Der beste Umbau 2018 - Siegerprojekte

Der Architekturpreis «Der beste Umbau 2018» liefert Anschauungsbeispiele, wie mit einer Renovation, einer Sanierung oder einem Umbau Immobilien den eigenen Bedürfnissen angepasst und auf einen modernen Ausbaustand gebracht werden können. Lassen Sie sich von den ausgezeichneten und nominierten Projekten inspirieren.

An der diesjährigen Swissbau hat die Zeitschrift Umbauen + Renovieren zum siebten Mal den Architekturpreis «Der beste Umbau» vergeben. Prämiert werden Projekte, die sich durch ihre architektonische Qualität, den Umgang mit der alten Bausubstanz, die Nachhaltigkeit des Raum- und Energiekonzeptes, die Eingliederung in den vorhandenen Kontext, die Qualität des Innenausbaus, die Wohnqualität sowie eine innovative Herangehensweise beim Umbau auszeichnen. Teilnahmeberechtigt am Architekturpreis waren Architektinnen und Architekten, die zwischen 2014 und 2017 private Wohnbauten in der Schweiz oder in Liechtenstein umgebaut haben. Aus den 93 eingereichten Projekten, welche die formellen Anforderungen für die Teilnahme erfüllten, wurden zwölf Projekte für die Finalrunde ausgewählt, in der die fünfköpfige Jury die Siegerprojekte kürte.

Dieses Jahr kam es zu einem Novum: Zwei ganz unterschiedliche Projekte haben die Jury gleichermassen überzeugt und teilen das Preisgeld von 10‘000 Franken. Der Umbau und die Aufstockung eines Stadthauses in Basel von sabarchitekten sowie der Umbau eines Bauernhauses am Zürichsee von Käferstein & Meister Architekten. Während das eine Projekt die Verdichtung im städtischen Baubestand thematisiert, steht das andere für den Erhalt des Landschaftsbildes im ländlichen Raum. 

 

 

Jurypreis und Sonderpreis Energie:

Umbau und Aufstockung Stadthaus (sabarchitekten, Basel, heute: Salathé Architekten und Reuter Architekten, beide Basel)

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  • Objekt 11
    Aufnahme vor dem Umbau.
  • Objekt 11
    Die Aufstockung verbindet sich mit dem historischen Bestand und vermittelt zwischen Neubau und inventarisiertem Altbau.
  • Objekt 11
    In der Aufstockung verbinden sich Neubau und Bestand zu einer luftigen Wohnlandschaft wie hier im Wohnbereich im 2. Obergeschoss.
  • Objekt 11
    Das 3. Obergeschoss ist offen gestaltet und wird durch einen Wechsel in der Raumhöhe und im Bodenbelag strukturiert.
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    Baujahr: 1872

    Umbaujahr: 2015/16

    Die Jury würdigte beim Projekt von sabarchitekten den respektvollen Umgang mit dem Bestand und die sehr gelungene Aufstockung. Das Projekt zeigt, wie man ein Quartier verdichten und zugleich seine Geschichte bewahren kann. Die einfachen Wohnungen in den beiden unteren Geschossen verfügten über schön proportionierte Räume und wurden mit neuen Küchen und Bädern ausgerüstet. Bestehende Materialien wurden, wo möglich, freigelegt und saniert. In der aufgestockten Maisonettewohnung verschränken sich Neubau und Bestand zu einer luftigen Wohnlandschaft. Einfache Materialien ergänzen hier die historische Bausubstanz. Die Aufstockung ist in Holzbauweise ausgeführt, wurde jedoch verputzt und verbindet sich so mit dem Bestand. Die neuen Fenster nehmen Bezug zur Geometrie der bestehenden Fassadeneinteilung und interpretieren in ihrer Ausformung die historischen Gewände.

