Raiffeisen KMU PMI (Konjunkturindikator)

Der starke Franken bleibt eine grosse Herausforderung

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Die Schweizer Wirtschaft läuft auf Hochtouren. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) legte im ersten Halbjahr 2018 um 3 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode zu. Damit ist klar: die Schweiz verzeichnet 2018 wohl das beste Wachstumsjahr seit mindestens 2010, als ein BIP-Plus von 3 Prozent resultierte. 

 

Die Schweizer Industrie im Aufschwung

Der Dienstleistungssektor hat deutlich an Fahrt aufgenommen, besonders dynamisch entwickelte sich in den letzten Quartalen aber die Industrie. Diese ist exportorientiert und hat deshalb stark vom globalen Konjunkturaufschwung der letzten zwei Jahre profitiert, insbesondere von der guten Wirtschaftslage in Europa. Die Schweizer Exporte liegen derzeit auf Rekordniveau. Das Wachstum ist zudem breit abgestützt und nicht mehr nur von den Pharmaausfuhren abhängig. 

Die Schweizer Exporte liegen derzeit auf Rekordniveau.

Die Schweizer Exporte liegen derzeit auf Rekordniveau.

 

Drei zähe Jahre für die Exportwirtschaft

Nach dem Währungsschock vom 15. Januar 2015, als die SNB völlig unerwartet die Wechselkursobergrenze fallen liess, lebte der Schweizer Export etwa zwei Jahre lang fast ausschliesslich von den krisenresistenten Pharmaausfuhren. Die anderen Exportbranchen rutschten tief ins Minus und vor allem KMU drohten nachhaltig in Schieflage zu geraten. Kein Wunder: Durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses verteuerte sich der Franken um 20 Prozent. Ein stückweit sind sich Schweizer Unternehmen zwar an eine immer stärker werdende Währung gewöhnt, denn der Frankenkurs wertet schon seit eh und je stetig auf. Seit 1973 und dem Übergang zu flexiblen Wechselkursen hat sich der nominale Aussenwert des Frankens beispielsweise um durchschnittlich 3 Prozent pro Jahr erhöht. Die Belastung durch den Frankenschock vom Januar 2015 war jedoch historisch einmalig. 

Die drei wichtigsten Exportwaren und -güter 2017

Die drei wichtigsten Exportwaren und -güter 2017; Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung EZV.

Industrielle Basis erhalten

Im Vergleich zu vor der Finanzkrise von 2008 hat die Schweizer Industrie an Boden verloren – und einmal verlorene Weltmarktanteile wiederzugewinnen, ist ein schwieriges Unterfangen. Der Franken bleibt hoch bewertet und somit eine anhaltende Herausforderung für die Unternehmen. Auf der anderen Seite bieten sich allerdings auch Chancen. Die Schweiz ist aufgrund der Innovationsfähigkeit und der Spezialisierung auf komplexe und technisch anspruchsvolle Nischenprodukte weniger stark von Produktionsauslagerungen betroffen als andere Industrienationen.

Weil die Innovationsfähigkeit hierzulande hoch ist, bestehen zudem gute Chancen, dass die Schweiz bei der Digitalisierung (Industrie 4.0) weiterhin führend bleibt. Damit die industrielle Basis auch in den nächsten Jahren erhalten bleibt, sind jedoch kontinuierliche Investitionen in die Zukunft unabdingbar; nicht zuletzt, weil das konjunkturelle Umfeld 2019 wieder anspruchsvoller wird. Die Normalisierung der Geldpolitik steht an, gleichzeitig nehmen die Staatsschulden fast überall zu. Daneben sorgen auch der globalen Handelskonflikt und andere politische Unwägbarkeiten für Wolken am Horizont. 

 

Autor: Domagoj Arapovic, Economic Research, Raiffeisen Schweiz

Zur Person Domagoj Arapovic

Domagoj Arapovic, Economic Research, Raiffeisen Schweiz
Domagoj Arapovic, Economic Research, Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

Der Raiffeisen-Ökonom analysiert regelmässig die Märkte und misst mit dem monatlich erscheinenden KMU PMI (Purchasing Managers' Index) die Geschäftslage der Schweizer KMU.