Stolperfalle: Wohneigentum im Alter

Die Pensionierung will gut vorbereitet sein, auch was die künftige Wohnsituation betrifft. Für Besitzer von Wohneigentum stellt sich dabei die Frage nach der Tragbarkeit im Alter: Kann ich mir das Einfamilienhaus oder meine Eigentumswohnung im Ruhestand noch leisten?

 

 

Wie prüfen Sie die Tragbarkeit im Alter?

Umfragen ergeben ein klares Bild: Drei von vier über 80-Jährigen leben noch in den eigenen vier Wänden. Die meisten möchten den Umzug in ein Alters- oder Pflegeheim so lange wie möglich hinauszögern. Dank Dienstleistungen wie jenen der Spitex oder dank der Unterstützung und Pflege von Angehörigen ist es heutzutage oftmals möglich, den Eintritt in eine Alters- oder Pflegeeinrichtung erst dann ins Auge zu fassen, wenn es aufgrund der Umstände nicht mehr zu vermeiden ist.

Wer im Alter weiterhin unbeschwert in seinen eigenen vier Wänden leben möchte, muss die Hypothek bis zur Pensionierung soweit amortisiert haben, dass die Tragbarkeit auch mit einem niedrigen Renteneinkommen gegeben ist. Doch damit nicht genug. Schon vor der Pensionierung – in der Regel im Alter von 50 Jahren – wird die Bank die Tragbarkeit auf die voraussichtliche Pensionierung hin prüfen. Denn mit dem AHV-Eintritt ist das Einkommen um einiges niedriger, was sich negativ auf die Tragbarkeitsberechnung auswirkt.

Ist die Tragbarkeit nicht mehr gegeben, muss unter Umständen ein Teil der Hypothek durch eine weitere Amortisation zurückbezahlt werden. Dies ist dann der Fall, wenn die kalkulatorischen Kosten der Liegenschaft mehr als ein Drittel des verfügbaren nachhaltigen Einkommens betragen. Die Bank rechnet dabei mit einem Zinssatz von fünf Prozent und Unterhaltskosten von einem Prozent des Verkehrswerts beziehungsweise Kaufpreises der Immobilie.

 

Beispiel für ein Ehepaar

Zur Verdeutlichung ein Beispiel für die Finanzierung einer Liegenschaft im Wert von 800'000.- Franken im Pensionsalter. Die Bank rechnet wie folgt: Einkommen 96'000.- Franken (AHV-Ehepaarrente 42'300.-, BVG-Altersrente 53'700.-), Hypothek innerhalb der Ersthypothek in Höhe von 520'000.- Franken, weitere Hypotheken (120'000.- Franken) wurden amortisiert. Kalkulatorische Kosten: 26'000.- Franken für Schuldzinsen, 8'000.- Franken für Nebenkosten. Den kalkulatorischen Kosten von 34'000.- Franken steht ein Einkommen von 96'000.- Franken gegenüber, womit die Belastung mit 35,4 % über dem zulässigen Belastungsgrad von 33,3 % liegt. Eine zusätzliche Amortisation der Hypothek in Höhe von 40'000.- Franken ist erforderlich, damit die Tragbarkeit in der Pension gegeben ist.

Berechnen Sie, ob Ihre finanziellen Mittel für den Kauf oder Bau Ihres Wunschheims auch im Alter ausreichen. Oder finden Sie heraus, wieviel Ihr zukünftiges Heim kosten darf. 

Hier geht's zum Tragbarkeitsrechner

Mit welchem Budget können Sie nach der Pension rechnen?

Viele Paare äussern den Wunsch, nach der Pensionierung schuldenfrei zu sein. Auch dieser Wunsch muss frühzeitig geplant werden. Sind nämlich zu viele liquide Mittel in der Liegenschaft gebunden, reicht das Geld nicht mehr zur Bestreitung des Lebensunterhaltes. Wenn dann noch ein Ehegatte ins Alters- oder Pflegeheim muss, wird es zusätzlich schwierig. Unter Umständen muss dann sogar die Liegenschaft verkauft werden, wenn die finanzielle Belastung zu hoch ist. Eine Erhöhung der Hypothek nach der Pensionierung ist zwar möglich. So bietet Raiffeisen eine Immorente (Umkehrhypothek) mit einer Laufzeit von bis zu 15 Jahren an. Jedoch muss die Tragbarkeit auch hier nachhaltig gegeben sein.

Es empfiehlt sich also, rechtzeitig und spätestens im Alter von 50 Jahren ein Budget für die Zeit nach der Pensionierung zu erstellen. So merkt man rasch, dass die Ausgaben in etwa gleich bleiben, die Einnahmen jedoch sinken werden. Diese Lücke muss durch Verzehr von freiem Vermögen gedeckt werden. Eine frühzeitige, gesamtheitliche Planung – auch mit Hilfe eines Beraters bei einer Raiffeisenbank - hilft dabei, das Eigenheim auch im dritten Lebensabschnitt unbeschwert geniessen zu können.

Berechnen Sie Ihre jährlichen Einnahmen und Ausgaben vor der Pension und vergleichen Sie diese mit den jährlichen Einnahmen und Ausgaben nach der Pension.

Hier geht's zum interaktiven Budgetrechner