Fast jedes Haus kann heute mit einem erneuerbaren Heizsystem ausgerüstet werden

Rund 60% aller Schweizer Häuser werden heute noch mit fossilen Brennstoffen beheizt. Erneuerbare Energien beginnen sich aber durchzusetzen: Im Neubau oder bei Sanierungen von bestehenden Gebäuden sind Wärmepumpen und andere Technologien wie Fernwärme oder Holzenergie bereits auf dem Vormarsch. Denn: Fast für jedes Gebäude gibt es eine passende, alternative Lösung.

Das passt zu den CO2-Zielsetzungen des Bundes; denn ab 2050 soll die Schweiz unter dem Strich kein CO2 mehr ausstossen und demzufolge dürften ab 2030 keine Heizungen mit fossilen Brennstoffen mehr eingebaut werden. Bei einer Sanierungsplanung ist es daher wichtig, sich frühzeitig mit alternativen Systemen auseinanderzusetzen. Welche klimafreundlichen Heizsysteme es gibt, wie sie funktionieren und welche baulichen Voraussetzungen sie mit sich bringen, erfahren Sie in folgender Übersicht.

 

Wärmepumpe

Wärmepumpen beziehen ihre Energie aus der Luft, dem Boden oder dem Grundwasser. Wärmepumpen, die über Erdsonden arbeiten, sind wegen der notwendigen Bohrungen teurer, brauchen aber auch bis zu 1/3 weniger Strom als Luft- oder Wasserpumpen. Luft-Wasser-Wärmepumpen gehören in der Schweiz zu den häufigst verwendeten Heizungsarten.

Bauliche Voraussetzungen:
Die baulichen Voraussetzungen fallen je nach Art der Wärmepumpe unterschiedlich aus. Ob Sie eine Wärmepumpe einbauen können, hängt vom Standort des Hauses, den nutzbaren, natürlichen Energiequellen in Ihrer Umgebung und der Bausubstanz Ihres Gebäudes ab. Vor der Installation einer Wasserwärmepumpe müssen die Grundwasserwerte überprüft werden. Die Anforderung für die Luftwärmepumpe ist lediglich, dass ein geräuschgeschützter Platz im Garten vorhanden ist.

Investitions- und Betriebskosten einer Wärmepumpe

 

Fernwärme

Heizen mit Fernwärme ist ein so simples wie bestechendes Prinzip: Wärmeenergie wird von einem zentralen Standort in Form von Wasser in gut isolierten Rohren an die zu beheizenden Gebäude geleitet, wo sie über einen Wärmetauscher in die Räume gelangt.

Bauliche Voraussetzungen:
Bei der Fernwärme gilt es abzuklären, ob es ein Fernwärmenetz in Ihrer Umgebung gibt oder in Planung ist und an welches das Gebäude angeschlossen werden kann.

Investitions- und Betriebskosten Fernwärme

 

Holzpellets-Heizung

Wer mit einheimischem Holz heizt, belastet das Klima kaum. Das beim Verbrennen entstehende CO2 wird wieder gebunden, wenn im Wald neue Bäume nachwachsen. Zudem können Pellets, Stückholz und Holzschnitzel aus der Umgebung bezogen werden, was die regionale Wertschöpfung fördert. Durch die Wahl hochwertiger Systeme, den Einsatz der richtigen Brennstoffe und einen korrekten Betrieb lässt sich die Luftbelastung durch Stickoxide und Feinstaub weitgehend minimieren. 

Voraussetzungen:
Bei den Holzheizungen muss genügend Platz für den Brennstoffvorrat vorhanden sein (ein bestehender Tankraum ist in der Regel genügend gross für ein Pelletsilo). Ausserdem muss für die Anlage an sich und für den Warmwasserspeicher genügend Platz eingerechnet werden. Jede Pelletheizung benötigt zudem einen Schornstein.

Investitions- und Betriebskosten einer Holzheizung

 

Frühzeitige Beratung und Planung sind wichtig

Eine neue Heizung ist eine grössere Investition, die sich lohnt, jedoch sorgfältig geplant sein will. Denn es ist wichtig aus den Varianten jenes Heizsystem zu wählen, welches das Gebäude am effizientesten und am wirtschaftlichsten mit Wärme aus erneuerbaren Energiequellen versorgt. Für die korrekte Wahl muss ausserdem darauf geachtet werden, welche klimafreundlichen Heizsysteme das Gebäude und die Umgebung überhaupt zulassen. Im Rahmen einer Impulsberatung werden alle Optionen von einer Fachperson geprüft und Sie dabei unterstützt, die korrekte Variante für Ihre eigenen vier Wände zu wählen. 

 

Ob neben dem Heizungsersatz noch weitere Sanierungsmassnahmen das Zuhause energetisch auf Vordermann bringen können, erfahren Sie beim Erstellen des GEAK® Plus. So können Sie zum Beispiel mit einer besseren Wärmedämmung und dichteren Fenstern bis zu 60% Heizkosten sparen. Eine solche Gesamtschau vermeidet, unnötige und wenig effiziente Umbauten.

Durch eine frühzeitige Planung wird die Voraussetzung geschaffen, dass auch grössere Investitionen finanziell getätigt werden können. Denn eine Energiestrategie und die Transformation hin zu erneuerbaren Energien benötigt oftmals höhere Anfangsinvestitionen. Solche Investitionen werden oft nicht getätigt. Die Lösung dafür ist, dass man nicht erst dann reagiert, wenn die Heizung ausfällt, sondern bereits früh das Thema mit einem Experten aufnimmt, alle Zustände der Gebäudeteile beurteilen lässt und so eine langfristige Erneuerungsplanung erstellt. So können Sanierungsmassnahmen frühzeitig geplant werden und man hat zu diesem Zeitpunkt noch verschiedene Möglichkeiten, die Sanierung zu finanzieren. Es muss nicht unbedingt ein Kredit aufgenommen werden, sondern kann auch längerfristig angespart werden, steuerlich abgestimmt und Fördermittel beantragt werden.