern.

Die Bauvorschriften in Vals sehen für Privathäuser ausschliesslich Steindächer vor – Firmen bilden eine Ausnahme.

 

4. Vals ist sprachlich gesehen eine Insel: Im 1000-Seelendorf inmitten des rätoromanischen Val Lumnezia wird Schweizerdeutsch gesprochen. Weshalb? 

a) Viele Berner wanderten im 20. Jahrhundert ins Bünderland aus, weil es hier noch viel ungenutztes Land gab. Im Gebiet um Vals blieben sie fast ganz unter sich – bis heute.

b) Die Einwohner von Vals stammen von einer Gruppe von Wallisern ab, die vor rund 700 Jahren ins Bünderland auswanderte – daher ihr Name «Walser». Da sie sich stark von ihren Nachbardörfern abgrenzten, erhielten sie die Sprache bis heute.

c) Ehe sich die Rätoromanen in weiten Teilen des Bünderlands ausbreiteten, befand sich auf der Höhe von Vals die Sprachgrenze. Das Dorf blieb in Deutschschweizer Hand. 

Das Dorf Vals mit seinen Steindach-Häusern, eingebettet in grüne Hügel und im Hintergrund beschneite Berge.

Vals ist das einzige deutschsprachige Dorf im Val Lumnezia. © Lukas Schweizer/Visit Vals

Korrekte Antwort: B. Die Walser wanderten in mehrere Täler des romanisch sprachigen Graubünden ein. Bis heute wird in Vals das einzigartige – wenn auch über die Jahre abgeschwächte – Walserdeutsch gesprochen. Tatsächlich blieben die Valser stets gerne unter sich. Früher gingen die Valser gar eher nach Bellinzona zum Markt als bei den umliegenden Dörfern einzukaufen. Bis heute verzeichnet Vals wenig Abwanderung: «Wir sind ein kleines Dorf mit 1000 Einwohnern, die meisten wohnen und arbeiten hier. Man kann sagen: Wir leben Valser», sagt Erwin Berni. Mit seinen 75 Arbeitsplätzen ist Valser deshalb ein wichtiger Arbeitgeber im Dorf. 

Blick vom Hügel auf das Dorf Vals in der Dämmerung, eingebettet in Hügel und Berge.

Weil die Walser gerne unter sich blieben, wird in Vals bis heute eine abgeschwächte Form von Walserdeutsch gesprochen. © Lukas Schweizer/Visit Vals

 

5. Bis 2002 gehörte die Firma zur Hess Holding des Unternehmers Donald Hess. Da dieser aber keinen Nachfolger fand, verkaufte er «Valser». Zu welchem Konzern gehört das Unternehmen heute?

a) Coca-Cola HBC

b) Hilcona AG

c) Nestlé S.A. 

Blick in die vollautomatische Produktionshalle von Valser, in der gerade eine Sorte von «Valser»-Getränken abgefüllt wird.

Das Traditionsunternehmen ist seit 2002 in den Händen eines internationalen Konzerns.

Korrekte Antwort: A. Donald Hess hat das Unternehmen 2002 an den Weltkonzern Coca-Cola verkauft. Die Quelle hingegen bleibt unverkäuflich, wie Erwin Berni betont: «Sie gehört der Gemeinde Vals. Coca-Cola bezahlt pro Liter verwendetes Wasser eine Konzessionsgebühr an die Gemeinde.» Das Traditionsunternehmen halte nach wie vor an seinen Werten fest und sieht die Übernahme durchaus positiv: «Gebäude, Maschinen und eine zweite erschlossene Quelle: Coca-Cola hat grosse Investitionen getätigt, die wir uns zuvor niemals hätten leisten können», so Berni. 

Die abgefüllten Flaschen von «Valser Limelite» auf dem Fliessband, wo sie soeben etikettiert werden.

Das Unternehmen gehört heute zwar zum Coca-Cola-Konzern, die Quelle hingegen gehört noch immer der Gemeinde Vals.