    Zudem wurde mit dem Thema Energieeffizienz und Ressourcenschonung auf sehr sinnvolle und pragmatische Weise umgegangen, ohne Abstriche bei der architektonischen Qualität machen zu müssen. Dafür wurden sabarchitekten zusätzlich mit dem mit 5‘000 Franken dotierten Sonderpreis Energie auszeichnet. Der Bestand wurde mit möglichst sanften Eingriffen wie der Dämmung ausgewählter Bauteile und der Aufdopplung der bestehenden Fenster energetisch verbessert, während die energetisch sehr gute Aufstockung die «Problemzone» des alten Daches löst und die Gesamtbilanz des Gebäudes deutlich verbessert. Die Heizenergie wird neu über das Fernwärmenetz bezogen; das bestehende Verteilsystem blieb grösstenteils erhalten und wurde angepasst und ergänzt.

     

    Fotos: Michael Fontana, Basel

    Architekten: https://www.salathearchitekten.ch und http://www.reuter-architekten.ch

     

     

    Sieger der Fachjury 2:

    Umbau Bauernhaus (Käferstein & Meister Architekten, Zürich)

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    • Objekt 5
      Aufnahme vor dem Umbau.
    • Projekt 5
      Freigespielt von Nebenbauten, entfaltet das Bauernhaus wieder seine volle Wirkung. Aussen sichtbare Eingriffe sind zurückhaltend ausgeführt.
    • Objekt 5
      In der einstigen Tenndurchfahrt befindet sich einer der beiden Zugänge zum Wohnhaus. Über der Balkenlage ist die Brücke zu sehen, die das in der Scheune gelegene Sommerzimmer mit dem Wohnteil verbindet.
    • Objekt 5
      Die mehrschichtige, durchlässige Holzkonstruktion der Giebelfassade prägt die Stimmung im Sommerzimmer.
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      Baujahr: 1924

      Umbaujahr: 2016

      Das am Zürichsee gelegene Bauernhaus besteht aus einem Wohnteil mit angebautem Stall und Scheune und einem durchgehenden Dach mit weit auskragenden Vordächern im Scheunenbereich. Um die Situation zu klären, entfernten Käferstein & Meister Architekten über die Jahre hinzugefügte An- und Nebenbauten, sodass das freistehende Bauernhaus heute wieder seine volle Wirkung entfaltet. Während aussen sichtbare Eingriffe sehr zurückhaltend ausgeführt worden sind, spielt der Umbau im Innern mit den gegebenen strukturellen Elementen des einst kleinteiligen Bauernhauses und entwickelt mit sehr unterschiedlich proportionierten Räumen, einem facettenreichen Innenausbau und einer doppelten Erschliessung einen eigenen Charakter. Der grosszügige Küchen- und Essbereich verläuft über zwei Niveaus, während die kompakteren Räume in den Obergeschossen über vielfältige Sichtbezüge verfügen und die Dachräume bis unter den First reichen.

      Die Jury würdigt den Umbau als ein Projekt mit Witz und Poesie von sehr hoher räumlicher Qualität. Das einstige Bauernhaus wurde sehr hochwertig und bis ins kleinste Detail perfekt ausgebaut. Obwohl das Innere stark verändert wurde und nun sehr edel ist, transportiert die Raumstimmung weiterhin das ländliche Wohnen. Durch die subtilen äusserlichen Eingriffe und die Integration von bäuerlichen Elementen blieb das Landschaftsbild erhalten.

       

      Fotos: Jürgen Beck

      Architekten: http://www.kaefersteinmeister.ch/km

       

       

       

      Publikumspreis

      Umbau Terassenhauswohnung (Diethelm & Spillmann, Zürich)

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      • Objekt 4
        Aufnahme vor dem Umbau.
      • Objekt 4
        Hier befand sich einst das Atelier der Architekten Cramer Jaray Paillard. Die Holzlisenen wurden ersetzt, die nicht originalen Holzmetallfenster blieben bestehen und erhielten neue Isoliergläser.
      • Objekt 4
        Beim Umbau wurde das ursprüngliche Raumkonzept wieder hergestellt. Die neue Küche wurde offen gestaltet und rückte näher zum Wohnraum.
      • Objekt 4
        Die Galerie wurde wieder geöffnet. Der Manganklinker an Boden und Sims ist bestehend, das Deckentäfer und das Cheminée sind neu.
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        Baujahr: 1959/60

        Umbaujahr: 2015/16

        Das diesjährige Siegerprojekt des mit 5‘000 Franken dotierten Publikumspreises überrascht im positiven Sinne. Handelt es sich doch um eine Architektur, die bei der Mehrheit der Bevölkerung (noch) auf wenig Interesse zu stossen schein, beim architekturinteressiertn Publikum aber Anklang findet. Das Projekt von Diethelm & Spiellmann Architekten ist Teil eines Gebäudes, das 1959/60 als erstes Terassenhaus in Zürich erbaut worden war.

