Immobilienkäufer sind im Vorteil

Kaufpreise für Wohneigentum steigen weiter, Neumieten dagegen sinken. Dennoch spricht aus finanziellen Überlegungen weiter alles für den Kauf und gegen die Miete von Immobilien. Die Tragbarkeitsanforderungen setzen der Nachfrage nach Wohneigentum aber immer engere Grenzen, was die Preisdynamik künftig etwas dämpfen dürfte. Zunehmend unerwünschte Nebenwirkungen hat das Tiefzinsumfeld: Mietwohnungs- und Eigenheimmarkt driften auseinander.

Mieten kostet fast 20% mehr als kaufen

Die Eigenheimpreise haben auch 2019 zugelegt. Bei den Einfamilienhäusern betrug der Anstieg trotz leicht rückläufiger Preise im vierten Quartal fast 4 Prozent. Die Preise für Stockwerkeigentumswohnungen stiegen 2019 um knapp 1%, allerdings nicht mit der Dynamik der Vorjahre. Die Entwicklung ist dem Zusammenspiel zweier Faktoren geschuldet. Erstens ist seit gut drei Jahren die Projektionstätigkeit im Eigentumssegment rückläufig. Die dadurch herbeigeführte Verknappung des Angebotes treibt die Preise weiter in die Höhe. Zweitens gilt aufgrund der anhaltend rekordtiefen Finanzierungskosten nach wie vor, dass Eigentum finanziell deutlich attraktiver ist als Miete. Für eine durchschnittliche 3- bis 4,5-Zimmerwohnung sind Einsparungen der Wohnkosten von 20 Prozent möglich. 

 

Mieten kostet fast 20% mehr als kaufen

Wohnkosten beim Kauf, rsp. der Neumiete einer durchschnittlichen 3 bis 4.5-Zimmerwohnung

Dynamische Preisentwicklung

Tatsächlich können aber Haushalte mit tieferen Einkommen und Vermögen das Sparpotenzial vom Wechsel von der Miete ins Eigentum nicht nutzen. Die regulatorischen Tragbarkeits- und Eigenmittelanforderungen werden von Quartal zu Quartal für noch mehr Mieter zur unüberwindbaren Hürde, weil deren Haushaltseinkommen nicht mit der Preisentwicklung mithalten kann. Dies verringert die effektive Nachfrage nach Wohneigentum und setzt der zinsgetriebenen Preisentwicklung Grenzen. Gleichzeitig fliesst immer mehr renditesuchendes Kapital in den Markt für Renditeobjekte, was dazu führt, dass der Mietwohnungsbau den Bau von Eigentumsobjekten immer mehr verdrängt. Stark gestiegene Liegenschaftspreise, hohe Leerstände und sinkende Angebotsmieten zeugen deutlich von der Verlagerung der Aktivitäten vom Eigenheim- in den Renditeliegenschaftsmarkt.

 Preisentwicklung seit 2015 bis heute

Preisindex, 1Q15 = 100

Weitere Fakten im Überblick

 Infografik Schweizer Immobilienmarkt Q1 2020

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