Hauskauf – so bleiben nach der Besichtigung keine Fragen offen

Niemand kauft gern die «Katze im Sack». Das gilt speziell für wertvolle Anschaffungen wie Immobilien. Ein Hauskauf erfordert viel Weitsicht und Aufmerksamkeit. Wie eine Besichtigung richtig vorbereitet wird und worauf vor Ort besonders zu achten ist, erfahren Sie hier.

Das Inserat spricht sofort an: Es beschreibt genau jenes Haus, das man seit Monaten immer wieder durch das «geistige Auge» betrachtet und in der Fantasie bereits eingerichtet hat. Jetzt scheint der «Wohntraum» real und greifbar nahe. Der Kontakt zum Maklerbüro ist rasch hergestellt, ein Besichtigungstermin in den nächsten Tagen wird vereinbart. Doch auch wenn die Vorstellung noch so schön ist: Seien Sie von Beginn an kritisch und lassen Sie sich nicht vom ersten Eindruck blenden.

 

Virtuelle Besichtigung: «grobe Mängel» sofort entdecken

Der erste Prüfstand ist immer die «virtuelle Besichtigung»: Um allfällige Ungereimtheiten oder mögliche Stolperfallen früh zu entdecken, lohnt es sich, das Inserat nochmals sorgfältig zu lesen und die Fotos zu studieren. Der Teufel steckt wie so oft im Detail. Was auf den ersten Blick wie ein grosses, lichtdurchflutetes Zimmer erscheint, kann in der Realität auch nur das Ergebnis einer geschickten Weitwinkel-Fotografie sein.

Was Lage und Umgebung betrifft, sind Vorstellungen und Wünsche oft sehr unterschiedlich. Dazu kommen Eigenschaften des Objekts und des Grundstücks (z.B. Garten), die vor Ort nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. Man sollte sich daher vor der Besichtigung bestmöglich selbst informieren. Dies kann entweder über eine Internetrecherche, Anfragen bei der Gemeinde oder auch Banken vor Ort geschehen.

 

Die fünf wichtigsten Links für die Internetrecherche:

Haben die Vorrecherchen keine gravierenden Mängel aufgedeckt und passt das Objekt zu den wichtigsten Kriterien Ihrer persönlichen Bedürfnisanalyse, geht es an die Vorbereitung der realen Hausbesichtigung. Um vor Ort strukturiert vorzugehen und nichts zu vergessen, ist eine individuell zusammengestellte Checkliste hilfreich.

Idealerweise hält man jeden einzelnen Punkt während und unmittelbar nach der Besichtigung auf einem Besichtigungsprotokoll (PDF, 1.4MB) fest. 

Wer konsequent diese Punkte prüft, sollte nichts Gravierendes übersehen. Bei Unsicherheiten und wenig eigener Erfahrung rund um Immobilien, Energieeffizienz und Sanierung kann es sehr lohnenswert sein, bereits bei der Besichtigung einen Experten beizuziehen.

Nachbearbeitung: Wie geht es weiter?

Gleichwohl können immer wieder kleinere Details oder Mängel auftauchen, deren Beurteilung für einen Laien nicht möglich ist. Es ist wichtig, solche Dinge besonders genau zu notieren, sie fotografisch festzuhalten und sich bei einer allfälligen Zweitbesichtigung bei Bedarf von einem Bauexperten begleiten zu lassen. Mögliche Mängel sollten dann auch – falls bis dahin nicht bereits durch den Verkäufer behoben – bei der Preisverhandlung klug eingebracht werden.

Ebenso gehört es zur Nachbereitung einer Hausbesichtigung, sich die nächsten Schritte zu überlegen. Wie geht man vor, wenn nach der ersten Besichtigung ein ernsthaftes Interesse für die Immobilie besteht?

 

Traumhaus gefunden – diese Schritte sollten Sie nach der ersten Besichtigung beachten

  • Wie geht man vor, wenn ernsthaftes Interesse an der Immobilie besteht?
  • Ist eine zweite Besichtigung zwingend notwendig?
  • Sind noch weitere Gespräche mit Nachbarn gewünscht?
  • Möchte man sich bei der Gemeinde noch über allfällig bereits geplante grössere Bauvorhaben in der näheren Umgebung informieren?
  • Wie teilt man dem Verkäufer das Interesse mit?
  • Und wann ist der geeignete Zeitpunkt, um mit der Bank über die Finanzierung zu sprechen? Ist zusätzlich eine Schätzung der Immobilie durch einen unabhängigen Experten erforderlich?

Eine frühzeitige Erstberatung bei der Bank ist sinnvoll, um die Suche nach dem «Traumhaus» auch finanziell in die richtigen Bahnen zu lenken.