        Das Terrassenhaus wurde 1959/60 nach den Plänen von Cramer Jaray Paillard errichtet. Die Architekten bezogen darin ein Atelier, das jedoch 1969 unter Schliessung der Galerie in eine Wohnung transformiert wurde. Im Rahmen einer Teilinstandsetzung des Gebäudes wurde die Wohnung erneut umgebaut und dabei das ursprüngliche Raumkonzept wieder hergestellt. Die Architekten lösten die auf der Galerie eingebauten Zimmer wieder auf und öffneten den Bereich erneut zur unteren Ebene. Dort verschoben sie die Küche Richtung Wohnraum und bauten anstelle der alten Küche, wo sich einst ein Sitzungszimmer befand, ein neues Bad ein. Für die neue Rückwand der Küche wurden Sichtbacksteine von Abbruchwänden verwendet. Da es sich bei dem Terrassenhaus um ein Objekt im Inventar der schützenswerten Bauten handelt, erfolgten alle Arbeiten in Rücksprache mit der Denkmalpflege.

         

        Fotos: Lucas Peters

        Architekten: https://www.dsarch.ch

         

         

         

         

        Besondere Nennung

        Umbau Wohnhaus (Wülser Bechtel Architekten, Zürich) 

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        • Objekt 12
          Aufnahme vor dem Umbau.
        • Objekt 12
          Die statischen Massnahmen zur Öffnung des Erdgeschosses wurden in massivem, walzrohem Stahl ausgeführt, was die Funktionalität unterstreicht.
        • Objekt 12
          Als räumliche Erweiterung wurden dem Dachgeschoss zwei Lukarnen aufgesetzt. Die im Schlafbereich ist als grosse Öffnung ausgebildet.
        • Objekt 12
          Der nun doppelgeschossige Essbereich: Die Eingriffe sind deutlich ablesbar mit Spuren der alten Balkendecke und geschnittenen Wänden.
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          Baujahr: 1931

          Umbaujahr: 2017

          Den Umbau eines Wohnhauses von 1931 in Brugg-Windisch (AG) durch Wülser Bechtel Architekten würdigt die Jury mit einer «Besonderen Nennung», um insbesondere die Strategie der Architekten hervorzuheben. Das stark sanierungsbedürftige Haus mit zwei kleinen Geschosswohnungen und Mansarde wurde in ein Einfamilienhaus für eine junge Familie umgebaut. Prägnant für das Projekt ist der auf zwei Arten radikale Umgang mit dem Bestand, einerseits in der Direktheit des Abbruchs und andererseits im kompromisslosen Erhalt des Bestandes. Durch den bewussten Verzicht auf vereinheitlichende Massnahmen bleiben ursprüngliche Elemente des Hauses präsent. So werden etwa bestehende Bodenbeläge aus der Bauzeit belassen, Bruch- und Schadstellen mit Zement ausgegossen; Spuren von abgebrochenen Balkendecken oder geschnittene Wände bleiben als Eingriffe sichtbar und prägen die Atmosphäre. Die ursprüngliche Kammerung wird aufgehoben und eine räumliche Öffnung über alle drei Stockwerke erzielt. Durch das Aufsetzen zweier Lukarnen dringt über das Dach neues Tageslicht ins Hausinnere.