 

6. Die Valser St. Petersquelle entspringt in der Gegend «Rootahäärd» (roter Herd). Auf welche Besonderheit des Valser Mineralquellwassers weist der Name hin?

a) Die Bezeichnung «Rootahäärd» ist abgeleitet von «verbrannter Erde». Weil es in der Gegend immer wieder zu Waldbränden kommt, enthält das Wasser Kohlepartikel.

b) Der Boden in der Gegend ist rötlich gefärbt, weil er sehr viel Eisen enthält. Das Mineralwasser aus der Quelle hat deshalb einen vergleichsweise hohen Eisengehalt.

c) Der rote Boden in der Gegend entspricht dem Typ «Terra Rossa», den man sonst häufig im Mittelmeerraum antrifft. Er wird auch als «Kalksteinrotlehm» bezeichnet. Das Wasser enthält deshalb viel Kalkstein und Tonmineralien.

Blick auf den Eingang der «Valser»-Wasserwelt mit Bildern von Wasser und Gestein.

Das Mineralwasser von Valser verfügt über eine Besonderheit, die bereits im Namen der Quellgegend angedeutet wird.

Korrekte Antwort: B. Die Bezeichnung rührt vom hohen Eisengehalt in der Gegend her, das sich auch im Mineralwasser aus der St. Petersquelle spiegelt. Weil es sich dabei aber um Eisen handelt, das vom Körper nicht aufgenommen werden kann, wird es dem Mineralwasser entzogen, ehe es in die Flaschen abgefüllt wird. 

Eine Flasche mit frischem Mineralwasser, das rote Partikel enthält. Daneben eine Flasche von abgefülltem «Valser»-Wasser, dem das Eisen bereits entzogen wurde.

Der hohe Eisengehalt zeigt sich in Form von roten Partikeln im Mineralwasser der St. Petersquelle.

 

7. Sowohl das «Valser Naturelle» als auch das «Valser Silence» enthalten keine Kohlensäure. Worin also besteht ihr Unterschied?

a) Das «Valser Silence» stammt aus einer anderen Quelle, nämlich der St. Paulsquelle.

b) Das «Valser Naturelle» ist näher am Originalwasser aus der Quelle, sprich: es enthält noch immer verhältnismässig viel Eisen. 

c) Das «Valser Silence» ist mit Vitaminen angereichert. 

Getränkeflaschen der Sorten «Valser Classic», «Valser Silence» und «Valser Naturelle» nebeneinander.

Der Unterschied zwischen «Valser Naturelle» und «Valser Silence» macht sich nicht gleich bemerkbar.

Korrekte Antwort: A. Tatsächlich liegt der Unterschied in der Quelle. Das Wasser der St. Paulsquelle ist lediglich drei bis fünf Jahre im Boden (bei der St. Petersquelle mindestens 25), ehe es dem Berg mit 5°C entspringt (zum Vergleich: 30°C bei der St. Petersquelle). Entsprechend hat das Wasser weniger Zeit, Mineralien anzusammeln: «Valser Silence» enthält lediglich 220 Milligram Mineralien pro Liter.

Ein Regal mit den Sorten «Valser Classic», «Valser Silence» und «Valser Naturelle».

Das «Valser Silence» entstammt nicht der Hauptquelle, sondern der St. Paulsquelle.

 

8. Um das Dorf Vals gibt es einige Quellen. Weshalb hat man sich ausgerechnet für die St. Paulsquelle als Zweitquelle entschieden?

a) Seit Römerzeiten ranken sich Legenden um die heutige St. Paulsquelle, der zahlreiche Wunderheilungen zu verdanken seien. 

b) Einer schwerkranken Valserin erschien vor über 300 Jahren nahe der Quelle der heilige Paul. Als sie gesund von der Quelle zurückkehrte, wurde bald darauf mit deren «Heilwasser» gehandelt. Valser hat die einstige Beliebtheit der Quelle neu entfacht. 

c) Die Quelle war bei Kühen besonders beliebt – also sollte sie dies bei Menschen auch sein. 

