Wohneigentum im Alter ist planbar

Die Pensionierung will gut vorbereitet sein, auch was die Finanzierung der künftigen Wohnsituation betrifft. Für Besitzer von Wohneigentum stellt sich dabei die Frage nach der Tragbarkeit im AHV-Alter: Kann ich mir das Einfamilienhaus oder meine Eigentumswohnung im Ruhestand noch leisten?

Diverse Umfragen ergeben ein klares Bild: Drei von vier Menschen, die älter als 80 Jahre sind, leben noch in den eigenen vier Wänden. Die meisten möchten den Umzug in ein Alters- oder Pflegeheim so lange wie möglich hinauszögern. Dank Dienstleistungen wie jenen der Spitex oder dank der Unterstützung und Pflege von Angehörigen ist es heutzutage oftmals möglich, den Eintritt in eine Alters- oder Pflegeeinrichtung erst dann ins Auge zu fassen, wenn die persönlichen Umstände das Wohnen in den eigenen vier Wänden nicht mehr zulassen.

Wer im Alter weiterhin unbeschwert im eigenen Haus oder in der Eigentumswohnung leben möchte, muss die Hypothek bis zur Pensionierung soweit amortisiert haben, dass die Tragbarkeit auch mit einem tieferen Renteneinkommen gegeben ist. Die Bank prüft dabei bereits beim Abschluss der Hypothek, ob die Tragbarkeit langfristig gegeben ist. Im AHV-Alter gilt zudem mit 38 Prozent eine um fünf Prozent höhere Tragbarkeitsgrenze, weil die Sozialabzüge vom Einkommen nicht mehr abgezogen werden.

Selbstverständlich können sich die Lebensumstände im Rentenalter wegen tieferem Einkommen oder unvorhergesehenen Schicksalsschlägen wie Invalidität oder Todesfall ändern. Ist dies der Fall, dann sucht die Bank gemeinsam mit dem Kunden nach Lösungen, damit das Wohneigentum wenn immer möglich weiterhin behalten werden kann. Mögliche Ansätze sind zusätzliche Sicherheiten, allenfalls zusätzliche Amortisationen, Bürgschaften durch Familienangehörige etc.

 

Finanzierung einer Liegenschaft im Alter

Beispiel für ein Ehepaar

Zur Verdeutlichung ein Beispiel für die Finanzierung einer Liegenschaft im Wert von 800'000 Franken im Pensionsalter. Die Bank rechnet wie folgt: Einkommen 86‘000 Franken (AHV-Ehepaarrente 42'300, BVG-Altersrente 43'700), Hypothek innerhalb der Ersthypothek in Höhe von 480‘000 Franken, weitere Hypotheken (120‘000 Franken) wurden amortisiert. Kalkulatorische Kosten: 24‘000 Franken für Schuldzinsen, 8000 Franken für Nebenkosten. Den kalkulatorischen Kosten von 32‘000 Franken steht ein Einkommen von 86‘000 Franken gegenüber, womit die Belastung mit 37.2% unter dem zulässigen Belastungsgrad von 38% steht. Eine zusätzliche Amortisation der Hypothek ist nicht erforderlich. Die Tragbarkeit als AHV-Bezüger ist damit gegeben.

 

Mit welchem Budget können Sie nach der Pension rechnen?

Viele Paare äussern überdies den Wunsch, nach der Pensionierung schuldenfrei zu sein. Auch dieser Wunsch muss frühzeitig geplant sein. Sind nämlich zu viele liquide Mittel in der Liegenschaft gebunden, reicht das Geld nicht mehr zur Bestreitung des Lebensunterhaltes. Wenn dann noch ein Ehegatte ins Alters- oder Pflegeheim muss, wird es zusätzlich schwierig. Unter Umständen muss dann sogar die Liegenschaft verkauft werden, wenn die finanzielle Belastung zu hoch ist. Eine Erhöhung der Hypothek nach der Pensionierung ist zwar möglich. So bietet Raiffeisen die Möglichkeit die Hypothek im Rahmen der 1. Hypothek wieder aufzustocken, um zumindest über einen Teil des in der Liegenschaft gebundenen Eigenkapitals verfügen zu können. Jedoch muss die Tragbarkeit auch hier nachhaltig gegeben sein.

Es empfiehlt sich also, rechtzeitig und spätestens im Alter ab 50 Jahren ein Budget für die Zeit nach der Pensionierung zu erstellen. So merkt man rasch, dass die Ausgaben in etwa gleich bleiben, die Einnahmen jedoch sinken werden. Wenn man schon vor der Pensionierung keine Sparmöglichkeiten hatte, dann muss diese Lücke durch den Verzehr von freiem Vermögen gedeckt werden oder der frische Rentenbezüger ist gezwungen, seine Lebenshaltungskosten entsprechend zu reduzieren. Eine frühzeitige, gesamtheitliche Planung – auch mit Hilfe eines Beraters bei einer Raiffeisenbank – hilft dabei, das Eigenheim auch im dritten Lebensabschnitt unbeschwert geniessen zu können.

Berechnen Sie Ihre jährlichen Einnahmen und Ausgaben vor der Pension und vergleichen Sie diese mit den jährlichen Einnahmen und Ausgaben nach der Pension.

Hier geht's zum interaktiven Budgetrechner