          Fotos: Nicolaj Bechtel

          Architekten: http://www.wuelserbechtel.ch

           

           

           

          Der beste Umbau 2018: Die weiteren nominierten Projekte

           

          Umbau und Erweiterung Ferienhaus (Althaus Architekten, Bern)

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          • Objekt 1
            Aufnahme vor dem Umbau
          • Objekt 1
            Gegen Norden mit Blick übers Tal wurde das Haus um zwei Zimmer erweitert. Eine Lattenschalung verleiht den grossflächig verglasten Räumen Intimität und bindet die Erweiterung in den örtlichen Kontext ein.
          • Objekt 1
            Wohnraum und Küche bilden nach der Öffnung ein Raumgefüge mit dem Specksteinofen im Zentrum als neuem Kern des Hauses.
          • Objekt 1
            Ein neues Dachfenster sorgt in den bestehenden Räumen für Weite und überraschende Lichtstimmungen.
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            Baujahr: 1946

            Umbaujahr: 2016

            Das vom Berner Architekten Willi Althaus erbaute Ferienhaus in Scharnachtal (BE) setzt das Thema des traditionellen Bergchalets mit Klarheit und modernistischer Leichtigkeit um. Um es ganzjährig bewohnen zu können, wurde das Haus saniert und gegen Norden um eine Zimmerachse erweitert. Die so entstandene zentrale Servicezone bietet Platz für das neue Badezimmer und zwei Stauräume. Der Wohnraum ist unverändert, erhält jedoch durch die Öffnung zur Küche eine neue Weite. In der Tradition ländlicher Wohnhäuser vereint der steinerne Kern mit dem Specksteinofen das Kochen und das Heizen in einem Element. Gefeuert wird mit Holz vom Nachbarn, Sonnenkollektoren wärmen das Wasser, bei Bedarf hilft die Wärmepumpe aus. Speckstein wird auch für die Böden in Küche und Bad verwendet, während neue Wandverkleidungen mit Bezug zum alten Fichtentäfer aus Massivholzplatten bestehen.

            Fotos: Alexander Gempeler

            Architekten: https://www.althaus-architekten.ch

             

             

             

            Umbau Wohnhaus (Buchner Bründler Architekten, Basel)

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            • Objekt 2
              Aufnahme vor dem Umbau
            • Objekt 2
              Der massive Charakter des Backsteinbaus mit Pultdach in Kupfer bleibt trotz neuer, bodentiefer Fenster im Osttrakt (rechts im Bild) erhalten.
            • Objekt 2
              Das zuvor aus drei Räumen bestehende Bad profitiert nun von Offenheit und Tageslicht. Lavabo und Wanne sind aus Beton gefertigt.
            • Objekt 2
              Auch der Arbeitsblock in der Küche ist aus dem gleichen Beton wie der Boden. Grosse Wendeflügel öffnen den Raum komplett nach aussen.
            • Objekt 2
              Als verkleidende Elemente sind die Keramikplatten vertikal gefügt.
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              Baujahr: 1967

              Umbaujahr: 2016

              Reich an Raumeindrücken und Lichtsituationen präsentiert sich der Bau in Greifensee (ZH) aus der Feder von Justus Dahinden. In der Küche und im Bad wies das ansonsten grosszügig entworfene Haus kleinteilige Kammerstrukturen auf, die zugunsten jeweils eines grossen Raumes aufgelöst wurden. Küche und Schlafzimmer erhalten durch raumhohe Verglasungen mehr Licht und einen stärkeren Bezug zum Aussenraum, wie er im Wohnraum schon vorhanden war. Der originale Innenausbau wird von Backsteinwänden und Holzverkleidungen geprägt. Die neuen Wand- und Deckenbeläge aus keramischen Platten in Küche und Bad nehmen das Thema des Fügens auf, sind jedoch vertikal verlegt. Analog zum originalen Ausbau sind die Einbauschränke ebenfalls aus Holz. Der neue Boden aus schwarz eingefärbtem, geschliffenem Hartbeton schafft einen ruhigen Pol in den formal und materiell reichhaltigen Räumen.

