Ist mein Haus ein Ladenhüter?

Ein Haus richtig verkaufen? Alles andere als einfach. Immer wieder kommt es vor, dass ausgeschriebene Immobilien nur wenig Beachtung finden. Die falsche Saison, schlechte Bilder, zu hoher Preis: Die Gründe können vielfältig sein, erklärt Roland Altwegg, Leiter Produkte & Kooperationen bei Raiffeisen Schweiz.

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  • Unaufgeräumtes Zimmer
    Unordentliche Zimmer können Immobilien unattraktiv erscheinen lassen.
  • Zimmer mit schriller Einrichtung
    Schrille Einrichtungen können potenzielle Käufer abschrecken.
  • Zimmerfoto aus einem schlechten Winkel
    Fotoaufnahmen aus dem falschen Winkel lassen Immobilien nicht im besten Licht erscheinen.
  • Haus mit Preisschild
    Unrealistische Preisvorstellungen können Grund für fehlende Kaufinteressenten sein.
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    Interview: Robert Wildi

    Herr Altwegg, woran kann es liegen, dass eine Immobilie keinen Käufer findet?

    Viele Gründe sind möglich. Schlechte Fotos, mangelnde oder falsche Informationen bei der Ausschreibung oder überhöhte Verkaufspreise sind ein paar davon. Auch saisonale Faktoren spielen je nach Region eine Rolle. Grundsätzlich ist der Zeitraum Frühling bis Herbst optimal für den Verkauf. Im Winter sind viele Interessenten nicht entscheidungsfreudig und Umzüge wenig attraktiv.

    Wie kommt man dem genauen Grund auf die Spur, wenn sich keine Interessenten melden?

    Es braucht in solchen Fällen eine genaue Analyse, weshalb es mit der Verkäuflichkeit harzt. Dort ist dann auch der Hebel anzusetzen. Oft tendieren Selbstverkäufer dazu, mit einem Makler in Kontakt zu treten und den Verkauf in professionelle Hände zu geben. Sie realisieren erst dann, wie komplex die Vermarktung beziehungsweise der Verkauf des Eigenheimes tatsächlich ist.

    Sinkt die Chance auf einen Verkaufserfolg, je länger eine Immobilie ausgeschrieben ist?

    Dies ist zwar nicht zwingend, kann aber als Aussage im Grundsatz so bestätigt werden. In der heutigen Zeit, wo Interessenten durch die verschiedenen Möglichkeiten in allen Bereichen gut informiert sind und der Markt extrem transparent ist, wirken Inserate, die über längere Zeit aufgeschaltet sind, eher uninteressant. Auf der Nachfrageseite entsteht nämlich rasch die Auffassung, dass es einen Haken gibt. Es ist daher sinnvoll, das Inserat nach einigen Wochen zu deaktivieren und mit neuem Titel und neuen Bildern wieder aufzuschalten.

    Wann ist der Zeitpunkt gekommen, um mit dem Preis runterzugehen?

    Das ist nicht pauschal zu beantworten und sehr individuell. Zuerst sollte analysiert und schlüssig geklärt werden, ob tatsächlich ein zu hoher Preis angesetzt wurde oder für die mangelnde Verkäuflichkeit andere Gründe vorliegen. Es kann durchaus sein, dass sich der Verkäufer oder auch der Makler mit dem Verkaufspreis etwas verspekuliert hat. Eine Preiskorrektur nach unten ist daher nicht selten. Der Verkäufer sollte indes darauf achten, dass er den Preis nicht in regelmässigen Abständen nach unten korrigieren muss, weil er ihn anfangs viel zu hoch angesetzt hat. Das wirkt dann schnell unseriös.

    Wann ist es empfehlenswert, einen Makler beizuziehen?

    Für einen Laien ist es schier unmöglich, die Komplexität des Verkaufsprozesses im Detail zu kennen. Trotzdem denken viele Verkäufer, sie könnten das problemlos selber bewerkstelligen. Während des Vermarktungsprozesses merken dann aber unzählige Eigentümer, dass es doch viel Knowhow, Zeit, Nerven, Verhandlungsgeschick und Neutralität benötigt, um einen erfolgreichen Verkauf zu bewerkstelligen.

    Wie kann man seine Immobilie möglichst attraktiv präsentieren?

    Es gibt einfache Möglichkeiten, seine Immobilie für potenzielle Käufer im besten Licht zu präsentieren. Angefangen bei einer sauberen Ordnung, über kleinere Renovationen und Aufbesserungen, ohne dabei offensichtliche Mängel zu überdecken, bis hin zu attraktiven Fotoaufnahmen durch einen Profi. Allein diese Punkte können helfen, den Unterschied auszumachen.

    Empfehlen Sie sogar eine 3D-Visualisierung?

    3D-Visualisierungen machen vor allem im Neubau-/Projektbereich Sinn. Sie helfen dem Interessenten, eine bildliche Vorstellung seines künftigen Eigenheims zu erhalten. Für ältere Liegenschaften hingegen sind Visualisierungen nicht wirklich sinnvoll. Es sei denn, es steht ein Umbau oder eine grössere Renovation an, die allenfalls professionell visualisiert werden kann.