«Die entsprechende Wertsteigerung der Immobilie ist auch langfristig ein gutes Argument für jeden Eigenheimbesitzer»

Marathonläufer Viktor Röthlin hat sein Einfamilienhaus (Baujahr 1807) energetisch auf Vordermann gebracht. Damit auch seine Kinder noch die Schönheiten der Natur erleben können, liess er seine Ölheizung durch eine Erdwärmepumpe ersetzen. Die Investition lohnte sich dabei nicht nur aus ökologischen Aspekten, sondern auch wirtschaftlich.

Massnahmen und Ergebnisse auf einen Blick:

  • Ursprüngliches Heizsystem: Ölheizung
  • Neues Heizsystem: Erdwärmepumpe
  • Jährliche Energie- und Betriebskosten ursprüngliches Heizsystem pro Jahr: ca. CHF 6'300
  • Jährliche Energie- und Betriebskosten neues Heizsystem pro Jahr: ca. CHF 2'400

 

 

 

Hausbesitzer Viktor Röthlin im Interview

Was waren die Beweggründe/Impulse für den Umstieg auf ein erneuerbares Heizsystem?

Viktor Röthlin: Meine Frau und ich träumten seit Jahren von einem alten Bauernhaus, welches wir umbauen wollten. 2010 rief mich mein Kundenberater von der Raiffeisenbank Obwalden an, da er ein vielleicht passendes Objekt gefunden hatte. Zusammen mit unserem Berater, besuchten wir wenige Tage später die Liegenschaft. Das 1807 erbaute Bauernhaus war ein Traum! Einzig der Ölgeruch im Haus, dämpfte etwas unseren Enthusiasmus. Aber schlussendlich entschieden wir uns für den Kauf dieser Liegenschaft. Klärten vorher aber ab, wie man die bestehende Ölheizung mit einem erneuerbaren Heizsystem ersetzen konnte.

 

Wie sind Sie vorgegangen? Haben Sie eine Beratung durch einen Energie-Experten oder eine andere Fachpersonen beansprucht?

Bevor wir in unser neues Heim einziehen konnten, machten wir eine detaillierte Analyse mit verschiedenen Spezialisten. Dabei entstand eine Prioritätenliste. Bevor wir einziehen konnten, mussten Küche, Bäder, sowie alle Wasserleitungen ersetzt werden. Da das Dach erst vor wenigen Jahren neu gemacht wurde, haben wir uns dazu entschieden, nur noch die Dämmung von innen her zu optimieren. Die damals erst 6-jährige Ölheizung, wollten wir in einer zweiten Etappe ersetzen lassen. Weil unser finanzieller Spielraum alle Erneuerungen auf einmal nicht zugelassen hätte. Aufgrund der Analysen war aber klar, dass wir eine Erdwärmepumpe einbauen wollten.

 

 

 

Gab es Hürden bei der Umsetzung?

Nein ganz im Gegenteil. 2012 kontaktierte mich die Firma Alpha Innotec, eine der Schweizer Markführer im Bereich Wärmepumpen. Im Marketingteam seien sie zum Schluss gekommen, dass ich das perfekte Gesicht für ihre Produkte wäre. So wollten sie wissen, ob ich mir vorstellen könnte, für ihre Wärmepumpen Werbung zu machen. Und wie ich mir dies vorstellen konnte! Und natürlich staunten sie nicht schlecht, als ich ihnen erläuterte, dass eine Erdwärmepumpe seit 2010 auf meiner «Einkaufsliste» steht. Somit ergab sich eine echte Win-Win-Situation und wir konnten unsere alte Ölheizung bereits im Frühling 2013 mit einer Erdwärmepumpe der Firma Alpha Innotec ersetzen. Dank dem Werbedeal mussten wir nur einen Teil der Kosten selber übernehmen. Und so mussten wir bezüglich Finanzierung, auch nicht auf unsere Bank zugehen.

 

 

«Wir dachten bei der Umstellung auf ein Heizsystem mit erneuerbarer Energie auch an unsere Kinder und deren Zukunft.» 

Viktor Röthlin, Hausbesitzer

 

Spüren Sie den Umstieg auf erneuerbare Energien bereits im Portemonnaie (eingesparte Energie- und Betriebskosten)? Wie hat sich der Energieverbrauch verändert?

Durch die doch sehr hohen Investitionskosten geht die Vollkostenrechnung, wenn überhaupt, erst nach ganz vielen Jahren auf. Grundsätzlich ging es uns beim Entscheid, Ölheizung raus, Erdwärmepumpe rein, nicht um den finanziellen Reiz. Nein für uns ging es um Lebensqualität in unserem alten Bauernhaus. Wenige Tage nachdem der Öltank entfernt war, verflüchtigte sich auch der Ölgeruch im ganzen Haus. Zudem dachten wir bei der Umstellung auf ein Heizsystem mit erneuerbarer Energie auch an unsere Kinder und deren Zukunft. Verbrauchen wir Menschen die Ressourcen der Erde weiterhin so schnell wie in den letzten 100 Jahren, dann wird die Zeit, welche wir zu Gast auf der Erde sein dürfen, immer kürzer! Aber natürlich entlasten die anfallenden Fixkosten für das Heizsystem unser Budget. So entstehen keine Ausgaben mehr für Heizöl, Kaminfeger und Heizungswartung. Denn seit der Inbetriebnahme der Erdwärmepumpe im Frühling 2013 entstanden, ausser Stromkosten, keine weiteren Kosten betreffend Warmwasser und Heizung mehr.

 

Würden Sie den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme Ihren Nachbarn und Freunden weiterempfehlen? 

Ja, dies haben wir schon mehrmals gemacht. Denn nur wenn möglichst viele Menschen einen Teil zur Ressourcenschonung beitragen, kann etwas Positives bewirkt werden. Zudem ist eine entsprechende Wertsteigerung der Immobilie, auch ein langfristig gutes Argument für jeden Eigenheimbesitzer.

 

Ein Austausch des Heizsystems zieht oft weitere energetische Massnahmen nach sich. Wie sieht das bei Ihrer Liegenschaft aus? Sind solche noch in Planung oder gar schon umgesetzt?

Im letzten Jahr haben wir einen detaillierten GEAK®Plus-Bericht erstellen lassen. Dieser zeigte uns noch weitere Optimierungsmöglichkeiten auf. Diese gehen wir nun Schritt für Schritt an. So haben wir schon einige Leuchtmittel ausgetauscht. Sowie das Kellertreppenhaus besser isolieren lassen. Betreffend Ersatz der Fenster hatten wir nun schon zwei Fachleute im Haus. Diese rieten uns aber unabhängig voneinander davon ab, die Fenster jetzt schon zu ersetzen. Das Raumklima in einem über 200-jähigen Bauernhaus, könnte allenfalls bei zu dichten Fenstern aus dem Gleichgewicht fallen. Darum rieten uns die Spezialisten noch ein paar Jahre zu warten. In der Hoffnung, dass die technische Weiterentwicklung in ein paar Jahren für unser Hause, eine bessere Lösung als jetzt möglich, bereithält.

 

 

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