Wieso vermieten nicht immer eine gute Idee ist?

Wer heute grössere Geldbeträge zehn Jahre lang möglichst sicher in Schweizer Franken anlegen möchte, z.B. in 10-jährige Bundesobligationen, der muss dafür mittlerweile jährlich eine gut 1%ige Gebühr entrichten. So ist das genau zu verstehen mit den Negativzinsen, die jüngst neue Tiefen ausgelotet haben. Wenn das so weiter geht, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch der Kleinsparer auf seinem ganz normalen Konto belastet wird. Da sind natürlich Ideen gefragt.

Buy to let

Herr und Frau Schweizer suchen vor allem auf dem Immobilienmarkt nach Lösungen gegen die Zinsfalle. Das ist naheliegend, denn Immobilien sind weniger riskant als Aktien oder Rohstoffe. Sie weisen – wie der Profi sagt – ein recht ausgewogenes Risiko-Ertrag-Profil aus. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber das gilt nur für einen diversifizierten Investor mit einem entsprechenden Portfolio.

 

Hauskauf

Was machen mit dem Geld, wenn nichts zu machen Geld kostet?

Wer seine Eigentumswohnung weitervermietet oder eine Wohnung für diesen Zweck erwirbt, angelsächsisch spricht man da von buy to let, der fährt unweigerlich viel höhere Risiken. Das gilt auch für die tollen Beispiele ihrer Verwandten und Bekannten, die Ihnen erzählen, wie sie ihr ehemaliges Eigenheim richtig gehend vergoldet haben und was für astronomische Renditen sie heute damit erzielen. Denken Sie dann immer daran, dass, was momentan funktioniert, auf lange Sicht vielleicht doch schief geht. 

 

Was stimmen muss

Sollten sie das Abenteuer dennoch wagen, dann gilt: der Standort und die Qualität der Immobilie sind genauso wichtig wie ein gutes Gespür für Menschen. Topstandorte sind nicht zwingend erste Wahl. Zürich wirft weniger Rendite ab als Chur oder Burgdorf, was suggeriert, dass auch weniger Risiken anfallen. Das stimmt im Portfoliokontext, was aber, wenn ihr neu ausgesuchter Mieter am Top-Standort in der Stadt Zürich gleich den Anfangsmietzins anfechtet? Oder wenn er sie mit kleinen Unterhaltsämtchen rund um die Uhr in Beschlag nimmt? Oder laufend Schäden generiert, die man ihm nicht anhängen kann, vielleicht gar mutwillige? Dann ist das Investment schnell mal ein Minusgeschäft und keinen Deut besser als die Bundesobligation. Bei der weisst Du wenigstens, dass nach zehn Jahren das investierte Kapital zurückgezahlt wird. Also Achtung, Irrtümer möglich.

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Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Martin Neff gehört zu den führenden Immobilienexperten in der Schweiz. Er ist seit Anfang 2013 bei Raiffeisen Schweiz. Neff studierte Volkswirtschaft an der Universität Konstanz. Von 1988 bis 1992 arbeitete er beim Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) in Zürich, bevor er in die CS eintrat, dort das «Schweiz Research» aufbaute und seit 2008 Chefökonom war.