               

              Fotos: Ruedi Walti

               

               

               

               

               

               

              Sanierung und Restaurierung Wohnhaus (Christ & Gantenbein, Basel und Sven Richter Architekt, Basel)

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              • Objekt 3
                Aufnahme vor dem Umbau.
              • Objekt 3
                Das Haus ist ein Denkmal von nationaler Bedeutung und wurde umsichtig saniert. Die Gartengestaltung orientiert sich an Originalplänen.
              • Objekt 3
                Die Vielfalt an verwendeten Materialien und Farben ist charakteristisch für die Häuser der Architektin Lux Guyer.
              • Objekt 3
                Details, Oberflächen und Farben wurden restauriert oder rekonstruiert.
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                Baujahr: 1929

                Umbaujahr: 2013/14

                Das von Lux Guyer entworfene Wohnhaus in Küsnacht (ZH) ist eine um zusätzliche Räume ergänzte Variante ihres für die Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit SAFFA von 1928 entwickelten Fertighauses, eines Prototyps des modernen Reformhauses. Dank dem räumlichen Reichtum und den sorgfältig proportionierten Zimmern entsteht trotz der Ökonomie des Grundrisses eine hohe Wohnqualität. Bei der umfassenden Sanierung rekonstruierten die Architekten Details und charakteristische Raumfiguren mithilfe originaler Pläne und Fotografien. Ursprüngliche Farben und Materialien wurden freigelegt und, wo nötig, rekonstruiert. Mit sorgfältig konzipierten Massnahmen konnte das Gebäude energetisch spürbar verbessert werden, ohne dass die architektonischen Qualitäten gemindert wurden. Dass die bauzeitlichen räumlichen Strukturen zeitgemässes Wohnen ermöglichen, unterstreicht den denkmalpflegerischen Wert des Hauses.

                 

                Fotos: Christian Kahl, Walter Mair

                Architekten: http://www.christgantenbein.com

                 

                 

                 

                 

                Umbau Wohnhaus (Krähenbühl Architekten, Davos)

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                • Objekt 6
                  Aufnahme vor dem Umbau.
                • Objekt 6
                  Die neue isolierte Fassade fasst die Gebäudeteile aus den verschiedenen Jahrhunderten zusammen.
                • Projekt 6
                  Das Haus mit seinem Flachdach und Balkonelement aus dem 19. Jh. Steht in direktem Bezug zum Sanatorium von Rudolf Gabarel aus dem Jahr 1932.
                • Projekt 6
                  Die Holztäfer-Verkleidungen und die Stuckelemente an der Decke sind aus dem 19. Jh. Damals wurden auch die Geschosshöhen angepasst.
                • Projekt 6
                  Die charakteristischen Bauteile im Inneren wurden wieder hervorgeholt.
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                  Baujahr: ältester Teil 17. Jh., Umbau um 1850, Anbau 1995

                  Umbaujahr: 2014/15

                  Das in Davos Clavadel (GR) gelegene Gebäude ist ein wichtiger Zeitzeuge für die Entwicklungsgeschichte von Davos. Das Walser Bauernhaus aus dem 17. Jh. wurde im Zuge der Kur- und Sanatorienentwicklung im 19. Jh. umgebaut, mit einem Riegelbau aufgestockt, mit einem Flachdach eingedeckt und mit dem typischen Balkonelement auf der Südseite ergänzt. Ein Anbau auf der Nordseite folgte 1995. Beim jüngsten Umbau bestand die Aufgabe darin, die ursprünglichen, noch vorhandenen Qualitäten des Hauses wieder hervorzuholen. Um den heutigen Anforderungen an die Gebäudehülle gerecht zu werden, mussten Böden, Decken, Dach und Fenster isoliert respektive erneuert werden. Die Architekten entschieden sich für eine neue, isolierte Aussenfassade, da die Holzschalung gestrichen war und nicht mehr gerettet werden konnte. Die Fassade wurde in Anlehnung an die alte entwickelt, um den Charakter des Hauses nicht zu stark zu verändern.

