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Vorsorgeplanung zahlt sich aus

07.07.2016 |
  • Wirtschaft

Anfang 50 reifte in Hermann Gubler (69) der Plan: «Pensionierung mit 63». Was zu Beginn noch wie ein frommer Wunsch anmutete, konnte der Solothurner tatsächlich umsetzen. Am 30. November 2008 vollendete er seinen letzten Arbeitstag und legte somit einen, für ihn und seine Familie, prägenden Lebensabschnitt ad acta. Das Leben «danach» – also nach der Pensionierung – unterscheidet sich zwar inhaltlich von seinem früheren Berufsalltag, seine Ansprüche an die Lebensgestaltung haben sich aber als Rentner nicht geändert.

Der Wechsel hätte für Hermann Gubler (69) aus Kienberg (SO) abrupter nicht sein können: Nach zehn erfüllten Jahren als Inbetriebnahmeleiter von chemischen Anlagen im In- und Ausland (zuletzt in Singapur) kam Gubler vom hektischen Berufsalltag im tropisch-asiatischen Klima zurück in den kalten Schweizer Winter, wo er sein neues Leben als Rentner ohne vorgegebenen regelmässigen Tagesablauf aufnehmen sollte. «Daran musste ich mich schon erst Mal gewöhnen», meint der stolze Grossvater von zwei Enkelkindern heute im Rückblick.

 

Aller Anfang ist schwer

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat sich Hermann Gubler zusammen mit seiner Frau den neuen Lebensumständen angepasst. Die Themen seines Alltags änderten sich als frischgebackener Rentner, nicht aber seine Ansprüche an die Lebensgestaltung.

Ein Beispiel? «Seit jeher wollte ich gut informiert sein. Das war für mich im Geschäftsalltag genauso wichtig wie heute. Ich lese immer noch täglich zwei Tageszeitungen. Zudem muss ich im Alltag etwas bewegen und auch aktiv zupacken können. Auch dieses Verhalten habe ich von meinem beruflichen Alltag in mein Leben als Rentner übernommen.» Offensichtlich!

So ist Hermann Gubler stolzer Besitzer eines Rebberges, eines grossen Gartens und verschiedener Bienenstöcke. Seine aufwändigen Hobbies betreibt er zusammen mit seiner Frau. Langweile kommt im Hause Gubler also keine auf. Hört sich sein Aktions-Arrangement doch eher wie ein 100-Prozent Job an, denn als ruhig gemächlicher Rentner-Alltag. «Man muss in der Pension schon aufpassen, dass man sich nicht ‚überlupft’», betont er daher auch auf unser Nachfragen. «Die Balance zwischen Ruhe und Aktion muss stimmen.»

Aus finanzieller Sicht gestaltet sich sein Alltag für ihn und seine Frau heute angenehmer und entspannter als in früheren Jahren. Als junge Familie mussten Gublers schon hier und da den Gürtel etwas enger schnallen. Heute fühlt er sich in der komfortablen Lage, sich auch mal etwas zu gönnen, was früher vielleicht nicht möglich gewesen wäre. Sei es, weil er und seine Frau es sich nicht leisten konnten oder zugunsten von Sparmassnahmen nicht leisten wollten.

Seit jeher interessierte sich Hermann Gubler für die Börse. Er betreute seine privaten Anlagen langfristig, umsichtig und mit viel Geduld. «Diese Arbeit hat durchaus auch etwas Spielerisches an sich. Für mich hat sich dieses Spiel auf lange Zeit ausbezahlt», meint der passionierte Hobbyimker verschmitzt.

 

Das Leben «danach»

Hat er sich dieses Leben «danach» – also nach dem Berufsalltag – so vorgestellt? Und wie hat er sich zusammen mit seiner Frau darauf vorbereitet, fragen wir ihn.

«Ich hatte keine konkrete Vorstellung vom Leben als Rentner. Hingegen hegte ich schon früh den Wunsch nach einer Frühpensionierung. Darauf arbeitete ich stetig hin. Der Plan ging auf. Nicht zuletzt dank einer Überbrückungsrente seitens Arbeitgeber. Das war Glück und natürlich herzlich willkommen», antwortet Gubler. Er hätte den Schritt in die Frühpensionierung aber auch ohne diese finanzielle Unterstützung umsetzen können, betont er weiter.

Hermann Gubler mit seinem Reise-Freund in Costa Rica

Hermann Gubler mit seinem Reise-Freund in Costa Rica

Hermann Gubler auf dem Weg zum Iguazu Wasserfall in Argentinien

Hermann Gubler auf dem Weg zum Iguazu Wasserfall in Argentinien

Vulkan Arenal in Costa Rica

Vulkan Arenal in Costa Rica

Hermann Gubler beim Perito Moreno Gletscher in Argentinien

Hermann Gubler beim Perito Moreno Gletscher in Argentinien

Das Ehepaar Gubler liess sich frühzeitig anleiten, wie sie ihre Finanzplanung bis ins hohe Alter ausgestalten sollten. «Das war damals keine emotionale Planung. Unser Vorgehen war eher unternehmerischer Natur.» Für das Ehepaar Gubler war es wichtig, als Rentner über eine Finanzstrategie zu verfügen, die den Lebensalltag im Alter langfristig sichern würde. «Die eine oder andere Reise und andere Vergnügungen sollten in dieser Planung ebenfalls ihren Platz finden», erzählt Hermann Gubler weiter.

Der Senior betont, dass die Umsetzung dieser Finanz- und Vorsorgeplanung dann in der Realität doch wesentlicher emotionaler sei, als er sich das mit Anfang 50 vorstellte. «Das liegt in der Natur der Sache. Man kann nicht alles planen. Natürlich wünschen wir uns, bis ins hohe Alter ein höchstes Mass an Selbständigkeit zu behalten, aber eben – bis ins letzte Detail planbar ist das nicht.» Ganz im Gegensatz zu seinem letzten grossen Hobby: Reisen! Bereits diesen Herbst ist wieder eine grössere Reise geplant. Dann packt Hermann Gubler wieder seine Koffer zusammen mit einem langjährigen Reisekameraden, mit dem er schon so manches Land bereist hat. Reiseziel 2016: Ecuador und die Galapagos-Inseln! Natürlich erst nachdem die Bienen, der Garten und die Weinernte versorgt sind.

Wir wünschen eine frohe und erlebnisreiche Reise!

Die persönlichen Ansprüche an die eigene Finanzplanung sind so individuell wie unsere Raiffeisen-Kunden. Je nach Lebensabschnitt oder persönlicher Lebensgestaltung verändern sich die eigenen Ansprüche. Wir haben uns mit vier ausgewählten Raiffeisen-Kunden schweizweit unterhalten, um mehr über ihre lebensabschnittbedingten Ansprüche zu erfahren, sei dies als selbständige Unternehmerin, frischgebackene Eigenheim-Besitzer, rüstige Rentner oder als junge Familie. Lesen Sie hier über die nächsten Wochen hinweg, was diese Menschen bewegt und welche Ansprüche sie an die eigene Finanzplanung stellen.
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