Erfolg im Auslandsgeschäft

Schweizer Produktionsbetriebe – Flexibel und krisenresistent

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Trotz hoher Personalkosten und starkem Franken ist die Schweizer Produktionsindustrie im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig. Das dem so ist, hat viel mit Innovation zu tun.

Mit der Marke «Made in Switzerland» alleine lässt sich längst kein Produkt mehr verkaufen. Das zeigen die im Sommer 2017 publizierten Ergebnisse des «Swiss Manufacturing Surveys», einer von der Universität St.Gallen (HSG) gemeinsam mit dem Industrieverband Swissmem und Raiffeisen Schweiz durchgeführten Umfrage. Die Mehrheit der rund 250 befragten Unternehmen glaubt, dass «Made in Switzerland» für ihre Kunden lediglich ein untergeordnetes Kaufargument ist.

Wichtig dagegen sind die Qualität und die Lieferzuverlässigkeit der Schweizer Unternehmen. Sprich: Die Kunden schätzen, dass sie ein Produkt exakt gemäss jenen Spezifikationen kriegen, wie es vereinbart wurde. Und dies termingerecht.

 

Mit innovativen Produkten lässt sich höherer Preis erzielen

Das drittwichtigste Kriterium für die Kunden ist laut Studie der Preis. Das ist aufgrund der Frankenstärke und des hohen Kostenniveaus in der Schweiz für die produzierende Industrie eine grosse Herausforderung. Speziell für KMU, aber durchaus auch für tendenziell stärker international aufgestellte grössere Unternehmen. Genau deshalb kommt der Innovation eine hohe Bedeutung zu. Denn bessere, weil innovativere Produkte, rechtfertigen auch einen höheren Preis.

Wie wichtig Innovation für Schweizer Industrieunternehmen ist, verdeutlicht der «Swiss Manufacturing Survey»: Gegen 10 Prozent des Umsatzes investieren die Firmen durchschnittlich in die Forschung und Entwicklung (F&E), wobei der Anteil bei KMU sogar noch etwas höher liegt. Das ist signifikant mehr als die rund 4 Prozent des Umsatzes, die gemäss einer Erhebung des Beratungsunternehmens PWC börsenkotierte Unternehmen weltweit für F&E ausgeben.

 

Innovation hält Produktion in der Schweiz

Die hohe Bedeutung von F&E und Innovation spiegelt sich schliesslich in der Produktion, wie sie heute in der Schweiz vorzufinden ist. 20 Prozent der Unternehmen setzten auf Massenproduktion in der Schweiz, wie die Umfrage zeigt. Wesentlich höher dagegen ist der Anteil der Unternehmen, die Prototypen in der Schweiz produzieren oder Nullserien eines Produktes.

Gemäss des «Swiss Manufacturing Survey» entwickeln 38 Prozent der Unternehmen die Produktinnovationen selbst, 25 Prozent zusammen mit einem Industriepartner. Jedes fünfte Unternehmen greift auf die Hilfe von Schweizer Universitäten, Hochschulen und Forschungsstellen zurück, jedes zehnte setzt auf ausländische Unterstützung. Und nur gerade 7 Prozent der Unternehmen sucht sich für Produkteinnovationen Unterstützung von bei einem Beratungsunternehmen.

Vier von fünf der befragten Unternehmen setzen bei F&E auf den Standort Schweiz, wobei bei deren drei auch die Produktion hierzulande bleibt. Dies unterstreicht, wie wichtig die Nähe der Forschung zur Produktion ist. Gerade weil dieser Umstand gegen eine Produktionsverlagerung ins Ausland spricht, ist Innovation für die produzierende Industrie in der Schweiz zentral.

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    Weitere Erkenntnisse des «Swiss Manufacturing Survey» in Kürze