                   

                  Fotos: Ralph Feiner

                  Architekten: https://kraehenbuehlarch.ch

                   

                   

                   

                  Umbau Ferienhaus in Wohnhaus (lilitt bollinger studio, Basel)

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                  • Objekt 7
                    Aufnahme vor dem Umbau.
                  • Objekt 7
                    Das einstige Scheunentor wurde als raumhohe Fensteröffnung reaktiviert und schafft die Verbindung zum Berg. Geblieben sind die beiden Fenster und die Eingangstür, die vom Umbau zum Ferienhaus stammen.
                  • Objekt 7
                    Das Haus wurde zum See hin geöffnet und profitiert dadurch nicht nur von einer atemberaubenden Aussicht, sondern auch von viel Tageslicht.
                  • Objekt 7
                    Die Raumeinteilung des Ferienhauses wurde aufgelöst und ein grosser Raum geschaffen , der um einen Holzkern mit diversen Funktionen fliesst.
                  nächstes

                    Baujahr: ursprünglich ca. 1860, Umbau zu Ferienhaus 1986

                    Umbaujahr: 2016

                    Für welchen ursprünglichen Zweck ein Gebäude gebaut wird, hatte bei diesem Umbauprojekt in Obstalden (GL) eine wichtige Bedeutung. Denn obwohl das Haus seit den 1980er- Jahren als Ferienhaus genutzt worden war, wurde es einst als Stall mit Heuboden erstellt. Die Architektin hat die ursprünglichen Charakteristika aufgegriffen und die räumliche Disposition gemäss der stalltypischen gewählt: als grossen offenen Raum. Dieser umfliesst einen zentral im Gebäudevolumen angeordneten Holzkern, der die Geschosserschliessung, ein Bad, eine Vorratskammer und eine Leseecke aufnimmt. Küche, Ess- und Wohnraum sowie Spiel- und Arbeitsbereiche verteilen sich lose um das runde Zentrum. Im Obergeschoss mit Galerie sind die privaten Räume angeordnet. Durch die Öffnung der Nordfassade und die Reaktivierung des einstigen Scheunentors als raumhohes Fenster entstehen Sichtbezüge zum See und zum Berg.

                     

                    Fotos: Mark Niedermann

                     

                     

                     

                    Umnutzung Stallscheune (Michael Hemmi Architekt, Haldenstein)

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                    • Objekt 8
                      Aufnahme vor dem Umbau.
                    • Objekt 8
                      Durch den Erhalt und die Umnutzung der alten Stallscheune zum Ferienhaus wird ein Beitrag zur Bewahrung der baukulturellen Geschichte des Ortes geleistet und ein Neubau in der Peripherie vermieden.
                    • Objekt 8
                      Durch seinen dunklen Anstrich tritt der in den Strickbau eingefügte Neubau nach aussen sehr dezent in Erscheinung.
                    • Objekt 8
                      Die Räume im neuen Einbau sind vollumfänglich mit breiten Lärchenbrettern ausgekleidet. Das Holz stammt aus der Region.
                    nächstes

                      Baujahr: ca.1850

                      Umbaujahr: 2014/15

                      Die nicht mehr gebrauchte Stallscheune steht am unteren Dorfrand von Vignogn (GR) und prägt das Ortsbild mit. Während der Stall teils gemauert und teils aus Kanthölzern gezimmert ist, ist die darüberliegende Heuscheune aus Rundhölzern locker gestrickt. Bei der Umnutzung zum Ferienhaus stellte sich die Frage, wie die rohe, archaische Qualität des Baus bewahrt werden könnte. So bleibt die charakteristische äussere Hülle im Wesentlichen unangetastet und dient als Rahmen für ein in sich autonomes neues Haus: einen in kleinstmöglichem Abstand zur bestehenden Konstruktion präzis eingefügten Ständerbau. Die räumliche Gliederung orientiert sich an der Struktur der Scheune. Durchdringungen der neuen Hülle durch bestehende Bauteile, und somit thermische Schwachstellen, werden weitgehend vermieden; auf Kontraste zwischen Alt und Neu im Innern wird konsequent verzichtet.