Im Vordergrund steht eine Flasche des ursprünglichen Mineralwassers, angereichert mit den roten Eisenpartikeln. Dahinter ein Bild von wild fallendem Wasser.

Dass man sich ausgerechnet für die St. Paulsquelle als Zweitquelle entschieden hat, hat einen unkonventionellen Grund.

Korrekte Antwort: C. Tatsächlich sollen die Kühe auf der Alp eine wichtige Rolle gespielt haben, als man sich nach einer zweiten Quelle zum Anzapfen umsah. Schnell wurde bemerkt, dass die Kühe sehr oft vom Wasser der St. Paulsquelle tranken, «und man dachte sich wohl, dass dies folglich gutes Wasser sein müsse», erzählt Erwin Berni mit einem Schmunzeln.

Im Vordergrund liegen drei Kühe bequem auf einem grünen Hügel, im Hintergrund das Dorf Vals mit seinen Steindach-Häusern.

Die St. Paulsquelle war bei Kühen besonders beliebt – wie kann das Wasser also nicht gut sein?

 

9. Kommen wir zu einer Schätzfrage: Wie viele Liter Mineralwasser können bei Valser pro Tag abgefüllt werden? 

a) Bis zu 120'000 Liter pro Tag

b) Bis zu 800'000 Liter pro Tag

c) Bis zu 450'000 Liter pro Tag 

Fliessband mit zahlreichen abgefüllten «Valser Limelite»-Getränken.

Bei Valser werden über 100'000 Liter Wasser pro Tag abgefüllt – aber wie viel genau?

Korrekte Antwort: B. Bei Valser können pro Tag bis zu 800'000 Liter Wasser und bis zu 100 Millionen Liter pro Jahr abgefüllt werden. Die Menge pro Tag ist abhängig von den verschiedenen Sorten, die abgefüllt werden. Denn: Jedes Produkt hat eine andere sogenannte Abfüllgeschwindigkeit. 

Fliessband mit zahlreichen abgefüllten «Valser Limelite»-Getränken in der Produktionshalle des Unternehmens.

Bei Valser werden insgesamt bis zu 100 Millionen Liter Wasser pro Jahr abgefüllt.

 

10. Thema Umwelt: Die Wasserwelt von Valser macht den Besucher eindrücklich auf einen bewussten Umgang mit Wasser aufmerksam. Valser selbst kann man sowohl in PET-Flaschen als auch in Glasflaschen (zum Beispiel per Heimlieferservice) kaufen. Was ist umweltschonender?

a) In der PET-Flasche, weil rezyklierbar.

b) In der Glasflasche, weil abwaschbar. 

c) Beides ist gleich belastend für die Umwelt. 

Ein Tisch mit Petflaschen der Sorte «Valser Classic» im Vordergund und Glasflaschen der Sorten «Valser Silence» und «Valser Classic» im Hintergrund.

Mineralwasser von «Valser» ist für Kunden sowohl in PET-Flaschen als auch in Glasflaschen erhältlich.

Korrekte Antwort: C. Der Verbrauch in PET-Flaschen belastet die Umwelt etwa gleich stark, wie wenn man sie in Glasflaschen kauft und retourniert. Die heutigen Valser PET-Flaschen bestehen aus 35 bis 40 Prozent Rezyclat. Die Glasflaschen wiederum können zwar immer wieder verwendet werden, müssen aber jeweils heiss ausgespült werden. 

Eine gebastelte Blume aus einem PET-Flaschenboden im Vordergrund, dahinter mehrere Glas- und PET-Flaschen mit «Valser»-Getränken.

Der Wasserkonsum in PET-Flaschen ist für die Umwelt etwa ähnlich belastend wie jener in Glasflaschen.

 

    

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