Der Traum vom eigenen Haus

Ein eigenes Haus kaufen? Noch vor wenigen Jahren wäre diese Idee für Denise Gehrig und Wolfgang Kelemen so unvorstellbar gewesen wie ein Spaziergang auf dem Mond. Doch dann stiessen sie auf die alte Stickerei im thurgauischen Freidorf und alles kam anders als gedacht.

Jahrelang sind Denise Gehrig (41) und Wolfgang Kelemen (44) kreuz und quer durch die Welt gereist und in die unterschiedlichsten Kulturen eingetaucht. In Indien meditierten sie, in Hawaii lernten sie windsurfen und übten diesen Sport so lange, bis sie ihr Wissen in Vietnam und Ägypten an Touristen weitergeben konnten.

 

Vor fünf Jahren kehrten sie in die Schweiz zurück, Sohn Lou kam auf die Welt. Sie nahmen mal da, mal dort eine Arbeit an und hüteten Wohnungen von Freunden. Sie genossen das Vertraute, aber: „In all dieser Zeit haben wir nie daran gedacht, sesshaft zu werden, mit eigenem Haus und Garten. Wir wollten unbedingt nochmals weg“, sagt Denise Gehrig.

 

2013 übernahm Wolfgang Kelemen das Restaurant Erlenholz in Wittenbach von seinen Eltern, Denise Gehrig kehrte als Kommunikationsspezialistin zu ihrem alten Chef zurück, 2015 wurde Enyo geboren. „Plötzlich waren wir fest im Alltag angekommen, und schoben die wachsende Reisesehnsucht immer wieder zur Seite.“ Bis 2016, dann packten sie nochmals die Koffer und reisten für drei Monate nach Brasilien. „Die Familienzeit fern vom Alltag war sehr bereichernd, aber unser ältester Sohn Lou sollte ja bald eingeschult werden“, sagt Denise Gehrig.

 

Stickerei Episode 1

Denise Gehrig und Wolfgang Kelemen mit ihren Kindern Enyo (links) und Lou (rechts)

Die Nadel im Heuhaufen

Es war Zeit, das Nomadenleben aufzugeben – und ein Heim zu suchen. „Wir haben vieles angeschaut. Das eine Haus war zu alt, das andere zu neu, dann war wieder die Umgebung zu dicht oder zu einsam, kurz: es passte nie wirklich“, erinnert sich Denise Gehrig. Bis an dem Tag, als Wolfgang Kelemen ein altes Fabrikgebäude im Internet ausgeschrieben sah. Er stieg ins Auto und schaute sich das Haus mit den sichtbaren Backsteinen, den grossen Fenstern und dem neckischen Gibeldach am Rande von Freidorf TG an. Er äugelte durchs Fenster, sah die riesige Stickereimaschine, die Stoffballen auf den Tischen, den alten Besen an der Wand, die Brille auf dem Fenstersims. Und er wusste: „Das ist es!“ Zurück im Betrieb sagte er seiner Mitarbeiterin: „Heute habe ich das Haus gesehen, in dem ich mal wohnen werde!“

 

Stickerei Episode 1

Das Paar hat sich sofort in die alte Stickerei im thurgauischen Freidorf verliebt.

Noch am selben Tag fuhr er mit seiner Partnerin hin: „Es war Liebe auf den ersten Blick. Bevor ich überhaupt über die Schwelle trat, wusste ich, das ist es“, erinnert sich Denise Gehrig. Die idyllische Lage am Dorfrand, die Ausstrahlung des Gebäudes, die grossen Fenster, der Garten – es stimmte einfach alles. Doch der grossen Begeisterung folgten die grossen Fragen: Haben wir genug Geld? Ist die Bausubstanz noch gut genug? Und vor allem: was braucht es, um ein Haus zu kaufen?

 

Der Lauf gegen die Zeit

Ein Anruf beim Makler ergab, dass das Haus noch zu haben war. Der Preis allerdings war noch nicht festgelegt: „Wir mussten bieten, hatten aber keine Ahnung, was wir bieten sollten. Es musste ja alles sehr schnell gehen, damit uns keiner zuvorkam und das Traumhaus wegschnappt“, sagt Denise Gehrig.

 

Ein befreundeter Architekt begutachtete das Haus und fand, es habe „durchaus Potenzial“. Denise Gehrig und Wolfgang Kelemen vereinbarten einen Termin mit der Bank: „Wolfi kennt Martin Egger von der Raiffeisenbank in Wittenbach SG seit dem Sandkasten – wir wussten, dass wir in guten Händen waren.“ Martin Egger lud das Paar auf den nächsten Tag zu einem Termin ein und meinte, sie sollten sämtliche Finanzunterlagen mitbringen. „Wir haben bis um ein Uhr in der Nacht unser Dossier zusammengestellt“, erinnert sich Gehrig. 

 

Der letzte Schritt vor der definitiven Entscheidung führte sie zum Architekten Andreas Zech. Dieser hatte sich in den letzten Jahren auf das sorgfältige und nachhaltige Umbauen von alten Gebäuden spezialisiert. Auch er attestierte dem Backsteingebäude ein grosses Potenzial, machte das Paar aber auch auf das begrenzte Budget aufmerksam: Der Hauptteil des Geldes werde in die Renovierung der Hülle – also Innendämmung, Dach, Fenster und Heizung – fliessen. Beim Innenausbau, so meinte Andreas Zech, würde das Geld höchstens für ein Wohnen im Camping-Stil reichen.

 

Denise Gehrig und Wolfgang Kelemen haben sich trotzdem für das Haus entschieden. Wie viel sie geboten haben und welche Schritte nötig waren, bis sie das Haus „unsere Stickerei“ nennen konnten, lesen Sie im nächsten Beitrag.

 

Stickerei Episode 1

Wieviel Geld wird für die Sanierung der Stickerei nötig sein?

Das passende Zuhause finden
Richten Sie auf möglichst vielen Immobiliensuchmaschinen ein Suchabo ein, um kein Inserat zu verpassen. Auf RaiffeisenCasa finden Sie zusätzlich noch Gemeindeinformationen, einen Hypotheken- und einen Steuerrechner. Viele Häuser sind nach wie vor über Zeitungen ausgeschrieben oder werden an Gants in der Region versteigert. Wer ein spezifisches Objekt wie ein altes Bauernhaus sucht, kann sein Interesse im Freundeskreis bekunden, denn viele Immobilien gehen „unter der Hand“ weg. Wieviel das Wunschhaus maximal kosten darf, zeigt der Hypothekenrechner mit wenigen Klicks.
Autorinnen Fotos

Monique Rijks / 

Stefanie Rigutto

Yannick Gysin

 

 

 

 

 

Stickerei Episode 1

Der Raiffeisen-Berater Martin Egger aus Wittenbach SG kennt Wolfgang Kelemen seit Kindertagen.

 

 

 

 

 

 

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