                       

                      Fotos: Benedikt Redmann

                      Architekten: http://www.michaelhemmi.ch

                       

                       

                       

                      Umbau und Erweiterung Eckwohnhaus (Oliver Brandenberger Architekten, Basel)

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                      • Objekt 9
                        Aufnahme vor dem Umbau.
                      • Objekt 9
                        Die Erweiterung auf der Gartenseite ist im ersten Obergeschoss mit einer hinterlüfteten Holzfassade versehen, die an die Gartenpavillons erinnert.
                      • Objekt 9
                        Das Gebäude bildet das östliche Ende einer historischen Gebäudezeile
                      • Objekt 9
                        Die ehemalige Hauseingangstür wurde durch eine Verglasung ersetzt, um den historischen Strassenzugang weiterhin lesbar zu belassen.
                      • Objekt 9
                        Die neue Raumorganisation ermöglicht nutzungsneutrale Raumzuteilungen und bildet die Basis einer nachhaltig nutzbaren Wohnkultur.
                      nächstes

                        Baujahr: 1913

                        Umbaujahr: 2016

                        Die Erneuerung und Erweiterung des Eckwohnhauses, das 1913 in einer Häuserzeile für die Arbeiter der Eisenmöbel-Fabrik L. & C. Arnold in Pratteln (BL) erstellt wurde, orientiert sich an den aktuellen Bedürfnissen der neuen Bewohner. Die für die Sanierung notwendigen Eingriffe sind strukturell spürbar und definieren ein neues Raumgefüge unter Berücksichtigung des ursprünglichen Charakters des kleinen Hauses. Die gartenseitige Wohnraumerweiterung ist formal von den Nebenbauten und Gartenpavillons geprägt, die rückseitig in den tiefen Parzellen eine eigene private Atmosphäre erzeugen. Strassenseitig wird bis auf eine neue Erschliessung keine Veränderung vorgenommen. Eine neue Eingangsplattform bietet den Bewohnern, leicht erhöht, einen gedeckten Aussenbereich. Durch eine zurückhaltende, aber präzise Bauweise wird eine Balance zwischen Alt und Neu geschaffen.

                         

                        Fotos: Atelier weisswert, Basel

                        Architekten: http://www.oliverbrandenberger.com

                         

                         

                         

                        Umbau und Erweiterung Wohn- und Ferienhaus (Oliver Christen Architekten, Baden)

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                        • Objekt 10
                          Aufnahme vor dem Umbau
                        • Objekt 10
                          Der Altbau und die Erweiterung gegen Westen werden mit einem gemeinsamen Dach zusammengefasst, das saniert und neu eingedeckt wird.
                        • Objekt 10
                          Im bestehenden Gebäude wurde der Strickbau freigelegt und gereinigt. Die Aussenwände wurden leicht nachgedämmt und eine neue Täferung, in Anlehnung an die bestehende angebracht.
                        • Objekt 10
                          Die Türen, Raumhöhen und Durchgangsmasse bei den Treppen und Wandöffnungen wurden bewusst niedrig belassen.
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                          Baujahr: 1752/53

                          Umbaujahr: 2015-2017

                          Das Projekt Sagerberg zeigt den Umbau eines historischen Wohnhauses einer ehemaligen Alpwirtschaft von 1753 in Erstfeld (UR). Die strukturellen, baulichen Verunreinigungen wurden entfernt, das Haus gegen Westen hin erweitert und die Entwicklungsschritte der fast 300-jährigen Baugeschichte wieder ablesbar gemacht. Die tiefen Decken, die Brandmauer, die niedrigen Türstürze und die Schwellen waren zentrale Elemente, die in den Entwurf integriert und weiterentwickelt wurden. Die Erweiterung erfolgt im gleichen Gebäudequerschnitt und ermöglicht, die stark verwitterte, sanierungsbedürftige ehemalige Westfassade als Innenwand zu erhalten. Die Innenwände des Strickbaus wurden offengelegt, während die Aussenwände auf der Innenseite gedämmt und neu verkleidet wurden. Alt und Neu kontrastieren miteinander und stehen sich zugleich respektvoll gegenüber. So erhält jedes Bauteil die notwendige Präsenz.

                           

                          Fotos: Valentin Jeck

                          Architekten: http://www.oliverchristen.ch