Wie viele Zimmer sollen’s sein?

Wohnungen mit drei Zimmern erfreuen sich in der Schweiz der grössten Beliebtheit unter allen Wohnungstypen. 30% aller neu erstellten Wohneinheiten sind mittlerweile dreizimmrig. Die 3-Zimmerwohnung ist somit seit 2015 der meistgebaute Wohnungstyp in der Schweiz.

3-Zimmerwohnungen werden immer beliebter

Am bestehenden Gebäudepark liegt der Anteil der 4-Zimmerwohnungen (27.5%) zwar noch knapp vor der 3-Zimmerwohnung (27%). In den nächsten Jahren wird aber auch in dieser Rangliste die 3-Zimmerwohnung an der 4-Zimmerwohnung vorbeiziehen.

Auch bei den im Internet zur Vermietung und zum Verkauf ausgeschriebenen vier Wänden schwingt die 3-Zimmerwohnung oben aus. Ein Drittel aller inserierten Objekte verfügt über drei Zimmer. Aber nicht nur das Angebot an 3-Zimmerwohnungen ist gross, sie werden von allen Wohnungstypen auch am stärksten nachgefragt. So wird nach 3-Zimmerwohnungen auf den Immobilienplattformen auch am meisten gesucht.

Die 3-Zimmerwohnung entwickelt sich damit mehr und mehr zur Schweizer Standardwohnung. In ihr wohnt man in der Regel allein oder zu zweit. Damit deckt die 3-Zimmerwohnung potenziell die Wohnbedürfnisse der mittlerweile bereits 36% Einpersonenhaushalte und der fast 33% Zweipersonenhaushalte. Sie kommt also grundsätzlich für über zwei Drittel der Schweizer Haushalte als Zuhause in Frage. Der Triumphzug der 3-Zimmerwohnung erklärt sich also unter anderem dadurch, dass sie eine wahre Mehrzweckwaffe ist. 

Zusätzlich zur Flexibilität ihrer Nutzung durch verschiedene Haushaltstypen haben die im Zuge des Individualisierungstrends immer kleineren werdenden Haushaltsgrössen dazu geführt, dass die 4-Zimmerwohnung von der 3-Zimmerwohnung überholt wurde. Die Menschen benötigen dadurch immer weniger Zimmer pro Wohnung.

 

Der bestehende Gebäudepark umfasst am meisten 3-Zimmerwohnungen.

Der bestehende Gebäudepark umfasst am meisten 3-Zimmerwohnungen.

Leerstandsquote bei 3-Zimmerwohnungen am höchsten

Das Potential der 3-Zimmerwohnung scheint aber nach dem Bauboom der letzten Jahre langsam, aber sicher bereits wieder ausgeschöpft zu sein. Ein Blick auf die Leerstände zeigt nämlich, dass 3-Zimmerwohnungen am häufigsten von allen Wohnungstypen leer stehen. So stehen heute 2.1% aller Dreiraumwohnungen leer. 4-Zimmerwohnungen weisen dagegen «nur» eine Leerstandsquote von 1.8% auf. Vor 10 Jahren betrug die Leerwohnungsziffer bei beiden Wohnungstypen noch rund 1%.

Solch tiefe Leerstände weisen heute nur noch Wohnungen mit 5 und mehr Zimmern auf. Für Bauherren kann es sich bei künftigen Projekten also durchaus lohnen die eine oder andere Grosswohnung mehr in Ihr Immobilienprojektportfolio einzustreuen – Individualisierungstrend hin oder her.

 

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Über den Autor

Francis Schwartz

Francis Schwartz

Francis Schwartz ist Immobilienmarktanalyst bei Raiffeisen Schweiz. Er ist seit 2018 im Raiffeisen Economic Research tätig und analysiert Entwicklungen und Trends im Schweizer Immobilienmarkt. Francis Schwartz studierte an der Universität Zürich und war vor seiner Tätigkeit bei Raiffeisen für die Graubündner Kantonalbank in Chur und am Swiss Real Estate Institut der Hochschule für Wirtschaft in Zürich tätig.