Wer wohnt hierzulande in Bügeleisen?

Wer kennt es nicht, das berühmte Flatiron Building in New York? Es ist zwar nicht so hoch wie das Empire State Building oder das im Art Déco Stil erbaute Chrysler Building, die beiden wohl mit bekanntesten älteren Wolkenkratzer der Welt, aber dafür hat es eine einzigartige Form. Die eines Bügel- genauer Plätteisens wie der Name sagt. Die Form entspricht mehr oder weniger einem gleichschenkligen Dreieck. In der Wohnfrage des Monats August erfahren Sie, ob sich auch hierzulande solche Bügeleisen auffinden lassen.

Das Bügeleisen in New York

Manhattan ist eigentlich streng schachbrettartig angelegt und so durch rechteckige Strassenkreuzungen gekennzeichnet. Einzig der Broadway verläuft diagonal durch Manhattan, mit der Folge, dass es auch dreieckige Kreuzungen gibt. Eine liegt an der Ecke von 5th Avenue und Broadway und dort steht das Flatiron Building. Die Front des Gebäudes misst gerade mal zwei Meter und es wird als Bürogebäude genutzt.

 

Flatiron

Willkommene Auflockerung

Die Strassenführungen hierzulande sind bekanntlich etwas erratisch. Streng schachbrettartige Strassenmuster sind entsprechend selten, was natürlich auch historisch bedingt ist. Doch Verdichtung ist heute auch in der Schweiz aus Raumplanung und Bauwesen nicht mehr wegzudenken. Es geht dabei um innerstädtische Verdichtung oder um Umnutzungen von Industriearealen mit Nachverdichtung. Eine eher hässliche Verdichtung, weil architektonisch oft ein ziemlicher Einheitsbrei, findet auf der grünen Wiese statt mittels höherer Ausnützungsziffern im einfältigen Kontext Gebäudehöhe und –abstände. Wer nun einmal vom Sihltal nach Zürich fährt, der wird hinter Leimbach ein Flatiron Building inmitten gewaltiger Neubauten finden, da wo früher Papier produziert wurde. Es ist zwar nicht annähernd so hoch und spektakulär wie das New Yorker Beispiel, aber dafür wird darin gewohnt. An einer Strassengabelung in Cham (ZG) findet sich ebenfalls ein dreieckiges Wohngebäude, das eine Baulücke architektonisch ansprechend geschlossen hat. In Wipkingen (ZH) sogar ein ganzes Ensemble dreieckiger Grundrisse, ebenfalls zu Wohnzwecken. Es gibt sicherlich noch andere Beispiele, man kann sie jedoch an zwei Händen abzählen. Nicht ausgeschlossen, dass dies bald schon nicht mehr so sein wird. Und das Bügeleisen die Quadrate und Rechtecke auflockert, ohne Dichte preiszugeben. Nicht so schön und gewaltig wie das Original in New York, dafür aber bewohnbar. 

 

 

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Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Über den Autor

Martin Neff gehört zu den führenden Immobilienexperten in der Schweiz. Er ist seit Anfang 2013 bei Raiffeisen Schweiz. Neff studierte Volkswirtschaft an der Universität Konstanz. Von 1988 bis 1992 arbeitete er beim Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) in Zürich, bevor er in die CS eintrat, dort das «Schweiz Research» aufbaute und seit 2008 Chefökonom war.