Aus Alt mach Neu: Das sind die besten Umbauprojekte

Der alle zwei Jahre verliehene Architekturpreis «Der beste Umbau» zeigt, wie Hausbesitzer mit dem Umbau ihres Eigenheims ihren Wohntraum verwirklichen können. Nicht nur die architektonisch überzeugendsten Umbauten werden ausgezeichnet, sondern auch die Vorzeige-Projekte punkto Energieeffizienz.

Bei der Verleihung des Architekturpreises «Der beste Umbau 2016» wurden von der Zeitschrift «Umbauen + Renovieren» die besten Umbauprojekte ausgezeichnet. Die seit 2004 stattfindende Preisverleihung belohnt Umbau-, Erweiterungs- und Sanierungsprojekte in der Schweiz und Liechtenstein. Die Projekte sollen inspirieren und zeigen, wie sich aus bestehenden Wohnhäusern moderne Wohnkonzepte verwirklichen lassen.

 

Eine fünfköpfige Fachjury kürte das Siegerprojekt mit einem Preisgeld von 10‘000 Franken. Zusätzlich wurde ein mit 5‘000 Franken dotierter Publikumspreise vergeben. Abstimmen konnten die Website-Besucher und Leser von «Umbauen + Renovieren» sowie das Publikum an der Messe Swissbau. Mit einem ebenfalls mit 5‘000 Franken dotierten Sonderpreis Energie werden seit 2016 neu auch Projekte ausgezeichnet, die auf vorbildliche Weise Energieeffizienz und einen verantwortlichen Ressourcenumgang mit herausragender Architektur verbinden.

 

Jurypreis: 115 Jahre Geschichte wiederbelebt

Als Siegerprojekt wurden Kast Käppeli Architekten für den Umbau eines Mehrfamilienhauses mit Baujahr 1900 in Bern ausgezeichnet. Der Riegelbau war charakteristisch für die dörfliche Baumeister-Architektur der vorletzten Jahrhundertwende in Bümpliz und erinnert an die dörfliche Vergangenheit des heutigen Berner Quartiers. Mit dem Umbau wurden alle drei Geschosse zu eigenständigen Wohnungen mit kreuzförmiger Grundrissstruktur und mittig platzierten Küchen und Bädern erweitert. Alle typischen Elemente wie die gestemmten Türen und Sprossenfenster blieben erhalten. Die Fassade wurde saniert sowie in der Laube die Fenster vergrössert und neue Schiebeläden eingebaut.

 

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  • Mehrfamilienhaus Vorher-Vergleich
    Zustand vor dem Umbau
  • Mehrfamilienhaus Nachher-Vergleich
    Das Haus mit spätklassizistischer Bauform, hier von der Gartenseite aus betrachtet, ist charakteristisch für die dörfliche Baumeister-Architektur im Bümpliz der vorletzten Jahrhundertwende. (Foto: Rolf Siegenthaler)
  • Ausbau Veranda
    Die oberen Geschosse werden über eine gartenseitige Laube erschlossen. Perforierte Schiebeläden generieren eine spezielle Lichtstimmung. (Foto: Rolf Siegenthaler)
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    Publikumspreis: Umbau einer Älplerhütte zum modernen Wohnchalet

    Aus dem Publikumsvoting ging ein Projekt des Lausanner Architekten Markus von Bergen als Sieger hervor. Dieses verblüfft mit der Verwandlung eines typischen Weidhauses in ein modernes Wohnchalet auf der Axalp oberhalb Brienz (Bern). Die Hütte diente einst als Unterkunft für Älpler und enthielt eine offene Feuergrube, einen Käsespeicher sowie separat einen beheizten Schlafbereich. Sie wurde jedoch schon seit Jahren nicht mehr genutzt und drohte zu zerfallen.

     

    Ein Fundament aus Beton und Steinen aus der Umgebung festigt nach dem Umbau den Sockelbereich. Gegen den Hang wurde das Haus um einen Drittel erweitert. Der Architekt nahm das Haus-in-Haus-Konzept des früheren Schlafraums auf und stellte einen Holzkubus mit integriertem Bad im Erdgeschoss und einer Schlafkammer im Obergeschoss in den Raum. Das anschliessende Betoncheminée und eine Specksteintreppe als Wärmespeicher sorgen dafür, dass das gesamte Haus effizient beheizt werden kann.

     

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    • Alplerhütte Vorher-Vergleich
      Zustand vor dem Umbau.
    • Wohnchalet Nachher-Vergleich
      Das Weidhaus erhielt ein neues Fundament, die Fassade wurde aufgefrischt und das Dach neu mit Holzschindeln eingedeckt. (Foto: Ernst Kehrli)
    • Innenausbau Schlafzimmer
      Die Schlafkammer im eingestellten Kubus verfügt über eine hangseitige Fensterfront mit davorliegenden Querbalken. (Foto: Markus von Bergen)
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      Energiepreis: Vom Altbau zum Energiesparhaus

      Der erstmals verliehene Energiepreis zeigt, dass ein energieffizientes Haus nicht zwingend von Grund auf neu konzipiert werden muss. Mit der Sanierung des 1488 erbauten Heidenhauses in Münster (Wallis) verfolgte das Architekturbüro Roman Hutter aus Luzern das Ziel, bestehende Strukturen zu unterstreichen und sinnvoll zu ergänzen. Die neuen Anbauten in Riegelbauweise setzen die lange Geschichte des über 500 Jahre alten Hauses fort. Während der Innenausbau komplett in Fichtenholz ausgeführt wurde, kam an der Fassade das beständige Lärchenholz zum Einsatz. Mit Deckleisten und dem unebenen, furchigen Altholz konnte die Vielschichtigkeit und Tiefe des Gebäudes erhalten bleiben. Beheizt wird das Haus über zwei sanierte Giltsteinöfen. Zudem sorgen Sonnenkollektoren für die Warmwasseraufbereitung.

       

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      • Vergleich Heidenhaus Vorher
        Zustand vor dem Umbau.
      • Vergleich Heidenhaus Nachher
        Der Blockbau wurde vor weit über 500 Jahren erstellt. Die neuen Anbauten in Riegelbauweise setzen die Tradition fort. (Foto: Markus Käch, Emmenbrücke)
      • Innenausbau Küche
        Im Vordergrund ist einer der sanierten Giltsteinöfen zu sehen. Die neue Küche ist aus Lärche, der übrige Innenausbau ist in Fichtenholz ausgeführt, das einen Kontrast zu den freigelegten dunklen Blockbauwänden bildet. Deckleisten verleihen den neuen Holzflächen Vielschichtigkeit und Tiefe. (Foto: Markus Käch, Emmenbrücke)
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        Richtig beraten das eigene Umbauprojekt angehen

        Wie die drei ausgezeichneten Projekte eindrücklich zeigen, können mittels Sanierung oder Umbau auch ältere Immobilien ganz nach individuellen Bedürfnissen auf einen modernen, komfortablen Ausbaustand gebracht werden. Gute Ideen müssen nicht immer teuer sein, sondern nur rechtzeitig erkannt und in die Sanierung miteingeplant werden. Zum Thema energetisch Sanieren finden Sie viele weitere Tipps und Inhalte auf RaiffeisenCasa. Wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind, nun auch selbst ihren Wohntraum zu verwirklichen, finden Sie zudem Traumhäuser für (fast) jeden Geldbeutel auf unserem Immobilienmarktplatz.